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Brev fra H.C. Andersen til Carl Alexander 15. juli 1861

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Dato: 15. juli 1861
Fra: H.C. Andersen   Til: Carl Alexander
Sprog: tysk.

162 Andersen an Carl Alexander

Brunnen 15 Juli 1861.

Mein edler, gnädigster Großherzog! Lange Zeit war ein Verstimmung über mir; meine Seele so trübe daß ich nicht schreiben konnte, jetzt fühle ich mich wohler, glücklicher; und da ich hoffe, mein edler hoher Herr, daß Sie mir, wie immer, gnädig und gut sind, darf ich wohl dem Drang meines Herzens folgen, Ihrer Königlichen Hoheit wieder einen Brief zu schreiben.

Diesen Winter kam ich nicht nach Italien; vor Weinachten war ich wieder in Dänemark, aber meine Sehnsucht nach dem Süden wuchs im Schnee und Eis, ich war so innerlich verstummt und darum, so bald das Eis zerbrach, ging ich, schon den vierten April, wieder auf Reisen und über Frankreich kam ich schnell mit dem ersten Frühling in Italien an, und nach der Quelle meiner Sehnsucht: Rom. Dort habe ich die Zeit bis Ende Mai zugebracht, da wurde die Hitze dort gar zu stark und ich reiste nach Florenz und später nach Genua und Turin. Ich wurde wieder neu belebt und sehr fleißig; neue Märchen und Historien kamen wie Schmetterlinge im Frühling; ich / habe einen ganzen Band gedichtet und bin wieder heiter und glücklich, und darum muß ich an Sie, mein edler, theurer Großherzog schreiben.

In Brunnen bin ich jetzt, im Hotel wo die edle Herzoginn von Orleans auch einst wohnte. Im Frankreich sind jetzt meine letzten Märchen heraus und sehr freudig aufgenommen; die achte deutsche Auflage der Gesammt-Ausgabe ist schon diesen Frühling heraus; ich habe auch in der Beziehung viel Freude und Glück.

Auf die Reise habe ich mehrere Reisende begegnet, die mich an das liebe Weimar erinnerte; auf dem Dampschiffe zwischen Civitta Vecchia und Livorno traf ich ich zusammen mit dem Kammerher(rn) Reumont aus Florenz, in Interlaken war ich mit dem Komponisten Rubinstein zusammen.

Jetzt hier in die Gebirge schreibe ich ein Märchen: der Alpenjäger, und von hieraus fliegen die Gedanken an Sie mein theurer gnädigster Herr! Gott segne und freue Sie und die Ihrigen.

Eurer Koniglichen Hoheit innigst ergebener

H.C. Andersen

Tekst fra: Ivy York Möller-Christensen