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Brev fra Friederike Serre, f. Hammerdörfer til H.C. Andersen 26. september 1845

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Dato: 26. september 1845
Fra: Friederike Serre, f. Hammerdörfer   Til: H.C. Andersen
Sprog: tysk.

Brief Friederike Serres

Maxen am 26.September 1845

Mein bester, verehrter Herr Andersen !

Viele Monate sind vergangen und ich habe nichts von Ihnen gehört, weder direkt durch einen Brief,noch durch die Mitteilung Anderer! Jetzt kann ich dem Verlangen nicht länger widerstehn, an Sie zu schreiben und Sie zu bitten,mir bald eine Nachricht zukommen zu lassen! Wie und wo haben Sie den Sommer verlebt, was ist wieder Herrliches aus Ihrer Feder geflossen, haben Sie noch die Absicht, diesen Winter Dresden zu besuchen und zu welcher Zeit? Gegen Weihnachten ziehen wir zur Stadt. Gräfin Hahn-Hahn hat sich hier für 6 Jahre etabliert und empfängt am Teetisch öfters ihre genauern Bekannte im engen, aber angenehmen Kreise! Welch lieber willkommner Gast wären Sie da. Dresden ist zwar sehr reich an Fremden, aber gerade nicht an poetischen, geistigen Notabilitäten durch den Landtag.

Auch ich habe mit Frau von Bardeleben eine hübsche Reise gemacht, während mein Mann in Aachen war! -Wir waren in der Oberlausitz, sahen die malerische Ruine des Oybin bei Zittau und kamen zufällig zu dem Stiftungsfest der Gemeinde nach Herrn¬hut und Niesky.Man muß ganz mit der Welt abgeschlossen haben und das Herz darf nicht mehr lebhaft pochen und leicht erregbar für Andere schlagen - um nicht in dieser Eintönigkeit und Stille vor Sehnsucht zu sterben und geistig unterzugehen!

Wir besuchten. dann den schönen Park in Muskau,der mir verwaist und schon verwilderter erschien, seit sein Schöpfer Fürst Pückler ihn verlassen - und reisten nach dem Spreewald, eine Gegend, die mir neu und unbekannt. Lange, unabsehbare Kanäle mit dunklem Wasserspiegel und seltenen Wasserpflanzen besetzt - und uralten Erlen beschattet wie Laubengänge, führen durch üppige Wiesen! Leise gleitet stundenlang der enge Kahn darauf, dahin, wie in Venedig, nur die reichen, jetzt verfallenen Paläste fehlen, die dort zur Melancholie, hier zur Heiterkeit erregen! -

Später reiste ich auch nach Coburg. Die Festlichkei ten zu Ehren der Königin Victoria anzusehen, eigentlich liebe Freunde zu finden, die gerade dieser hohe Besuch auch hingezogen!Dort lernte ich Rückert kennen, doch spricht mich seine Persönlichkeit weniger an wie seine Gedichte. Er wohnt auf einem Dorfe in einem Landhause-hatte eben mehrere dramatische Werke beendet, unter anderen Columbus, und baut und pflanzt und arbei tet in seinen Gärten.

über Gotha, wo mich die Bekanntschaft und das Atelier von Jacobs am meisten interessierte und Weimar, wo ich in Goethes Hause bei Baron von Maltitz einige angenehme Stunden verlebte, kehrte ich zurück. Denken Sie nur, daß ich dort Stellen aus Ihrem letzten Briefe an den Erbgroßherzog gelesen! Wie Sie darin beklagen, daß die Muse nur Ihre dänischen Lippen geküßt um pp--pp! Ihr Andenken klingt frisch und lebendig in den besten Tönen dort! - Ich habe mit Dahl einige Dänen in Maxen gesehen, Familie Jensen, Ole Bull. Sie erzählten mir zu wenig von Ihnen.

Herr von Ramberg malt 2 Altarbilder. Er fragte mich, ob ich nichts wüßte, was aus Ihrem Porträt geworden, was er für Sie gezeichnet und an den Buchhändler geschickt. Ich möchte Sie darum fragen! Ihre "Glücksblume" liegt tot in Hofrat Winklers Händen! Er sagte mir, er versteht nicht dänisch, um sie zu übersetzen, wüßte er nur den Sinn, so könne er sie leicht fürs Theater arrangieren. Baudissins sind in Bologne und er arbeitet jetzt zu wenig. - Wäre Busch hier, so hätte ich ihn darum gebeten. Könnte ich nur den "Mohr" von Ihnen lesen, ich möchte gar zu gern ein Stück von Ihnen hier aufgeführt sehen! -

Tina von Øhlenschläger hat wenig gefallen! - Unser lieber Kohl ist jetzt in Kopenhagen, hoffentlich sind Sie oft mit ihm zusammen. Wir erwarten mit Sehnsucht seine Rückkehr und wünschen sehr, daß er sich wieder in unsrer Nähe etablieren möge - denn sein Umgang und seine Mitteilungen sind geistiger Gewinn.

Ich habe jetzt einen Weg nach Ihrem einsamen Lärchenbaum bahnen lassen. Er grünt und gedeiht, Ich möchte ihn gern bezeichnen. Schicken Sie mir doch dafür ein kurzes Motto-Auch eine Ruhebank steht dabei! Immer muß ich an Heines schönes Gedicht "Der Kirschenbaum", dabei denken, wenn der Strum seine Zweige peitscht und er das ungebeugte Haupt desto höher in die Lüfte hebt! -

Mein Mann trägt mir das Herzlichste für Sie auf. Ich lege es Ihnen ans Herz, bald mit einem Schreiben zu erfreuen.

Ihre Ihnen ergebene

Fr.Serre


[brevfragment - kan være tilføjelse til dette brev - eller til Brev]

. . . lege ich Ihnen den von Lüttichau ans Herz. Es hat sich hier ein Verein gebildet zum Schutze der Tiere,der die Absicht hat, durch menschliches Einwirken auf die Jugend und durch Verteilen von Schriftehen zu diesem Zwecke an die Schule die Rohheit schon früh zu beseitigen, die die Wurzel ist von Grausamkeiten zu den Tieren bis später zu den Menschen sie übergeht. Wir sammeln dazu kurze Erzählungen in Form auch eines Märchens von 2-4 Seiten lang, ungefähr Sentenzen, Verse, die Warnung oder Belehrung enthalten. der Verein, dessen Sekretärin ich bin, hat mich nun veranlaßt, Sie, theuerster Herr Andersen zu ersuchen, ein Schärflein, sei es auch noch so klein, dazu zu senden.Vielleicht finden Sie unter Ihren Papieren etwas, seien es auch nur ein paar Sprüche. Sie sind ja immer zu allem Guten bereit. So bald es sein Tun kann, wäre diese Zusendung erwünscht. - Oder ob es im Dänischen nicht Sprüche, Parabeln, kleine Erzäh¬lungen und Verse gibt, die noch nicht übersetzt? Auch solche Lesefrüchte, wenn sie hier noch neu sind, sind uns willkommen. Wir könnten aber hier sie übersetzen lassen, wenn sie es uns nur senden könnten in Ihrer Sprache. Wir alle hoffen auf Sie. Der Staatsminister von Carlowitz ist unser Protektor und Doktrin,die Fasly Mirnborn von Falkenstein und Gräfin Linar.

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