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Brev fra H.C. Andersen til Carolina, Lina von Eisendecher 22. juli 1850

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Dato: 22. juli 1850
Fra: H.C. Andersen   Til: Carolina, Lina von Eisendecher
Sprog: tysk.

Glorup in Fühnen 22 Juli 1850

Liebe Frau von Eisendecher!

Gleich nach d: Empfang Ihrentheuren Brief habe ich geschrieben, aber - Monathen sind gegangen, - ich habe noch keinen Brief, keinen Gruß. Sind Sie krank? Sind Sie auf Reisen? Ach schreiben Sie doch bald. Friede klingt es durch das Land, Friede mit Deutschland, und es wird da erkannt, daß Dänemark nur sein Recht wollte, das macht mein Herz so leicht. Hier in Fühnen habe ich die Friedensbotschah empfangen, ich mußte weinen vor Freude -, ich ging in den Wald und sang aus vollem Herzen deutsche und dänische Lieder, es war wie ein festlicher Sonntag; also kann ich wieder daran denken, meine Nachbarn, meine Freunde zu besuchen; möchte nur das begonnene Friedenswerk in Gott auch in die Herzogthümer gedeihen. Ich bin gar nicht für d: Krieg geboren. Friede, Friede will ich durch die Länder singen!

Die pfingstwoche ging ich nach Sorö, und verlebte hübsche Tagen,bei dem Dichter Ingemann; dann ging ich nach Jütland nach dem malerischen Silkeborg; da ist's ganz wundervoll! es hat mit der schottischen Gegend zwischen Sterling und Lommon See ein auffalende Aehnlichkeit; da sind mächtige Adler in die große Waldeinsamkeit, und im grünen Moore sah ich hier, zum ersten Mal, pechschwarze Störche herumstolziren. Ueber Fredericia ging ich nach Fühnen, und habe mich schon 6 Wochen auf Glorup, bei dem alten Grafen Moltke aufgehalten; Uebermorgen, acht Tage gehe ich ueber Laaland und Falster nach Kopenhagen; und da erhalte ich ein Brief, so wie in die alten guten Tage, aus Oldenburg. Grüßen Sie den theuren Hr Gemal, die lieben Kinder; klein Tuck und Gustave ! bin ich auch da vergessen? Die Zeitungen sprechen so Vieles ueber eine Verbindung einmal zwischen Dänemark und das Olenburgische Haus; wie ist der Prinz Peter? - An Alexander Beaulieu in Heidelberg habe ich zweimal geschrieben, frage_ Sie im doch ob er keinen Brief erhalten hat, wie lebt er der gute Junge? Ich habe im so lieb; auch Edmund! ist er noch in die Heimath. Grüßen Sie die Freunde, innig und fest; auch bei die hohen Herschaften bringen Sie mir in gnädigst Erinnerung.

Eine kleine Geschichte - wie viel Poesie in dem Zufälligen liegt - muß ich Ihnen doch erzählen. Beim Aufhängen frischer Kränze auf Oehlenschlägers Grab, fand man einen welken Kranz, in welchen ein kleiner Sangvogel sein Nest gebaut und Eier gelegt hatte; Sein Lebensbeschreibung ist eben bei Lorck in Leipzig herausgekommen, lesen Sie doch dieses: kennen Sie Oersteds neuste Buch: »d: Geist in die Natur«; es ist ein Art Cosmos, geistreich und klar geschrieben. Ich arbeite jetzt auf meine Reisebilder in Schweden, und auf eine neue Volks-Komedie: »Fliedermütterchen«. Wie steht's in Bremen bei den Eltern? grüßen Sie doch, auch die Freundinnen da, dürfen nicht vergessen sein.

Mein Adresse ist: Kopenhagen, Amaliastraß No 155. Und nun leben Sie wohl, leben Sie glücklich, theure gute Frau von Eisendecher.

Ihr innig ergebener H. C. Andersen

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