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Brev fra H.C. Andersen til Clara Heinke 16. december 1862

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Dato: 16. december 1862
Fra: H.C. Andersen   Til: Clara Heinke
Sprog: tysk.

Uddrag gengivet i Das Magazin für die Literatur des In- und Auslandes. 1881. pp 219-221.

Ungedruckte Reisebriefe Andersens an Eine Deutsche Freundin

Madrid, den 16. Dezember 1862

Meinen letzten Brief aus Afrika an die Frau Majorin haben Sie geweiss gelesen, Sie wissen, wie glücklich ich dort gewesen bin. Die Mauren, ihre bunten Kleidungen, die Kameelen und die Karawane, die ganze afrikanische Natur haat mich sehr angesprochen. Ds grosse Weltmeer orgelte die ganze Nacht und wie sternenhell ware diese! Doch meien Brief an die Frau majorin haben Sie gelesen. Sie erzählen jetzt wieder an unsere Freundin, was diese Schreibung enthält. Aus Tanger gingich mit eine französische Schiff nach Cadix. in die Nacht stossten wir an eine Sandbank und standen einige Minuten fest – es war eine ganz eigne Moment draussen im atlantischen Meer! Cadiz kam mir, nach dem Besuch im Afrika, gar zu nüchtern und gewöhnlich vor, aber Sevilla, das war wieder Etwas! Der Alcazar mit seine wundervolle Farben, Spitzen in Marmor, glühend und frisch, besser erhalten als Alhambra. Der Dom ist der schönste in Spanien und Murillo! nein, welche Wunder! ich bin entzückt. In der Museum allein waren 23 wundervolle Bilder von ihm, einer schöner als der andere. Doch glaube ich, der heilige Antonius hat mich am meisten angesprochen, er ist sehr jung, sein Bart wie Flammen, sein Gesicht strahlt von Innigkeit und Freude in Beschauung des Jesuskindes, das sitzt mitten in eine aufgeschlagene heilige Buch.

Auch auf das Bild "Moses in der Wüste" sind zwei wunderschöne Kinder, die ich nie vergessen werde. Eben da ich kam von die Gemälden, erhielt ich Ihre liebe Brief, und wünschte gleich, dass ich Ihnen nur für eine Stunde alle die schönen Murillos zeigen könnte als Dank für den Brief. Murillo ist ein Meister, den ich jetzt, da ich seine Madonna in Madrid gesehen habe, steelle übeer Raphael. Welche kindliche Unschuld, wie göttlich erhebened, so Etwas giebt Raphal nur in die Dresdner Madonna. Aus Sevilla ging ich nac Cordova, hier ist nur die Kirche, früher eine Mosche, anzusehen, aber sie verdient einen Besuch; wie ein Wald von Säulen hier die Kolonnen, welche tragen der weit ausgedehnte Decke – aus die Wände glüht und spricht esin arabische Inschriften "Gott ist Gott allein, und mahomed ist sein Prophet," da klangen Orgeltöne, christliche Messe wird gesungen, die heilige Jungfrau wird angebetet, das Körperliche hier ist maurisch, das Seelische Christlich.

Von Cordova bis Madrid hatte ich eine sehr beschwerliche Reise. 28 Stunden in die Diligence und von diese augenblicklich auf der Eisenbahn 12 Stunden – mitten in der Nacht, sehr müde, kam ich nach Madrid und stieg ab in Hötel de Principe. Eine so ausgezeichnete Küche wie hier habe ich in die ganze Welt nicht gefunden, ich schreibe es, dass Sie Madame ... erzählen können, ich bin überzeugt, sie möchte sagen: "hier lebt man noch besser als in Hamburg". Uebrigens, ich verstehe es nicht mit diese Klage über das spanische Essen, selbst in die kleinste Fonda hat man doch wenigstens 2 vortreffliche Gereichten, z.B. Schinken, gebratene Wachteln, und überall schweizer Käse, und wundervolle Trauben und Melonen. Der Wein ist gut und in allen grossen Städten kann man französische Weine und englisches Pale Ale erhalten – warum klagt man denn so viel?

In Madrid kam ich mitten in Winter hinein, Schee des Morgens. Regen und Nebel der ganze Tag, es ist eben so gut in Copenhagen.

Unsere dänische Gesandte wr auf Reise, aber der spanische, dem ich aus Neapel kenne, nahm sich mich ausserordentlich an, ich bin aufgenommen und eingeführt durch ihm und durch Briefen, die ich mitgebracht habe, er wird beinahe lästig! Die Menschen sind ausserordentlich lieb und gut. Gestern hatte der frühere spanische Gesandte in China eine Gesellschaft für mich eingeladen, dort wurde spanisch und franzözisch gesprochen – Gelehrte und Poeten waren dort. Alles ging sehr sehr gemütlich, aber ich leider was das kranke Mann, eingepackt und leidend, zwei Tage voraus bin ich auf meine Stube geblieben, mein Hals ist sehr angegriffen, es kommt von die Luft, "die kann nicht ein Licht auslöschen, aber einen Mann tödten!" sagen die Spanier. Mich hat die luft nicht auf die Lunge, aber in den Hals geprickelt, es war ganz unmöglich ins Gesellschaft zu gehen, aber es war für micht gemacht, und ich musste. Heute ist es nicht schlimmer, aber auch nicht besser, wenn ich bin wohl reise ich eiligst aus Madrid, dieser Stadt hat gar nichts spanisches, nur die Gemälden von Murillo, Velasqus, Raphael etc. könnten mich wieder hierher führen. Einen Ausflug nach den alten Toledo habe ich von hier ab gemacht. - -

Mitten Januar komme ich nach bordeaux, erfreuen Sie mich dort mit einem Brief poste restante – ich hofe, das Klima in Süd-Frankreick ist besser als in Nord-Spanien, darum eile ich dahin. Grüssen Sie Frau von Goethe und die Familie carus und alle liebe Freunden. Einen schönen Weihnachtsabend! ich weiss noch nicht ob ich diesen feire in Spanien oder in den Pyrenäen.

Leben Sie wohl und glücklich.

Ihr ergebener

H. C. Andersen

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