H.C. Andersen-centret ved Syddansk Universitet. Hjemmesiden er en base for forskning, tekster og information om og af H.C. Andersen. Man kan finde materialer om (nøgleordene) eventyr, forfatter, litteratur, børnelitteratur, børnebøger, undervisning, studie, Victor Borge, HC Andersen, H. C. Andersen, liv, værk, tidstavle og biografi, citater, drømme, FAQ, oversættelse, bibliografi, anmeldelser, quiz, børnetegninger, 2005 og manuskripter
The Hans Christian Andersen Center

Brev fra Friederike Serre, f. Hammerdörfer til H.C. Andersen 6. oktober 1853

Hop forbi menu og nyheder

Dato: 6. oktober 1853
Fra: Friederike Serre, f. Hammerdörfer   Til: H.C. Andersen
Sprog: tysk.

Maxen den 6.0ktober 1853

Mein theuerster Herr Andersen!

Seit die Cholera in Jütland haust,hat sie den Norden mehr nachgezogen - und wir nicht wissen, wo Sie jetzt verwei1en,haben wir keine Ruhe! -

In Stockholm starb der Konsul Schutt, ein lieber Bekannter, der erst von Hamburg dahin versetzt - in Christiania wohnt Professor Dahls Tochter. Er zittert für sie! -

Warum reisen Sie nicht fort - warum kommen Sie nicht nach Dresden - zu uns? Wollen Sie nicht einmal einen Winteraufenthalt in Dresden nehmen?

Sie haben mir nicht geantwortet auf meinen Brief nach Silkeborg - Haben Sie ihn erhalten, ich erfragte eine andere Adresse! Die Entfernung Graf Moltkes wird mir eine schmerzliche Leere verursachen, auch Frau von Schwanenfeld geht nach Rom, Herr Professor von Vogelstein siedelt über nach München zu seinem Sohn, der dort heiratet. Er war ein liebenswürdiger Freund und Gesellschafter. Frau von Decken beklagt den Tod der alten Oberst Hofm.von Tümpling!

Es gibt, viel Herzweh hier wieder. Vor 8 Tagen wurde "Ponz u. Philipp" aufgeführt, Gutzkows neues Drama. Sicher reich ausgestaltet - der Applaus schien mehr der Aufführung als dem Stück zu gelten. Wie unbegreiflich schwer ist es doch, für die Bühne zu schreiben. In bin begierig auf Oskar von Redwitz "Sige1inde", die er uns so wundervoll vorgelesen und mit welcher er von Neuen den Samen des Glaubens, aber nach seiner katholischen Weise auszustreuen denkt - es hat mündlich viel Schönes.

Ich sehne mich sehr nach einer Nachricht von Ihnen!

Gott möge Sie doch behüten. Eine Zeitungsannonce hat uns erschreckt!

In Treue Ihre

Fr.Serre

[Randnotiz:] Jenny Goldschmidt-Lind ist selig in ihrem Söhnchen und wohnt Außere Pirnaische Gasse, am Schlage, über Graf Baudissins Etage. Sie will mit Konzertmeister Schubert zum Winter 6 musikalische Soireen geben, so hörte ich.

Sie wissen, wenn es Ihnen genügt, daß unser Haus Ihnen zum Wohnen offen.

Mit tausend tausend Freuden

Tekst fra: Se tilknyttet bibliografipost