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Brev fra Carolina, Lina von Eisendecher til H.C. Andersen 22. februar 1847

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Dato: 22. februar 1847
Fra: Carolina, Lina von Eisendecher   Til: H.C. Andersen
Sprog: tysk.

Oldenburg den 22 Februar 47.

Endlich Nachrichten von Ihnen, lieber Andersen, Sie glauben nicht wie sehnsüchtig diese erwartet wurde; ich hätte längst geschrieben, aber mir fehlte der Muth, denn ich dachte Sie hätte ten am Ende, durch die Wolken des letzten Hierseins, ganz den Blick hierher verloren. Es war mir das ein ganz unendlich trauriger Gedanke, denn Sie wissen ja [daß] wir wirklich mit dem Herzen an Ihnen hängen, und wie unendlich gerne ich Ihnen damals die unangenehmen Dinge erspart hätte. Aber nun hiervon nichts mehr, denn ich weiß ja daß Sie an uns gedacht, auch wenn Sie nicht geschrieben. Aber wie bedaure ich es daß Sie noch immer leidend sind, ich dachte die Heimathsluft sollte eine Radikale Beßerung sein, jetzt müssen Sie auf den Sommer hoffen der feuchte kalte Winter ist für alle Nervenzustände schädlich. Und denken Sie nur nicht zu viel an Ihre Gesundheit, denn die Nerven sind ein eignes Ding, selbst der Gedanke kann darauf einwirken. Zum Sommer müssen Sie nach Föhr gehn und Seebäder nehmen, das ist gewiß die beste Kur.

Ihr Brief, lieber Andersen kam am 20. Morgen hier an, aber erst heute die Bücher von Lork. Nun fange ich mit mir an, und sage Ihnen tausend Dank dafür. Ueber den Großherzog wird mein Mann Ihnen berichten. - Ihre lieben Schriftzüge begrüßte ich mit großer Freude beim aufschlagen des eleganten zierlichen Buches, aber der Inhalt ließ sich durch meine mangelhaften dänischen Kenntniße nicht enträthseln, ich werde Morgen Freund Wedderkop zu Rath ziehn. Die Kinder waren sehr erfreut ihre Namen in Ihren Worten zu finden, Tuck konnte den seinigen schon selbst lesen und war sehr stolz darauf. Ihr Bild erkannten sie aber sie sagten, daß Sie viel schöner aussähn, und der Meinung bin ich denn doch auch sehr, wer hat denn das Bild eigentlich gezeichnet. Alexander war außer sich vor Freude über Ihr Buch, er wird Ihnen mit Edmund selbst schreiben. /

Nun aber zu Ihrer Biographie, die ich so wie sie hier im Buchhandel war, gleich gelesen. Obgleich mir ja so Manches daraus durch Ihre Erzählungen schon bekannt war, so hat sie mich doch tief ergriffen und angesprochen. Wohl haben Sie recht sich ein Glückskind zu nennen, aber ich beziehe das Glück noch mehr auf Ihre innere, wie äußere Welt. Mit einem so wahren, echten tiefen kindlichen Gemüth, ist man nie eitel, in jeder Freude die Sie am Erfolg haben, liegt ein Dank gegen Gott, der Ihnen die Gaben verliehn. 0 tausend tausend Dank für dies liebe prächtige Buch, es ist das schönste Denkmal was Ihnen für die Nachwelt errichtet werden konnte. /

Ich begreife vollkommen daß Ihnen durch Ihr Lebens Märchen manche Menschen näher gekommen sind, von mir kann ich das kaum sagen, denn ich habe Sie so und nicht anders erkannt, wie ich vor 10 Jahren ohne je von Ihnen gehört zu haben, den Improvisator las. Und grade dadurch daß Ihre Briefe so ganz mit Ihrem wirklichen Sein stimmen, bekommen sie erst den höchsten Werth. Denn in wie schneidenden Contrast steht häufig der persönliche Dichter mit seinen Werken. Ihren großen Takt in der Bereicherung mancher Verhältniße und Beziehungen habe ich wahrhaft bewundert, es ist das eine seltene Gabe, die namentlich den verzogenen Kindern des Glücks, wie Sie doch mal eins sind gar häufig mangelt. /

