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Brev fra H.C. Andersen til Friederike Serre, f. Hammerdörfer 2. september 1851

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Dato: 2. september 1851
Fra: H.C. Andersen   Til: Friederike Serre, f. Hammerdörfer
Sprog: tysk.

Glorup in Fühnen d 2 Sept: 1851.

Liebe Frau von Serre!

Ich bin in Fühnen, auf das alte Glorup, mitten in die Buchenwälder, aber herbstliche Winde, Regen und Kälte sind auch hier, schon in Hamburg begegneten wir uns, es scheint daß der schöne sommerwarme Sommer-Traum zu Ende ist; doch die Erinnerungen davon, wunderschöne Bilder des Reiselebens sind immer da, und unter diesen stehen am schönsten die Tagen in Maxen, ich weiß und wußte daß ich da wilkommen war, ich sehe alle die milde Augen die mir da begrüsten. Meine innigste Danck, theure Frau von Serre, für Ihre Freundschaft und Güte gegen mich, ich schätze beide und thue es auf das innigste, da ich weis wie edel und gut Sie und Ihr tüchticher Hr Gemal sind gegen / so viele Arme, ich weiß wieviel Gutes Sie beide im Stillen thuen. Grüßen Sie den Herrn Major, geben ihm einen herzlichen Handdruck; Grüßen Sie lincks und rechts Alle in Ihrer theuren Umgebung, und vergessen Sie nicht Fräulein Minna wie auch die Margrethe; für beide bringe ich ein Blumen-Mann, wenn die Blumen-Männer blühen und wenn wir sehen uns wieder. Wenn die geistvolle Fanny Tarnow noch in Maxen ist, sagen Sie Ihr, wie innig ich Sie schätze; ach, es ist so schön die Seele [overstr: zu sehen, wie bei die Tarnow, immer jung], frisch, jung und jung liebevoll zu sehen wie bei der Tarnow. Einen Gruß and den Herrn Pflegesohn, ich hoffe wir sehen uns einmal in Kopenhagen und daß ich da seinen Führer sein kann.

Die Reisemappe im Samet und Seide ist gar zu schön, alle künftige Blumen meines Dichterwaldes schliese ich da hin ein, als in das bedste Wartezimmer bevor sie die Reise / in der Welt antrete. -

Aus Leipzig habe ich, durch meinen Buchhändler, Ihnen, gnädige Frau, gleich ein Exemplar der "Glücksblume" zugeschickt, auch eins an Hern E. Devrient, der Mulatte ging mit als Begleiter; jetz bin ich neugierig darauf, ob die Blume oder der Mulatte [overstr: spricht] am meisten anspricht oder ob sie vielleicht gar nicht anspricht; etwas hIerüber höre ich wohl, aber wie es auch wird, bitte ich Sie, liebe Frau von Serre, meinen Danck und Gruß an Emil Devrient und S. Excellenz v. Lüttichau abzustatten. Wenn Sie den Geheimerath Carus sehen, sagen Sie ihm dann wie ich ihm schätze und lieb habe. -

Die Rückreise, bis Hamburg, war sehr schön, da, wie gesagt, fing es an mit Sturm und Regen, doch mitten in diesem, hörte ich die schönste Männerstimme, im Stadt Theater sang in die Faworitinn, der ausgezeichnete Sänger Roger aus Paris, er ist Sänger und Schauspieler zugleich, es war ein / wahrer Genuß.

Künftiger Sonabend wird Graf Moltke und die Gräfin erwartet hier auf Glorup, ich bleibe deswegen noch bis Montag, und gehe dann nach Kopenhagen, wo das Theater schon geöffnet ist und wohin ich bringe meine neuste Mährchen-Komedie: "Die Fliedermutter;" in Kopenhagen, hoffe ich, kommt einE Brief Taube aus Maxen, und wenn die Taube mein Hausnummer kennen will, dann wohne ich: Nummer 34, Nyhavn.

Leben Sie heiter, gesund und glücklich! grüßen Sie den theuren Dahl, Kohl und alle Freunde. Für immer Ihr dankbar treu

und ergebener H. C. Andersen

Tekst fra: Solveig Brunholm (microfilmscan 12,145-47)