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Brev fra H.C. Andersen til Carolina, Lina von Eisendecher 15. februar 1847

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Dato: 15. februar 1847
Fra: H.C. Andersen   Til: Carolina, Lina von Eisendecher
Sprog: tysk.

Kopenhagen 15 Februar 1847.

Lieber Frau von Eisendecher!

Wir sind Mitten Februar und noch nicht habe ich an Sie geschrieben, es ist ganz sonderbar, denn jeden Tag habe ich daran gedacht, aber ich bin noch immer körperlich unwohl, am schlimsten wenn die Luft feucht und neblich ist, ich fühle eine Angst, eine Unruhe, es gehen mir Wolcken durch die Seele. Ach warum haben Sie gar nicht geschrieben? Sind Sie böse? Wie geht's Tuck und Gustave? Ich schreibe eine neues Mährchen, darinn kommen die beyden Nahmen. Aus die Zeitungen sehe ich, daß Beaulieu (der Vater) ist Minister geworden. An Alexander schreibe ich bald! am wenigsten habe ich lange daran gedacht, auch an Carl Beaulieu muß ich schreiben, denn die lieben Freunde, (auch Freundinnen) in Deutschland, dencken nie daran, mich mit einem Brief zu erquicken wenn ich nicht erst schreibe, und leider ich thue es so schlecht, ich kann nicht deutsch schreiben.

Die ersten fünf Bände von der Gesammt-Ausgabe meiner Schriften, hoffe ich, als mein Gruß im neuen Jahre, sind angekommen; ein Exemplar für Sie und ein für den Großherzog; die nachfolgende zwanzig Bände, erhalten Sie glaube ich, noch in diesem Jahre. Der Großherzog ist mir so gut und gnädig gewesen, ich weiß gar nicht wie ich meinen Dank abstaten soll; der Hr Hoffrath will gütigst dem Großherzog meine Liebe und Ehrfurcht aussprechen. - Für Alexander Beaulieu und für Dr Mayer sind Exemplare der Biographie.

Die Bücher sind da? Sie, theurer Frau von Eisendecher, haben die Biographie gelesen, auch der Hrr Hofrath haben die Geschichte gefolgt, und mein ganzes Leben, mein Äuseres og [!] Inneres liegt für Ihnen offen. - Sie sind mir vieleich noch mehr gut als früher, so geht's hier in Kopenhagen; die deutsche Selbstbiographie hat mich die Freunde noch näher gebracht. Ach die Menschen sind so gut! Alle wollen mir Freude machen, ich werde eingeladen, geschmeichelt; - aber das Geselschafts- Leben greift mich an, ich bin so nerveus, so elend, aber geistig wohl, es glüht und blüht in meiner Innern! neue Mährchen habe ich geschrieben, Gedichte herausgegeben und die neue Romane geht vorwärts. Ich habe auch angefangen englische Stunden zu nehmen, denn, wenn Gott will, gehe ich im Sommer nach England, wo mann in allen Zeitungen und auch in freundlichen Briefe schreibt, daß ich noch meine größte Publicum haben soll. /

Diesen Winter bin ich erste Mahl in der Heimath auf Hofbälle eingeladen, es trift ganz, glücklich, da die Hofbälle spielen eine Rolle in die neue Romane, es ist als ob man eine Ahnung davon hätte. Beym König und Königinn, ganz allein, habe ich die Biographie gelesen, ach wie theilnehmen, wie innig und herzlich sind die hohen Herschaften, ich liebe sie; im »Corsar«, unsern »Mephistopheles« werde ich auch als Aristocrat geneckt. Heiberg kommt mir außerordenlich freundlich entgegen, Geld habe ich, was ich brauche, und alle Heuser stehen mir offen, ich bin außerordenlich glücWich, wenn ichnicht war nerveus und körperlich schwach, bisweilen dencke ich an das Sterben, vielleicht wäre das eben jetzt glücklich. /

Ach schreiben Sie doch bald, ich habe eine Gefühle davon, daß meine Persönlichkeit, bei dem letzten Besuche in Oldenburg hat den Dichter ueberschattet, Sie sind mir nicht so gut wie früher; durch die Erinnerung an Oldenburg, letzte Mahl, gehen Wolken; - Aber genug davon. Der bekannte Buchhändler Bentley in London hat mich 150 Pfund für das Manuscript meine neueste Romane, angeboten, damit die englische Uebersetzung ebenzeitig mit der deutschen und dänischen herauskommen kann. Aus Holland habe ich eine sehr schön ausgestatete holländische Uebersetzung (Der Improvisator) mit Bilder bekommen. Sagen Sie mir freundliehst wie der Großherzog haben die Gesammt Ausgabe empfangen, ich hoffe er nehmt es gnädigst, und nicht denck daran daß ich etwas haben muß, ich habe bekommen, gar zu viel! Es ist mein Danck, mein herzlichste armer Danck. Ja - daß können Sie wieder in guten Deutsch ueberzetzen. Grüßen Sie innig, den Hr Gemahl, die Kinder, Beaulieus - ja, ich glaube daran, wenn Alexander die Biographie empfangen und gelesen habe schreibe er an mich. Grüßen Sie Eltern und die Freundinn in Bremen. Leben Sie wohl und glücklich.

Ihr innig ergebener

H. C. Andersen.

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