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Brev fra Friederike Serre, f. Hammerdörfer til H.C. Andersen 1. december 1853

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Dato: 1. december 1853
Fra: Friederike Serre, f. Hammerdörfer   Til: H.C. Andersen
Sprog: tysk.

Am 1. Dezember Dresden 1853

Mein theuerster Herr Andersen !

Ihre Briefe sind meine größte Herzensfreude.Wüßten Sie nur, welche glücklichen Stunden Sie mir durch sie bereiten. Tausend innigen Dank für das kostbare und teure Geschenk Ihrer Werke, welches Sie mir zugedacht !Gewiß will mir der Verleger eine Weihnachtsfreude dadurch bereiten, weshalb er die Sendung ver¬zögert, denn sie sind noch nicht in meinen Händen! -

Gestern ist Sigwald Dahl abgereist mit dem Sohn von Carus! Sigwald geht mit ihm bis Livorno,wo er bei Baron Stampes einige Tage bleibt - und dann nach Florenz, wo Graf Moltkes eintreffen wollen Mitte Dezember, da sie sich jetzt noch in Paris befinden, und Carus, erwählt als Hofmedicus und Begleiter des Prinzen Georg nach Italien, Frankreich pp. für 7 Monate trifft den Prinzen in Turin! -

Da ich glaube, es hat Interesse für Sie, eingedenk der teuren Freundin, sende ich Ihnen das Programm von Jenny Goldschmidts Soiree. Leider sind doch alle Urteile übereinstimmend, daß ihre Stimme sehr verloren haben soll. Es macht gewiß, daß sie jetzt ihr Söhnchen Walther stillt - Sie ist ganz Mutter und Hausfrau, beschränkt sich auf einen ganz kleinen häuslichen Kreis und hat durch unfreundliches Abwenden von Bekanntschaften manche sich abgewendet. In ihren Räumen soll nsie aber die Liebenswürdigkeit selbst sein. Goldschmidt spielt sehr korrekt, mit Geschmack und Künstlerschaft - doch er hat wenig Ton, und man findet einige Klavier-Soireen etwas monoton! -

Kennen sie den &Häuslichen Herd',eine Zeitschrift von Gutzkow? Schon lange wollte ich Ihnen den 1. Jahrgang schicken, weil alle hiesigen und jetzt in Deutschland bekannten deutschen Schriftsteller daran arbeiten und Aufsätze liefern -wüßte ich nur, ob Sie ihn nicht haben und ob er Sie interessiert? -

Ach,wie schön wäre es, wann Sie im Winter, vielleicht im März, Februar nach Dresden kämen. Sie könnten bei uns absteigen und wohnen, wenn Sie vorlieb nähmen und würden auf Händen getragen werden am Hofe und in der 1. Gesellschaft. Ist es denn nicht möglich? Im Hofe sind die Stuben der Frau von Berge, die sie Ihnen so gern einräumt!

Kommen Sie doch im Februar! Sie würden sich schon gefallen und wie gern würde ich schwesterlich für alle kleinen materiellen Bedürfnisse und womöglich auch geistige, so viel in meinen Kräften!

Jetzt erscheint ein Werk von Bibliothekar Klemm hier &Die Frauen'. Schilderungen ihrer Kulturgeschichte pp.

Ach,der arme Falkenstein - seine Ausgänge! Er lebt auf dem Sonnenstein und seines Geistes Licht ist umflort, und er ist fast kindisch.

Kohl arbeitet diesen Winter in Boston auf der Bibliothek und will dort nach Neujahr Vorlesungen halten über sein Werk über Amerika! -

Ich fürchte nur, er verliert sich in das Weitläufige dabei wieder zu sehr! -

Wollen wir uns nicht 1855 im Mai in Paris ein Rendesvouz geben, wo die weltberühmte, Londoner überstrahlende Ausstellung stattfinden wird! Jetzt würden Häuser für Fremde dazu schon gebaut, in denen schon alle Quartiere bestellt sind! Nun aber genug! Bedenken Sie, daß ein Brief von Ihnen mir immer einen Festtag bereitet.

Alle meine Umgebungen wollen Ihnen empfohlen sein.

Ihre Fr.Serre

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