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Brev fra Friederike Serre, f. Hammerdörfer til H.C. Andersen 17. december 1852

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Dato: 17. december 1852
Fra: Friederike Serre, f. Hammerdörfer   Til: H.C. Andersen
Sprog: tysk.

am 17. Dezember 1852

Mein theuerster Herr Andersen !

Endlich, endlich wieder ein Lebenszeichen! Endlich eine Nachricht, wo unsere Gedanken Sie aufsuchen können. Und welches schöne Zeichen Ihrer Erinnerung !Das herrliche Buch mit immer neuen reizenden Geschichten! Wüßten Sie die freudige Gabe als die Sie mir bereitet, könnten Sie in mein dankbares Herz schauen, Sie fänden einen Lohn in der Freude, welche Sie mir schufen! Aber wie ver langt es uns erst nach einem Briefe! Wo waren Sie nur den langen, langen Sommer? Ich schrieb nach Glorup zu meinen Freunden Graf Moltkes. Niemand konnte mir Auskunft geben von Ihrem Aufenthalte.

Auch ich habe einen kleinen Strauß für Sie gebunden, ein Jeder auf seine Weise.Es sind Alpenblumen, gestickt auf ein Kissen, worauf Ihr liebes Haupt ruhen soll. Aber ich kann es ja Ihnen nicht senden. Dahls und Moltkes sagen mir, es machte auf der Grenze die größten Schwierigkeiten und für Sie unabwendbare Kosten, und so muß ich meine Arbeit liegen lassen - bis Sie sich selbst . . . Ja, das wird herrlich sein! Aber auch im Winter bei bei den traulichen Abenden am Teetisch-Sie in unsern Kreisen zu sehen-welcher Genuß würde das sein! Auch in der Stadt könnten Sie bei uns wohnen, zwar im Hofe ist die kleine Wohnung,aber es sind freundliche Räume, die ich Ihnen anbieten könnte. Ich hoffte es sehr, Sie bei Ihrer Rückkehr erwarten zu können. - Es war ein Schmerz, als vorigen Sommer Ihr Brief aus Weimar kam, Sie würden nicht nach Maxen kommen und direkt über Leipzig südwärts reisen ! -

Auch ich bin ausgeflogen gewesen. Zuerst brauchte ich die Salzsolebäder, 6 Wochen lang im Bade Oehnhausen bei Minden.Von dort hol te mich mein Mann ab und wir reisten nach Paris, wo wir 14 Tage blieben. Ja, so gerade sah ich den Louis Napoleon in der kleinen Kapelle in scheinbar frommer Andacht, vielleicht schweiften seine ehrgeizigen Gedanken ganz woanders. Er hat sein Streben erreicht - nach dem 3ten Versuch ist er Kaiser der Franzosen nun! Bald werden sie und Europa seiner tragbar fühlen! - Gestern war ich bei Frau von Decken, auch sie ist entzückt über Ihre Liebesgabe! Die Anwesenheit Graf Moltkes erfüllt mich mit wahrer Freude! Wir sind fast täglich zusammen und sie bewähren sich als unwandelbar treu in ihrer Liebe für mich. So sehr sie über das kleinstädtische Wesen Dresdens klagen, so suchen sie für einen Winteraufenthalt dasselbe immer wieder auf! Elise malt jeden Morgen in ihrem Atelier und ist glücklich in ihrer Arbeit. Nächsten Sommer erwartet man Sie in Glorup und gewiß wird die Feier ihrer 25sten jährigen Verheiratung und zugleich die Einsegnung Haralds sehr feierlich - Vielleicht kommen wir auch dazu hin, denn längst sehne ich mich, den Norden kennen zu lernen und das schöne Kopenhagen! - Nun aber nur noch der Wunsch eines frohen Weihnachtsfestes, wobei ich Ihnen so gern, so gern den Baum putzte und eines glücklichen Neujahrs! -

Sie wissen,daß Madam Goldschmidt-Lind sich häuslich auf der Lüttichaustr. eingerichtet - sich in der Umgegend Dresdens anzukaufen sucht, wie eine Einsiedlerin lebt, weil ihr unbedeutender Mann keine Einladungen annimmt bis jetzt, und ... glänzend Empfang.

[Randnotiz:] Doch hat Jenny Lind versprochen, im Theater in einem Konzert für die Armen zu singen.

Noch tausend, tausend Dank für die Büste und Handschriften! -

Mit dem treuesten Gruß

Ihre Fr.Serre

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