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Brev fra Friederike Serre, f. Hammerdörfer til H.C. Andersen 5. marts 1870

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Dato: 5. marts 1870
Fra: Friederike Serre, f. Hammerdörfer   Til: H.C. Andersen
Sprog: tysk.

Heute erhielt ich zu meine Überraschung Ihren Breif aus Hannover und schon sitze ich zur Antwort bereit. So soll ich Sie nicht wiedersehen, bevor Sie das Vaterland erreichen und ich hatte mich so darauf gefreut! Sie hätten dann in einem Hotel nicht mehr wohnen müssen, doch kann ich nur wiederholen, daß ich Ihnen, vermöge meines so alten Zustandes nur Mattigkeit und Angegriffensein - wenig Unterhaltung und Geselligkeit hätte bieten können.

Schnmerzlich vermißt hätten Sie doch bei einem längeren Aufenthalt die alten treuen Freunde, die Lüttichaus, Carus und Andere und die Theaterbude hätte Sie nicht befriedigt.

Warum haben Sie nicht Weimar berührt, wo allein noch der Kunst, der Wissenschaft, dem Talente gehuldigt und der Großherzog weiß immer die Spitzen derselben um sich zu versammeln. Jetzt ist oder war Turgenew und die Viardot da. Unsere Prinzen lieben nur sich selbst, was Hausbälle, Jagd, Skat und auf dem Eise laufen. Fast niemals wird eine Notabilität eingeladen. Ebenso der König von Preußen hat nur Sinn für das Militär. Beklagen Sie nicht auch die arme Prinzessin von Wales, nach allen dem Zeitungsskandal? Das Glück ist wahrhaftig nicht auf Thronen zu suchen!

Die Anzeige von dem Tode des verehrten Baron von Maltitz, früherer russischer Gesandter in Weimar, hat mich tief ergriffen. Ich verliere auch hier einen treuen Freund, ein Haus, was mir offen stand und immer Genuß bot! Wie schwer ist das Altwerden! Nicht nur zu fühlen, wie die Kräfte täglich abnehmen, sondern ein Blatt nach dem Andern fallen zu sehen von dem Blütenbaum unserer Freundschaften!

Wiederum bin ich seit November nicht meine Treppe heruntergestiegen und brächte nicht manche interessante Persönlichkeit mir geistigen Genuß in meine Räume, ich fühlte das immer einsamer werden - doppelt Glück, daß man mit den Jahren auch Wünsche leeren wird.

Ich finde die Außerungen Leo Moltkes nicht sehr zuvorkommend. Die Gräfin schrieb an Sigwald, sie sei krank und dies verzögere ihre Herreise. Ganz unter uns gesagt, mag sie wohl viel Arger mit der Verschwendungssucht der Söhne haben und denkt sich hier etwas auszuruhen. Sie will ganz still, aber nur mich täglich sehen! -

Wie leicht ist jetzt eine Reise von Kopenhagen hierher. Fassen Sie im Sommer, wo Goethes und Heinkes bei mir sind, den Entschluß, bloß mich in Maxen auf 4 Wochen zu besuchen und keine weitere Reise daran zu schließen, sowie keine neue Länderreise gemacht - und Sie würden uns unendlich beglücken! Meinen Geburtstag denke ich in Maxen zu verleben! Ich glaubte nicht, daß Sie so schnell Paris verließen, deshalb schrieb ich nicht früher. An Herrn Collin entgegnen Sie meine Grüße. Ihre Freundin Fr. Serre

[Randnotiz:] Wann erscheint wieder in Deutsch Eines Ihrer Märchen? Das Hühnermädchen? Man soll das Ruhekenn nicht ganz von sich entwöhnen. Professor Semper war hier, baut das neue Theater, 60 Ellen weiter entfernt von der alten Stelle, in 4 Jahren fertig.

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