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Brev fra Friederike Serre, f. Hammerdörfer til H.C. Andersen 9. maj 1862

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Dato: 9. maj 1862
Fra: Friederike Serre, f. Hammerdörfer   Til: H.C. Andersen
Sprog: tysk.

Dresden am 9.Mai 1862

Verehrtester theurer Freund!

Ja, es ist, als fehlte mir das Beste,habe ich an meinem Geburtstag keine Nachricht von Ihnen. Obgleich ich viele Briefe erhielt, unendlich viel Blumen und Liebeszeichen, so dachte ich doch Ihrer mit viel Sehnsucht! -

Plänemachen für ein ganzes Jahr, für jeden Monat, Tag und Stunde beinahe erschreckt mich. &Ein einziger Augenblick kann alles umgesta1ten'. Gott gebe Ihnen Gewährung! - Mein Geburtstag war zugleich der Polterabend für Clementines Bruder,den Adjudanten Mariotto v.Cerrini. Er heiratete die verwitwete Frau von Schwerdtner, geb.von Eynar, Nichte des berühmten Griechenwohltäters, und Byrons Familie. Doch hat sie 3 Söhne und die Familie ist nicht ganz mit dieser Partie einverstanden. -

Den Tag danach wurde Serre zu einer Audienz beim König beschieden - er erhielt den Albrechts 0rden nebst freundlicher Anerkennung und Belobigung. Er ist nicht viel im Lande verteilt, desto größeren Arger hat er über den Verwaltungsrat der Schillerstiftung in Weimar (an der Spitze Gutzkow und Dingelstedt). Sie betrachten Serre als eine Maschine, die für ihre Zwecke arbeitet, beleidigen ihn in öffentliche Erklärungen und Zeitungsartikeln, wo sie über seine gewonnene Summe verfügen, ohne ihn zu berücksichtigen. Zum Glück hat er in Weimar den besten Advokaten an dem Minister v.Watzdorf. Doch leider steht der Groß Herzog zu sehr unter Dingelstedts Einfluß. Serre reist den 14. dieses Monats zur Audienz nach Weimar mit Alexander Ziegler und dem Bürgermeister.

Soviel hätte ich darüber zu erzählen, doch es ist zum Schreiben zu weitläufig! Denken Sie, jeden 28. April kehren die Schwalben in ein Nest in meinem Hause ein und bringen ihren Glückwunsch! Groß und kräftig erheben sich die Zweige des Geästs eines Apfelbaumes doch keine Blüte setzt er an! Der Schweizer Efeu an der Sonnenuhr ist auch nicht fortgekommen. Doch der Eichbaum wächst herrlich! Ich kann es doch nicht begreifen, warum Sie mit der lieben Freundin Collins nicht im August über Maxen kommen und reisen. Wir sind gewiß schon Mitte Juli aus Wildbad zurück. Ich habe die Freude gehabt, 21 Bücher, alle von den Autoren selbst, zum Geburtstag zu erhalten, mit ihren Unterschriften darin. Selbst die Mühlbach schickte mir das letzte Buch ihres Mannes, - Prof.Mundt, Ziegler, Hammer, Murheim, Kohl, Wolfhagen, Auerbach pp.pp. Krägen hatte ein Quartett für Hörner von Serres Liedern arrangiert und so weckten mich liebe Töne!!

Gott Lob, mit Serres Gesundheit geht es viel besser - er fährt und geht aus, und hat selbst Mut zu einer Expedition nach Pirna. Wie mir Clara Heinke schreibt, kommt sie den 12 ten auf längere Zeit nach Dresden. Ich hoffe, sie malt auf der Galerie. - Frau von Goethe war nicht sicher, ob sie über Dresden oder Nürnberg nach Weimar reist. Gräfin Moltke ist noch hier und geht in 2 Tagen nach Wiesbaden, sie hofft Wladimir zu finden. Es freut mich doch recht, Frau v.Scavenius kennen gelernt zu haben, ich dachte sie mir weniger jung und weniger lebhaft!

Ob ich je noch nach Dänemark kommen werde? Die Gräfin hat mir das Werk von Jarrajut (?) über Dänemark und Glorup geschenkt. Aber ich muß schließen. Ich muß es mit den Worten &Behüte ihn Gott zu jeder Stund'.

Fr.Serre

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