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Brev fra Friederike Serre, f. Hammerdörfer til H.C. Andersen 10. juni 1848

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Dato: 10. juni 1848
Fra: Friederike Serre, f. Hammerdörfer   Til: H.C. Andersen
Sprog: tysk.

Maxen den 10. Juni 1848

Mein theuerster Herr Andersen

Seit 8 langen Monaten habe ich nichts von Ihnen gehört. Zuletzt erreichte mich von Leipzig datiert ein Brief von Emilie Smitts, von Ihrer Hand datiert. Niemand weiß von Ihnen, und mit größter Sehnsucht hoffe ich auf einige Zeilen von Ihrer Hand,nachdem Sie diesen Brief erhalten - Gott im Himmel! -

Was hat sich Alles unter dieser Zeit umgestaltet!Die Erhebung der Völker und des Menschenrechts hat sich eine Bahn gebrochen - über die der Wille Gottes schwebt. Blutige Opfer werden fallen - und Jeder zittert, der etwas zu verlieren hat, und dunkle Wolken umziehen so weit das Auge reicht den Horizont! -

Ich spreche nicht über die Politik der Zeit - wem sollte sie nicht ausschließend die Seele füllen, wer sollte nicht über die großen Welthändel sein eigenes kleines Schicksal vergessen? - Noch ist Maxen ein Friedenshafen! Unsere Untertanen sind zufrieden und lieben uns!

In der Natur, im Schatten des grünen Waldes - lernt das Herz vergessen - und Gott vertrauen! Hier entstehen die Bilder der entfernten Freunde, die Sehnsucht nach Ihnen erwacht - wir wünschen sie herbei! - Wenn ich den Lärchenbaum beobachte, dem Sie das Leben retteten, den ich als ungebrochen tief unten an den Wurzeln innen anfeuchten ließ und der jetzt gerad und schlank und gesund sein Haupt zum Himmel trägt - denke ich Ihrer und wünsche Sie herbei! - Kommen Sie bald, bald zu uns und ruhen sich hier von den Stürmen draußen aus!Wollen Sie? - bitte - bitte! - Jetzt wohnt die sonst sehr gefeierte Dichterin Fanny Tarnow bei mir auf 4 Wochen! -

Ein Prinz von Ashanti,der Sohn des Königs von der Goldküste, der in Freiberg studiert, ist viel in Maxen und Kohl, der noch durch Politik an die Stadt gefesselt ist, will Juli hinauskommen, desgleichen erwarte ich den Prinzen Saleh von Java, der Paris für einige Zeit verläßt! So fänden Sie Gesellschaft - die nicht ohne Interesse ist! Gräfin Hahn ist vernichtet von den Zeitereignissen - Sie kennen sie, wie sie Aristokratin durch und durch ist. Baron Bystram, ihr Begleiter, ist ein Greis an Leib und Geist geworden. Beide reisen jetzt von Italien kommend nach Mecklenburg! Das Theater wird der König wohl an Eduard Devrient als Privatunternehmer übergeben und Lüttichau geht ab! - Dies ist im Werke - Die Schröder-Devrient ist wieder frei. Ihr junger Mann ist mit ihrer Cousine auf und davon gegangen.

Ob diese Zeilen Sie wohl erreichen werden? Vielleicht haben Sie abermals Jenny Lind nach England begleitet - wo sie Lorbeeren und Geld anwendet! -

Gestern haben wir Ihrer mit Bewunderung gedacht. Wir lasen Ihre neuen Märchen!Besonders das "Eine Mutter" hat uns Alle zu Tränen gerührt! Wie tief und innig empfinden Sie!...

Diese Zeilen wurden eben unterbrochen. Durch den Besuch des Prinzen Johann und seiner Familie, unsere Nachbarn!

In treuer Freundschaft

Friederike Serre

[Randnotiz:] ...Ihnen ans Herz,mir bald zu antworten auf meine Anfrage.

Die nachfolgenden Passagen des Briefes sind schräg überdruckt und nicht komplett ...

er dachte Ihrer voll Teilnahme und Herzlichkeit. Schreiben Sie mir bald - und recht ausführlich Ihre Pläne für den Sommer ... Vermutlich hat sich Friederike im weiteren über den schlechten Gesundheitszustand ihres Mannes geäußert, der auch Raden Saleh, den javanischen Maler veranlaßte, von Paris zu seinem alten verehrten Mäzen Major Serre nach Maxen zu reisen.

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