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Brev fra H.C. Andersen til Clara Heinke 26. september 1861

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Dato: 26. september 1861
Fra: H.C. Andersen   Til: Clara Heinke
Sprog: tysk.

[Uddrag] Copenhagen, den 26 September 1861

Theures Fräulein!

Erst heute schreibe ich! Meine Älteste, theuerste Freund, ein Vater für mich, der alte Excellenz Collin, in dessen Hause ich wie ein Kind aufgenommen war, mit dessenKindern ich lebe wie mit Brücern und Schwestern, ist gestorben. Schon in Lausanne bekam ich Nachricht von sein Hinsterben, er war 86 Jahre; er lag stille benahe 6 Wochen, ohne Schmerzen, geistig klar, aber ohne körperliche kraft. Eben bei meiner Ankunft in Dänemark, am Ende August, bekam ich die Todesnachricht in Sorö, wo ich einige Tagen bei mein Freund der Dichter Ingemann verweilen wollte. Ich kam nach der Stadt Sonntag den 1. September, der Tag vor Collins Beerdigung. Er wwar der Zusammenhangs-Kern der ganzen Familie, es war duch ihn etwas Patriarchalisches. Leer sind jetzt die Räume – das alte Haus mit dem Garten soll verkauft werden – ich kann noch nicht der edle Alte, und das gewöhnliche Zusammenleben dort entbehren. Jeden Morgen, jeden Tak kam ich einige Minutten bie der alten Mann – seit 1823 haben wir uns gekannt. Doch Sie wissen davon durch "das Mährchen meines Lebens".

Eben des Morgens da er wurde am Grabe gebracht, kam ihre liebe Brief, ich empfing es, öffnete es, um zu lesen, obschon meine Gedanken waren bei dem lieben Todten, da kam der Wagen, ich musste nach dem Kirchhof, und Ihre Breif wurde nicht gelesen und hingelegt, bis ich kam zurück, aber da war ich nicht in Stimmung, erst der künftige Tag wollte ich mich durch das Lesen erheitern, aber der Brief war spurlos verschwunden,ich habe beinahe alle Tage gesucht und wieder gesucht, aber verschwunden. – da zufällig gestern nehme ich das Brief-Paket hervor, die ich von der Reise zur¨cukbringe, und ebenin diese hatte ich den Brief hineingesteckt, und später kam es mir nicht in die Gedanken; jetzt habeich es gelesen und danke Ihnen innig unn herzlich – Die Naturbescheribung war so malend, die Erzählung von der Bauer und seine Familie so wahr und schön, hatte noch dazu für mich etwas so Interessantes. Sie zeigen dabei, wie immer, ein so inniges, so wahres Interesse für mich, den Dichter, dass ich nicht dankbar genug sein kann. - -

Neulich las ich hier vor dem alten Philosoph Geheimrath Sibbern eines der neusten Historien, "die Psyche", er war entzückt, und erklärte es für das tiefste und beste aller meiner Dichtungen; es ist die Tragödie der Menshheit! sagte er. In der "Eisjungfau" habe ich, glaube ich, nd meine Freunde sagen es, die naturbilder wie nie früher, firsch und lebhaft gegeben. Ich freue mich recht, Ihr Urteil zu hören.- -

Ich bin jetzt in der Stadt, wohne in alte Räumen, Neu-Hafen,die Sonne scheiint von aufgen bis untergehen in die Stube hinein, Bilder, Statuetten und Blumen machen es recth heimisch, und ich habe eine wundervolle Aussicht, und der Vordergrund! die Schiffen wechseln immer – keine Na hbaren gegenüber, Alles frei! Ein Blick über die Werft, die Gipfel des botanischen Garten, das Schloss, die Börse, und dann der breite Strom zwischen Copanhagen und der Nebenstadt Christianshafen. Dampschiffe, Kähne und Segelschiffe gehen vorbei, es ist sehr lebhaft und schön. Jeden Abend gehe ich ins Theater, und die neueste Ballet von unsern geniale Balletmeister Bournonville: "Die Walkyre" ist voll von Poesie und belebt durch eine herrliche Musik von Hartmann. Die Musik könnte als Konzerstück, ohne Ballet, gegeben werden. Leider kennt man im Auslande gar wenig die dänische Komponisten, nur Niels Gade ist kein Fremder, aber Hartmann stelle ich noch höher. Borunonville geht jetzt als Balletmeister nach Stockholm, das ist ein Geweinn für die Schweden, aber ein grosser Verlust für uns – Meyerbeers "Le Pardon de Ploërmel" habe ich für unsere Bühne übertragen, und eine alte Oper von Hartmann "Der Rabe" wozu ich den Text geschrieben und jetzt neu bearbeitet habe, kommt auch diesen Winter auf der Repertoir. Ich habe noch eine Idee für eine neue Volks-Komödie, möglicher Wiese tritt es hervor als Mährchen und wird nicht für die Bühne gestaltet. Sie sehen, ich bin fleissig gewesen und immer thätig, und doch sehne ich mich schon wieder nach das Herumfliegen im Auslande, sehne mich wieder nach die Gebirge und das Mittelländische Meer. - -

Gott segne und freue Sie!

Ihr dankbar ergebener

H. C. Andersen

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