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Brev fra Friederike Serre, f. Hammerdörfer til H.C. Andersen 10. marts 1847

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Dato: 10. marts 1847
Fra: Friederike Serre, f. Hammerdörfer   Til: H.C. Andersen
Sprog: tysk.

Dresden, den 10ten März 1847

Mein theuerster, bester Herr Andersen !

Mit Goethe mußte ich ausrufen, als ich Ihr liebes Buch erhielt - "Vorteilhaft ist's dem Genius benieden, gibst du ihm ein Gastgeschenk, so läßt er dir ein schöneres zurück! "Ja, Sie haben uns ein schönes Denkmal in dem Märchen Ihres Lebens erbaut, und wir danken Ihnen gerührt.

Als die lieben Worte Ihrer Hand,längst ersehnt, lange erhofft, entgegentraten, brach ich in lautem Jubel aus, denn bei mehr Einsehen mußten wir uns an Ihnen glauben. Gern hätte ich freilich gewußt, wo, wie Sie diesen Winter leben, was für Pläne für den Sommer Sie haben, und ob wir uns nicht begegnen könnten. So Gott es will, reisen wir den 5.-6.April nach Frankreich ab, über Leipzig, Weimar, Frankfurt, Brüssel, halten uns nicht länger als einen Tag auf, um noch zeitig nach Paris zu kommen. Dort bleiben wir bis Mitte Mai - dann wird ein Ausflug nach London, England pp. gemacht - und im Juli, so es uns beschieden, kehren wir nach Maxen zurück! Möchten Sie doch dort wieder einen kleinen Landaufenthalt zu nehmen denken, denn ich weiß ja doch, Ihr einfacher, kindlicher Sinn fühlt sich auch in bescheidenen Räumen unter treuen Freunden wohl, wenn auch keine Fürsten Ihnen den Bachus kredenzen.

Frau von Zöllner hat, begeistert von Ihrem Bilderbuch und dem Bilde des 3ten Abends einen Roman geschrieben, der eine schöne Sentenz und viel Geistreiches enthält - und entschiedenen Beruf für die Schriftstellerei zeigt. Doch die Zänke, mit welchen sie gegen Gräfin Hahn-Hahn auftritt, auch die Meinung,daß sie viele Porträts gezeichnet, die man wieder erkennen will, seit ihr die Freunde der Gräfin H. geraubt,und ihr in mancher Beziehung geschadet. Sie gibt einen 2ten Roman jetzt aus. Eine Frau hat wohl nicht das Recht, den Stab über eine Andere zu brechen. Sie klagte mir, daß Sie ihr nicht auf die Zusendung ihres Buches geantwortet, als ich sie neulich bei dem Minister von Falkenstein begegnete.

Ein famoses Buch ist erschienen. Idoila Gräfin H.H. nennt sich der Verfasser, es heißt "Diogena" und qualifiziert Gräfin H. abermals!

Ein Buch von Luise Mühlbach, der Roman in Berlin, schilderte ... die dortigen Zustände! - Gräfin Hahn lebt viel in der großen Welt überall gefeiert, aber sagt, sie schriebe jetzt nichts, selbst keine Reisebriefe über England. -

Von Kohl,der in Interlaken diesen Winter zubringt, habe ich öfters Briefe. Auch er ist nicht gleichgültig gegen die Angriffe gegen ihn in der Allgem. Augsb. Zeitung - er schriftstellert fleißig und will mir nächstens, wie er sagt, ein neues kleines Werkchen zuschicken. Nie habe ich einen edlern und bescheidenern Menschen kennengelernt. Er ist die Stütze seiner Familie.

Diesen Sommer waren wir ruhig in Maxen. Außer dem Besuche von Geibel und Clara Wieck-Schumann und ihrem Manne, war auch der Dichter Reinick bei uns einige Zeit!Auch Gutzkow habe ich öfters gesehen. Er hat Mühe gehabt, seinen "Uriel Acosta" auf der Bühne zu erhalten, da die Königin und der Hof gegen die Tendenz des Stückes, als gute Glaubensgenossen. Es enthält viel Geistreiches, Erhabenes und interessiert das Publikum unendlich. Renes Tochter aus dem Dänischen, eine reizende, märchenhafte Idylle,gefällt auch sehr. Eduard Devrient hält bei sich Vorlesungen, von Klassischem, nicht auf dem Repertoire sich befindenden Stücken, wie weiland Tieck. Er berührt außerordentlich, wenn auch ein wenig zu dramatisch. Therese Bachmann, die Freundin Gutzkows, wird im April erwartet! Struensee von Meyerbeer mit herrlicher melodramatischer Musik von Mendelssohn hat der Musik wegen nur die Künstler befriedigt - es hat keine Theatereffekte! - Laube soll sehr unzufrieden gewesen sein, daß er nicht als Dramaturg wie Gutzkow hierher gekommen! -

Gräfin Hahn fragt immer mit Teilnahme nach Ihnen,ich sehe sie oft!

Bei Dahls und Deckens, Falkensteins geht es im alten Gleise. Fürstin Löwenstein ist in Baden,und ihr Sohn Diplomat in London und sehr von der Victoria protegiert. Herr von Ramberg schwört zu den Fahnen einer koketten und schönen Frau und ist für alles Andere tot! - Er malt größere Bilder in Öl. Graf von Vogelstein hat seinen Anfang Porträts, worunter auch das Ihrige, an unser Kupferstichkabinett verkauft!¬ Frau von Könneritz geht im Mai nach Italien, ihre Tochter ist verheiratet. Daß die Schwester von Kohl,welche Sie in Kreischa sahen, den Bruder des hiesigen Grafen Baudissin geheiratet, wissen Sie wohl.

Wäre ich doch noch so glücklich, aus Ihrer lieben Hand, bevor wir abreisen, einige Zeilen zu empfangen. Die Lind hören wir in London! -

In treuer Ergebenheit

Ihre Fr.Serre

Randnotiz:Mein Mann war diesen Winter in Wien und Berlin. Er trägt mir tausend Herzliches an Sie auf, auch Frau von Berge

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