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Brev fra Friederike Serre, f. Hammerdörfer til H.C. Andersen 11. april 1854

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Dato: 11. april 1854
Fra: Friederike Serre, f. Hammerdörfer   Til: H.C. Andersen
Sprog: tysk.

Dresden am 11./12.Apri1 1854

Theuerster Freund!

Sie fühlen, wie die Nachricht, Sie Mitte Mai hier erwarten zu dürfen, mich mit wahrem Jubel erfüllte! So wird wieder unser Herzenswunsch erreicht und wie dankbar sind wir Ihnen für den Herzens- und Geistesgenuß, welchen Ihre Gegenwart uns bringen wird. Bringen Sie ja mit, wen Sie wollen, ein Jeder wird herzlich willkommen sein und sparen Sie nur nicht; allzusehr die zeit uns zu, wo Sie bleiben. - Jetzt sind wir mit Gutzkow-Auerbach näher bekannt und können Ihnen alle die geistreichen Männer einladen,die Ihnen gerade angenehm zu treffen sind! -

Es ist heute der 12te Tag, daß ich kaum auf dem Wege der Besserung bin von einer lebensgefährlichen Krankheit Lungenentzündung, die mich mit aller Heftigkeit überfallen. Ich darf einige Stunden im Bette aufsitzen und mich etwas beschäftigen, nur nicht sprechen, und es sollen Ihnen die ersten Augenblicke des neugeschenkten Lebens gewidmet sein.

Wir hatten groBe Festlichkeiten zum 28ten April, meinem Geburtstage,wo Carls Polterabend sein sollte, aber der Arzt verlangt noch lange Ruhe und Schonung meiner armen Lunge, - und so soll nur en famille diese Tage vergehen! Doch kommt Graf von Abbadic aus Paris und noch einige Freunde hierher, die uns innig befreundet. Ach, hätten wir Sie doch hier in diesen Tagen! - Den 1. Mai soll die Trauung erst in der Katholischen Kirche Clementines, dann in der reformierten, unsrer Kirche, sein. Dann nach einem Diner fahren die jungen Leute auf ihr Gut! -

Es wäre herrlich, wenn wir Sie dabei hätten. Ich bitte nur vorher zu schreiben, wenn Sie kommen, damit Sie hübsch bei absteigen und wenn es Ihnen nicht zu sehr geniert, wohnen können! -

Ich hatte die Freude, den aller liebsten jungen Baron Christian Stampe bei mir eintreten zu sehen, der nach Wien ging und einen Mittag bei mir dinierte. Auch Baron von Klesheim, der Verfasser des Schwarzblatt l pp.pp. Gedichte im österreichischen Dialekt, so unio - so gemütvoll, war bei uns und er hat sich mit Musik einiges vorgetragen. Leider wurde ich darüber krank und 14 Tage ist meine Tür bereits verschlossen! -

Den 20 sten April erwarten wir hier Graf Moltke,der bis zum 24 sten bleibt. Die Gräfin geht mit ihrer Tochter in ein italienisches Bad bei Venedig. Sie werden sie dort finden. Leider sollten sie mit dem Enkelchen ein großes Unglück haben, was ganz mißgestaltet zur Welt gekommen. Natürlich erwähnen sie selbst nichts davon und verheimlichen es, auch weiß es doch die Welt. Sigwald Dahl begleitet die Gräfin bis Wien - doch der alte Dahl ist sehr elend und wünscht seinen Sohn sehnlichst zurück.

Jetzt ist meine Hand müde! Tausend Grüße von allen meinen Umgebungen; Mit Freude und Sehnsucht erwartet Sie

Ihre Fr.Serre

[Randnotiz:] Bitte schreiben Sie unser! Ist der 2te Teil von Thorvaldsens Leben heraus?

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