Von ganzem Herzen freut es mich, daß Ihnen das Buch auch in der Heiniath noch Freunde gewonnen, es konnte kaum anders sein, denn trotz dem daß Sie Manches Tadelnde gegen Koppenhagen sagen fühlt man doch die tiefe Gerechtigkeit darin, fern von Haß oder Bitterkeit, wozu in Ihren früheren Lebensjahren doch wohl mancher Grund zu finden gewesen wäre. Ihr Buch an Mosen habe ich noch nicht abgeliefert, da ich es ihm gerne selbst geben wollte, wozu ich heute nicht kam. /

Das Märchen mit den Kindernahmen ist ja allerliebst, wenn es nur bald übersetzt wird. Und endlich freue ich mich auf den neuen Roman. Werden sich diesen neue Sachen später der Gesammt Ausgabe anschließen? oder ist die geschloßen mit dem Verzeichnis daß der Prospektus giebt. Ihre projektirte Reise nach England wird Ihnen gewiß Freude bringen, und jeden Tryumpf den Sie feiern, feire ich als treue Freundin mit, ich bin ordentlich stolz wenn ich höre wie Sie anerkannt werden, denn ich habe Sie doch erkannt wie man in Deutschland noch nichts von Ihnen wußte. Aber wenn Sie von England zurück. kehren, kommen Sie zu uns, wir müssen dann suchen die Wolt, ken ganz zu zertheilen, für uns waren auch keine da, aber wir empfanden sie für Sie. Stahr habe ich kaum gesehn seit Ihrem Hiersein, ich kann eine schlechte oder unbedachte Handlung vergeben, aber nie eine Falschheit und Lüge; seine Lewald Liebe ist ärger wie je.

Mayer ist in den Harz gereist, auch er war leidend. Von Jerndorf soll ich auch schönstens grüßen. Aus dem Beaulieuschen Hause habe ich ein ganzes päckchen Grüße für. Sie, Edmund sehe ich wenig, er ist wieder ganz in seiner alten Liebe befangen, zum größten Kummer der Eltern. Alexander ist liebenswürdig wie immer. Die junge Frau Beaulieu ist auch ins Bad gereist, zwei hübsche liebenswürdige Schwestern von ihr sind aber jetz hier. Alles schwärmt hier noch immer für Ihre Freundin Jeny Lind. Ganz Oldenburg war nach Bremen gewandert, nur wir konnten leider nicht da wir grade in den Tagen die Nachricht von dem Tode meines Schwiegervaters bekamen. Alles ist übrigens entzückt von ihr, auch der Großherzog, die Herzogin und die Frau v. Scharnhorst, welche zur Vorstellung der Nachtwandlerin hinüber nach Bremen waren. Alexander B. ist. bei ihr gewesen mit einem Gruß von Ihnen und sie hat ihn sehr freundlich aufgenommen und ihm ihr Bild geschenkt. /

Große Aufregung herrscht hier seit einigen Tagen über den Erlaß Ihres Königs in Betreff der Herzogthümer, man ist außer sich, und es kommen natürlich Proteste von allen Seiten. Bitte bitte lieber Freund lassen Sie bald wieder von sich hören, ich bin doch etwas in Sorge über Ihr ferneres Reisen. Spanien ist ein etwas unkultivirtes Land. Von allen Freunden hier, auch der kleinen nachbarlichen Dame, soll ich Ihnen die schönsten Grüße sagen, Alles freut sich auf die Aussicht Sie ,;; noch in diesem Jahr wieder zu sehn. Mein Mann drückt Ihnen' die Hand, er wollte einige Worte mit in den Brief schreiben, nun ist aber Alles so voll daß kein Platz mehr für ihn vorhanden. Auch die Kinderchen haben Sie noch nicht vergeßen, Sie werden sie beide recht gewachsen finden. Und nun Adieu lieber Andersen!

Es gedenkt Ihrer mit herzlicher Freundschaft

Lina von Eisendecher.

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