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Brev fra Friederike Serre, f. Hammerdörfer til H.C. Andersen 28. marts 1869

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Dato: 28. marts 1869
Fra: Friederike Serre, f. Hammerdörfer   Til: H.C. Andersen
Sprog: tysk.

Dresden 1. Osterfeiertag 28.März 1869

Theurer,verehrter Freund!

Ihr unvergeßlicher Geburtstag naht - und ich möchte die Erste sein, welche Ihnen aus der Ferne die treuesten wärmsten Glückwünsche sendet! Wie ja jedes Jahr wird dieser Freuden- und Segenstag von dem großen, weiten Kreis Ihrer Freunde festlicll begangen werden. In einem Frühlingsgarten wird Ihr Zimmer verwandelt sein, und meine Gedanken werden am 2.April Sie begleiten.Es ist wie ein schöner Gruß von Oben, daß wir an unseren Geburtstagen den Ersten Frühjahrssonnenschein wieder haben, der alle Knospen und Blüten und frisches Grün herauslockt, nach welchem nach langem Wintertraum unser Herz sich sehnt. Möge Sonnenschein für Sie das ganze Jahr sein und dasselbe, wie so viele ein reich gesegnetes sein.

Wird es uns ein Wiedersehen bringen? Ach, ich fürchte, die lange Zeit wird manche traurige Veränderungen zeigen - wenn auch das Empfinden gleich und treu geblieben.

Ich schreibe aus dem Bette. Seit 8 Tagen hüte ich dasselbe an immer wiederkehrenden hochkarätischen Fieber leidend! Ich bin oft traurig und fühle die Schwere des Altseins. Rechts und links sterben die Freunde. Immer einsamer fühle auch ich mich und obgleich oft Besuche meine und Miss Margarete Gesellschaft teilen kommen, so drückt die Last, einen so großen Besitz verwalten zu müssen, schwer auf meinen Schultern. Dazu kommt, daß Carl immer weniger Beistand leistet und mit seiner Familie und seinen heranwachsenden 3 Söhnen gehörig beschäftigt ist. Meine Provisionen sind um die Hälfte weniger, die zuzüglichen Steuern, Abgaben, die das nicht zu bewältigende Militärbudget in Anspruch nimmt, mir allein 1 000 Taler kostet - vernichtet auch in dem armen Sachsen jedes Haus - der Krug geht solange zu Wasser - bis er bricht -. Können diese Opfer die auch einzelnen Staaten nicht mehr erschwingen - dann müssen sie Preußen sagen: Nehmt mich hin - und die wenige Selbständigkeit hört auf. -

Von den lieben Goethes aus Jena sind auch traurige Nachrichten da. Baron Walther spuckt fortwährend Blut und ist lungenkrank. Liszt wird sich zum Winter ganz in Weimar etablieren. Jetzt war er von einem Schüler Krägens, dem jungen Leuters, so entzückt, daß er ihn kostenfrei mit nach Rom genommen. Geheimrat von Beaulieu hält im wissenschaftlichen Verein hier interessante Vorträge, besucht mich oft, liest auch bei mir und seine Frau ist sehr lieb, aber exclusiv. Sie klagen, sich einschränken zu müssen bei den vielen kleinen Kindern. Ich glaube, sie haben jetzt 8 oder 9.

Welche große Freude hat mir im Herbst der Besuch des Baron Christian Stampe und seiner schönen Frau gemacht. Sie ladeten mich freundlich ein - aber ich habe keine Kräfte mehr zum Reisen, aber Kammerherr von Badbergs reisen im Mai nach Dänemark und Schweden - und hoffen Sie noch dort zu finden. Geheimrat Carus ist wie eine Mumie, schläft keine Nacht und hat sich leider überlebt. Er empfindet einsame Zeit, das Alter und das Vorangehen der Freunde!

Mit innigem Genusse haben viele meiner Freunde die Dryade gelesen, aber müßten in den literarischen Nachrichten, wo sie angezeigt noch keine Kritik darüber gefunden.

Mit Clara Heinke bin ich in stetem Briefwechsel. Jetzt hat sie mir die Freude gemacht, Goethes Hand, deren Form wieder aufgefunden, in Gips zu schicken; - Aber meine Hand und Kopf sind müde!

Den treuesten Gruß zum Geburtstag wiederholt Ihre

Fr.Serre

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