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Brev fra Friederike Serre, f. Hammerdörfer til H.C. Andersen 17. marts 1861

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Dato: 17. marts 1861
Fra: Friederike Serre, f. Hammerdörfer   Til: H.C. Andersen
Sprog: tysk.

Dresden den 17.März 1861

Verehrter, geliebter Freund!

Mit großem Verlangen sehe ich einem Brief entgegen. Sie haben mich lange warten lassen und lange darauf hoffen. Wie viel Interessantes enthält er !! Sie wollen so bald und so eilend nach Rom ziehen, die heilige Stadt noch einmal besuchen, unter der noch Alleinherrschaft des Papstes? Rom ohne dies 0berhaupt läßt sich gar nicht denken! Wie verwandelt werden Sie alles finden! Nur noch den ewig blauen Himmel und die schöne Campagne mit ihren Gräbern und den überresten alter Herrlichkeit werden Sie unverändert finden! Wenn nur Ihre Reise bei der politischen Bewegung jetzt, eine ungestörte sein wird! - Vielleicht für Sie um desto interessanter. Ihre trübe Stimmung finde ich natürlich, unbesorglich der neuen Wohnung - ein Kind des Glücks, nicht gewohnt einen Plan, einen Wunsch aufzugeben, wie den Winteraufenthalt in Ita1ien, verstimmt vielleicht auch durch die Zustände der Politik - wird nun alles in einigen Monaten- in und außer Ihnen, eine andere Färbung haben. Heben Sie erst Ihre Flügel und der dänische Schwan schwingt sich froh über Tal und Hügel! - Mir ist, als hätte ich ein Jahr nicht gelebt - habe ich Sie nicht bei uns gehabt, und ich hoffe zu Gott auf Ihren Besuch Ende Juli - oder im August.

Ich wollte zu dieser Zeit auch so gern die arme Clara einladen. Sie hat so viel Kummer diesen Winter. Die Mutter erblindet - die Tante tot - sie selbst hat wieder, wie ich hörte, und was sie ungern jemand mitteilt, einen Anfall von Lähmumg gehabt, was vom Rückenmark ausgehen soll, sagt Carus, und immer leicht sich wiederholt - so daß sie eine Zeitlang nur mit Krücken gehen konnte, oder gehen kann, und deshalb die Einladung zur Baronin Fink zu kommen, ganz ablehnen mußte. Wie gönne ich ihr nun die Zerstreuung der dänischen Sprache! Wie wird sie mit Liebe und Verstand künftig alle Ihre Sachen übersetzen und sich auch ihr ein Erwerbszweig dadurch öffnen. Leider soll der sonst kluge interessante Vater der Familie nur sehr wenig hinterlassen haben! -

Ihre Reise macht auch mir einen Strich durch die Rechnung. Ich hoffte immer, im Frühjahr nach Kopenhagen reisen zu können, da die Kriegsaussichten sich gelegt haben und man ein friedliches übereinkommen hofft. Aber ohne Sie wäre mir Dänemark eine Einöde. Ich sah neulich bei Sigwald Thorvaldsens sämtliche Werke, in einem Band in Umrissen mit dänischem Text. Nur in Kopenhagen soll dies Werk zu haben sein. Das möchte ich mir doch anschaffen. Vielleicht können Sie sich danach erkundigen, nach dem Preise und ob es vollständig ist und mir mitbringen. Gern erstatte ich die Auslagen. Haben Sie Gelegenheit - so bitten Sie für mich die Baronin Stampe, mir einen kleinen Zettel, auch nur in Umrissen - und mir mitbringen.

[Ende dieser Briefseite und Fortsetzung:]

... von Thorvaldsens Hand, mein Brief ist spurlos aus meinem Karton verschwunden, zum Glück nicht die Zeichnung ebenso die Unterschrift ... Man denkt, es immer in Verschluß zu halten! -

Sigwald ist in Paris bei Gräfin Moltke.Sie hat wieder neue Arzte konsultiert, eine magnetische Kur begonnen und wegen ihrer Gicht hat man ihr geraten, auf keinen Fall einen Winter in Dänemark zu verbringen. So hoffe ich immer, sie kommt wieder nach Dresden! Auch hat man ihr die Reise nach Florenz ausgeredet!

Von Frau von Goethe erhalte ich gute und liebe Briefe. Sie sehnt sich einen Winter in Cairo zu verbringen, scheut aber die Reise und die Kosten! Das verteilen von den Preisen und Unterstützung aus den testamentarischen Legaten wird Ihnen manche Freude bereiten. Hier beschäftigt man sich sehr mit der Frage, ob Rietschels Schüler die Vollendung des Lutherdenkmals bekommen werden oder die Comitees es anderen anvertraut, und mit Sammlungen für ein Rietschelmuseum und die Wiedererlangung seiner Modelle.

Nach Ostern erscheint nun die Gewinnliste, die in jeder Buchhandlung für, 10 Neugroschen käuflich und dann beginnt sofort die Verteilung der Gewinne. Es ist mir eine unaussprechliche Beruhigung, daß Sie den jungen Mann als Reisebegleiter mitnehmen. Vergessen Sie ja nicht die Decke. Es gibt kalte Nächte und man weiß sich im Süden nicht ordentlich dagegen zu verwahren. Ich weiß, daß ich oft noch meine ganze Garderobe auf meine leichte Bettdecke gelegt habe.

Zu Hause ... nur Gutzkow, steht vor einer Audienz der Fr.Bremer beim Papst - sehr interessanter Auszug aus ihrem letzten Buch &In der alten Zeit'.

[Ohne Unterschrift]

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