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Brev fra H.C. Andersen til Carolina, Lina von Eisendecher 10. september 1847

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Dato: 10. september 1847
Fra: H.C. Andersen   Til: Carolina, Lina von Eisendecher
Sprog: tysk.

Leipzig 10 Sept 1847.

Liebe Frau von Eisendecher!

Was denken Sie von mir, da ich nicht geschrieben habe! ich konnte nicht; nie früher bin ich so überwältigt von das Lebenstreiben und Weben, wie in den letzten Wochen in England; ich ward eingeführt, umgeführt, vorgezeigt, - so was habe ich nie geahnt, nie getreumt, aber es war zu viel; mein Körper konnte es nicht aushalten. Die ersten Cirklen habe ich gesehen das schöne häusliche englische Leben kennengelernt; bei den bedeutensten Männer und Frauen den schönsten Empfang gefunden, ich kan es nicht aufs Papier bringen, am wenigsten in einem Brief einschließen, nur über Einen muß ich sprechen, über Dickens, der herliehe, herzliche Dickens, er , hat mich wie ein Bruder empfangen, er war der Letzte der mir vom englischen Boden Lebewohl zugeruffen hat. /

Als ich aus Schottland zurückkam bin ich nur zwei Tage in London geblieben, ich hörte aber, daß Dickens mit seiner Frau und Kinder drey englische Meilen entfernt von Ramergate lebte, wo ich mich nach Ostende einschiffen wollte; schon im Gasthaus da ich eintraf fand ich ein Einladung zum Mittag, Dickens lud mich ein; ich warf mich im Wagen! welcher herzlicher Empfangen! wir sprachen in die Nacht hinein, er ist so herzensgut wie geistreich! nächste Morgen da ich kam auf die Brücke in Ramergate um im Schiff zugehen, stand Dickens da, er war zu Fuß die drey Meilen gegangen, nur um mich leb wohl zu sagen! Das ist nur ein Zug, der letze Zug aus meinem Wunderland, ich muß beinahe England so nennen, hundert Zügen und Erinnerungen gehen mir durch die Seele, so ich fühle mich ergriffen davon.

In Edinburg kam ich mit einer Geselschaft in Heriots Hospital, wo Waisen werden erzogen, wir Allen hatten unßere Nahmen im Fremdenbuch hineingeschrieben, der Portier laß diesen und fragte ob Andersen war der Schriftsteller, und da jemann sagte ja, faltete der Alte die Hände und schaute im Entzücken den alten Herrn Hambro an, »ja«, sagte er, »so habe ich ihn wohl gedacht, die ehrwürdigen weisen Haaren, dieser milde Blick! Das ist And,ersen! « und man erklärte, ihm, ich war es. »Der junge Mann!« rufte er, »gewöhnlich sind ja solche Leute, wenn man hört von ihnen, entweder alt oder todt!« Man erzählte mich die Geschichte, ich glaubte im Anfang es war einen Spas, aber der Portier kam ganz rührend und erzählte wie er und alle die Knaben lebten in meine Mährchen hinein. Ich war beinahe zu weinen. /

Auf Loch Lomond kamen Herrn und Damen aus »Rob Roys Cave«, die jüngste, in einem Stuarts Plaid, schaute mich ganz eigen an, flüsterte zu ihrem Begleiter und dieser kam zu mir, sagte daß die junge Dame glaubte, durch ein Bild, mich zu erkennen, ob ich nicht Andersen wäre, und da sie hörte ich war es, sprang sie mir entgegen, drückte meine Hände, gab mir Blumen, Alle sahen mich an, ich war ganz verlegen, die Eltern luden mich ein - ! Und so ging es jeden Tag; meine Schriften sind beinahe mehr im Volke in England und Schottland als ich hoffen darf die sind in Deutschland. Jetzt muß ich auch arbeiten, etwas Tüchtiges leisten, Gott gebe mir Kräfte!

In Schottland wohnte ich im Hauß bei den jungen Herrn Hambro; mit ihm, Frau und Kinder, bereiste ich Schottland, das ernste poetische Land; Prinz Albert war so gnädig und hatte mich nach Loch Laggan eingeladen, da sollte ich die Königinn sehen, aber ich kam nicht da hin, ich war so angegriffen, konnte nicht und kehrte nach London und den Kontinent. Hr Hambro erzählte mir daß er früher im Hause bei Ihren Eltern in Bremen gewesen war, er bat mich sie und die fortrefliche Frau von Eisendecher zu grüßen. Hambro ist wie ein Bruder, gegen mich gewesen, er hat mich gepflegt und gefreut.

Ueber Belgien kam ich nach Weimar, der liebe Erbgroßherzog holte mich gleich ab nach Ettersburg; der letzte Tag bin ich bei Carl Beaulieus geblieben. Die Frau spricht mich sehr an, sie hat etwas weibliches Sanftes und doch Charachter, sie hat - ich weis nicht eigenlich warum, aber ich fühle es, etwas verwandtes mit Ihnen. Beaulieu begleitete mich nach der Eisenbahn, auch der Erbgroßherzog kam da und nahm Abschied; in Leipzig habe ich den oldenburger Beaulieu und Frau gesprochen. Freitag gehe ich nach Kopenhagen, ich habe ein Drang, einen Unruhe, ich muß zu Hause, muß arbeiten, ich komme diesen Herbst nicht nach Oldenburg, aber ich hoffe, wenn Sie und den lieben Herrn Hofrath mich sehen wollen, wie ich glaube, künftiges Jahr. Tausend Grüße an ihm, an die Kinder und Alle Beaulieus. Schreiben Sie nach Kopenhagen an Collin. Leben Sie wohl.

Ihre treu er ergebener

H. C. Andersen

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