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Brev fra Friederike Serre, f. Hammerdörfer til H.C. Andersen 15. november 1850

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Dato: 15. november 1850
Fra: Friederike Serre, f. Hammerdörfer   Til: H.C. Andersen
Sprog: tysk.

Dresden am 15. November 1850

Theurer,verehrter Freund!

Was konnte mir erwünschter kommen und erscheinen als Ihr Brief, das Neues mir brachte! Er wurde mir wie ein Gruß und Frühlingsblume nach einem langen kalten Winter. So erschien mir die Zeit wo ich nichts mehr gehört - und Sie meinen Brief unbeantwortet ließen. Wie oft wandere ich den Weg - wenn die Abendröte heraufzieht, wo der zerbrochene kleine Baum,welcher Ihnen sein neues Leben verdankt-groß und kräftig geworden und sein grünes Haupt hoch in die Lüfte trägt. Sie erinnern sich vielleicht nicht mehr der kleinen Geschichte.

Am Rande eines Felsenvorsprungs hatte der Wind den zarten jungen Stamm eines Lärchenbaumes zerbrochen dicht unten an der Wurzel, die entblößt am Ende - den Sonnenstrahlen, die gera¬de recht brennend darauf lagen, als wir vorbeigingen - preisgegeben war. Daneben stand eine starke, stolze Birke - die ihre Arme weit über das kleine Gehölz ausbreitete, über welche sie herausragte! Sie war reich genährt von der mütterlichen Erde - und hatte einen schönen Platz! - Unser Bäumchen ließ ich anbinden - etwas guten Boden auf die Wurzeln legen, gab ihm eine Stütze und befahl dem Jäger es sorgsam zu pflegen! Mein Herz hing am Gedeihen des Bäumchens! - Es gedieh und grünt - - Die Birke aber zerschmetterte ein Blitz ... und ihre verdorrten, versengten Baumäste gingen ein - ein Bild der Vergänglichkeit Alles Irdischen! Nur wer die Lärche pflegt - lebt fort. Gäbe das nicht ein Märchen mit schöner Tendenz? Verwenden Sie es! Nur in der Stadt ist Alles Prosa.Einquartierung in allen Häusern, auf den Dörfern Sorge und Angst in allen Gemütern-Furcht vor dem Krieg! Ach, spielen die Fürsten nicht mit ihren Völkern wie die Katzen mit den Mäusen? Bald erfassen sie sie - bald lassen sie los - und die Schlingen drücken - und die Angst quält. - Bis Gott Allem ein Ende stellen wird-der mit seinem Blitz den starken Birkenbaum zerscmettert,und mit seinem Son¬nenschein und Regen das schwache Lärchenbäumchen gedeihen läßt! -

Nächste Woche schon erwartet man hier den Fürstenkongreß - der über Krieg und Frieden entscheiden soll! -

Denken Sie, ich habe auch einen interessanten Stoff, der sich mir bot, veranlaßt, einen kleinen literarischen Versuch gemacht - er erscheint zu Weihnachten in einem Journal - ich werde Ihnen einige Blätter davon senden - von Ihnen Güte und Milde, Nachsicht erwartend!

Graf Moltkes,unsre geliebten Freunde aus Italien, leben diesen Winter hier! Sie ziehen sich aus der Gesellschaft zurück - schon wegen der verschiedenen politischen Ansichten - der Graf ist fanatischer Däne, auch wollen Sie Ersparnisse machen nach dem Leben in Florenz, was große Ausgaben erforderte! Die Gräfin malt viel und musiziert und sieht einige der ersten russischen Familien, die hier sich auch für den Winter etabliert - am meisten. Auch Frau von Schwanenfeld wohnt in Dresden und versammelt des Abends um sich interessante Leute. - Wird der Sommer Sie wieder uns bringen.Ach - welche Freude! -

Könnten denn Ihre fürs Theater arrangierten Märchen nicht auch hier aufgeführt werden? Wollen Sie nicht hierher zu diesem Zwecke senden - an mich, wenn Sie wollen - ich könnte mündlich mit den Intendanten darüber verhandeln! - Es muß ein wunderbares Gefühl sein - Als der Gott das Herr liehe vollendet (wie die Jungfrau spricht von Orleans) mitten in dem rauschenden Beifall der Menge zu stehen - die bewundert und sich ergötzt.

Wie freue ich mich auf Ihr neues Werk in Schweden. Ich habe schon hier in unsern ersten Buchhandlungen danach gefragt - darauf aufmerksam gemacht - damit wir es so schnell wie möglich erhalten. -

Mein Mann leidet viel an gichtischer Kopfweh und ist oft hypochondrisch zu mir seit Gott mich die volle Fähigkeit erhalten - das Schöne und Gute, was er mir beschieden - zu genießen! - Wollen Sie mein Herz recht, recht sehr erfreuen, so schreiben Sie bald wieder, von sich und Ihren Arbeiten - und Ihrem Leben, so reich, so inhaltsschwer!

Ihre ewigtreue ergebene

Fr.Serre

[Randnotiz:] Graf von Ramberg ist längst verheiratet, lebt in München mit Frau und Kind. Kohl erwarten wir täglich von der Reise von Dalmatien und Italien zurückkommend. Gerade daher, zu gleichen Zweck verreist, kam jetzt Neugebauer nach Dresden,sein Werk darüber zu vollenden.

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