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Brev fra Friederike Serre, f. Hammerdörfer til H.C. Andersen 9. januar 1872

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Dato: 9. januar 1872
Fra: Friederike Serre, f. Hammerdörfer   Til: H.C. Andersen
Sprog: tysk.

Dresden 9.Januar 1872

Theurer, unvergeßlicher Freund!

Wenn auch die Brieftauben lange ihren Flug verzögern und einhalten, so fliegen doch die Gedanken treulich hin und her und kein Zweifel der Vergessenheit erfüllt das Herz!

. . . bleibt der Anteil und freudig wird jedes Liebeszeichen begrüßt. So erhielt ich Ihr dänisches Zeitungsblatt mit dem Märchen der Seeschlange. Schon lange vorher hatte die Familie von Rusløff mir davon gesprochen und gerühmt, wie reizend und geistvoll es sei.

Auch danke ich Ihnen für die Bekanntschaft des jungen Künstlers Hern Höpfner. Er brachte freilich sehr verspätet Ihren Brief, denn er kam erst vor 14 Tagen und wird nächsten Sonnabend wieder abreisen, aber er hat hier eine sehr schöne Sonate mit Cello komponiert, sie bei Raaßlöffs gespielt und wird sie Freitag in einer gewählten Gesellschaft bei mir wiederholen!

Wie viel erzählte er mir von Ihnen! Also wieder einer der höchsten Orden schmückt Ihre Brust. Eine Anerkennung ist und bleibt immer etwas Erfreuliches! Ich hörte,Sie würden nächsten Sommer in dem lieben Tirol eine Zeitlang zubringen, wo die Luft so erquickend, so verjüngend ist und man mi tjodeln möchte bei dem Gesang des hei tern Volkes und auf den hohen Bergen dem lieben Gott näher zu sein glaubt. Oh hätte ich Gesundheit, hätte ich Kräfte noch reisen zu können und wär mir die Außenwelt nicht ganz verschlossen, so habe ich nur Stunden, nur Tage von gutem Befinden und nur, wenn ich sie mir mit der höchsten Ruhe erkaufe. Schwer, schwer ist das Altwerden, zu fühlen, wie die Körperkräfte schwinden - wie die Augen den Dienst versagen - und doch der Geist und das Herz wie in einer jungen Hülle noch schlägt.

Denken Sie, neu1ich erhielt ich aus Rom einen Brief von Frau Jerichau. Sie wendet sich in einer Angelegenheit an mich, die mich in Verlegenheit setzt, nämlich die Familie Goethe hat vor 30 Jahren ein Monument der verstorbenen Tochter Alma bestellt, eine schlafende Figur in Lebensgröße Porträt. Alle Mahnungen Jerichaus, das Monument abzuholen, ja zu bezahlen, bleiben unerwidert. So soll ich Vermittlerin sein. Da ich nun Frau von Goethe krank weiß und die gedrückten traurigen Geldverhältnisse kenne, so weiß ich, welche Sorge es ihnen geben muß - und bat Frau Jerichau, sich an den Sohn Wolf, den Legationsrat direkt zu wenden. Wenn ich selten schreibe, so liegt es daran, daß ich an Entzündlichkeit der Augen leide. Sobald ich schreibe, füllen sie sich mit Tränen und schmerzen.

Ich schließe daher,Margaret grüßt -

und bleibe in Treue und alter Freundschaft

Ihre Fr.Serre

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