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Brev fra H.C. Andersen til Josephine Kaulbach 6. februar 1861

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Dato: 6. februar 1861
Fra: H.C. Andersen   Til: Josephine Kaulbach
Sprog: tysk.

Kopenhagen 6 Februar 1861.


Theure, vortreffliche Frau Kaulbach


Aus vollem Herzen danke ich Ihnen für die Freude, Sie haben mir bereit, durch Ihr lieber Schreiben und die Übersendung von dem herrlichen Kupferstich von Ihrem hoch geliebten und verehrten Hr Gemals Bild „der Engel"; ich habe es längst eingeramt hinter Glas, auf die Wand aufgehängt, und Alle sind entgäckt über das schöne Bild. Wie danke ich Ihnen, dass ich es bekommen habe, wie liebe ich Euren Gemal, der mir es geschenkt hat. Es kam Anfangs Januar hierher, durch Eistransport diesen strengen Winters etwas verspätet; ich war Weinachten auf ein Rittergut bei Freunden und kam erst später in meine neue Wohnung in Kopenhagen hieher.

Seit die glücklichen Stunden ich in Ihren Kreiss in München verlebte, sind Wochen und Monaten schnell hingeflogen und ich bin sehr fleissig gewesen; auf Reise diesen Sommer habe ich beinahe gar nichts geschrieben, nur über „Oberammergau" ./ und ein kleines Märchen „der Schmetterling", aber seitdem ich auf den vaterländischen Boden kam strömt und sprudelt die Quelle der Dichtung. Schon sechs neue Historien und Märchen sind entstanden und schon unter der Presse.

Bei meiner Abreise von München war ich sehr unwohl; erkältet und febril reiste ich gegen Norden, verstimt dass ichmeine Reise nach Rom aufgegeben musste; bei der Familie Major Serrre in Dresden wurde ich sehr gepflegt, gut und lieb waren sie Alle, und dort verging beinahe ein Monat; der Winter fing an und in einigen Tagen fuhr ich schnell auf der Eisenbahn über Berlin, durch die Herzogthümer, nach Dänemark, wo ich beinahe, wie gesagt, bis in Neujahr hinein auf dem Lande verweilte. – Wie oft denke ich an die schönen Stunden Sie und Ihren theurer Gemal mich vergönnte; Ich danke Ihnen so innig, Gott freue und erhalte Sie Beide! – Doch eine Bitte habe ich noch, und ich suche Ihren Schutz und Theilnahme. Mein grosser, weltberühmter Freund, der vortreffliche Hr Gemal, versprach mir eine kleine Zeichnung, eine Kleniigkeit, wie er es nennen wird, von eigener Hand, Sie, theure Frau Kaulbach erzählte mir, dass er schon den Anfang gemacht hatte, ich hatte nicht Muth bei meinem Abschied, ich war auch verstimmt und betrübt dabei, dass ich es / aussprechen könnte, aber nehmen sie sich, theure Frau Kaulback, die Sache an und ich erhalte dieselbe und mit seinere Handschrift dabei. Nicht war? Schicken Sie es mir mit der Post. Freuen Sie mich recht bald mit einigen Zeilen, meine Namen und Kopenhagen dabei, ist genug und ich erhalte es.

So Gott will und Friede und Ruhe bleiben muss, fliege ich fort in Mai, aber diesen Jahr kaum nach München, aber die neuesten Märchen kommen, und gar zu oft sind die Gedanken dort im Gartenhaus bei alle theure Liebe, dass ich Sie, gnädige Frau, und der herliche Gemal als theure liebe Freunde betrachten, daran sind sie Beide selbst Schuld und müssen es erlauben. Ich bin sehr glücklich in Dänemark, habe gar zu viel Anerkennung und liebe treue Freunde. Die Quelle der Dichtung sprudelt noch jugendlich frisch, der Herr Gott ist mir gar zu gut, ich erkenne es in Freude und Demuth. Grüssen Sie Ihren Gemal und Kinder.

Ihnen innig dankbare
H.C . Andersen
Wohlgeborene Frau Kaulbach.

Tekst fra: Solveig Brunholm