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Brev fra Friederike Serre, f. Hammerdörfer til H.C. Andersen 12. juni 1854

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Dato: 12. juni 1854
Fra: Friederike Serre, f. Hammerdörfer   Til: H.C. Andersen
Sprog: tysk.

Am l2.Juni 1854

Theuerster Freund!

Gern hätte ich Ihnen schon früher geantwortet auf Ihre Lieben Zeilen aus Wien. Wann ich nicht gewußt, daß mein Brief liegen geblieben wäre, da Sie nach meiner Berechnung jetzt erst nach München kommen. So hoffe ich, daß wenigstens diese Zeilen Sie nicht verfehlen!

Ihr Besuch brachte wiederum Sonnenschein in unser Haus und Alles freut sich Ihres Hierseins! Der Strauch, den Sie gepflanzt, gedeiht. - Die grünen Blätter am Lärchenbaum vor den Farnen sprießen - denn Gottes Hand liegt segnend über Sie! - Hier ein Brief von Julie Burrow. Sie hat eine Art Verwandtschaft zwischen meinen Mann und den ihrigen aufgefunden. Sicher ist, daß bei ihres Mannes Onkel Serre 3 Jahre als Knabe in Pension war - und Bromberg sein Geburtsort ist. Die Persönlichkeit, welche sie von sich, Ihnen schildert, ist so natürlich beschrieben, daß man sie vor sich sieht - doch ihr heiterer Humor spricht sich in Keinen ihrer Geschichten aus, überall ergreifende oft schreckvolle Lebensbilder. - Wir haben Trauer. Unser Neffe, der Oberstleutnant von Thiesenhausen welcher 3 Jahre an einer schmerzvollen Krankheit litt - ist gestorben. Er hinterläßt eine tiefbetrübte junge Witwe von 26 Jahren, 2 liebe Knaben und eine Familie, die den treuesten, edelsten Freund an ihm verloren! Sie können denken, daß es uns Alle schmerzlich ergriffen! -

Fanny Tarnow, sehr zufrieden mit ihrer Kur in Teplitz, kommt den 30sten dieses Monats wieder für 14 Tage, auch wohl 4 Wochen auf Maxen. Nela ist mit vielen Tränen abgereist und hat mir noch tausend Herzliches an Sie beide aufgetragen!-

Graf Moltke ist vorige Woche durch Dresden gereist, hat abermals für den Winter seine Wohnung hier gemietet und geht nach Wien, seine Frau und Tochter nach Ems zu bringen.

Amely Bölte,die recht hübsche Aufsätze in den Hamburger Jahreszeiten schreibt -auch über Sie gesprochen, sagte mir, Herr Brockmann halte die Kunstfotografie von Ihnen für das Beste, verwahrt und aufgenommen, ungeachtet alles Bemühens kann ich sie nicht zur Anschauung erhalten: -

Die 2 Hemden von Herrn Drewsen habe ich nach Leipzig an den Buchhändler Lorck restante gesendet! - Wie schade, daß er nicht nach Dresden kommt auf einige Tage bei seiner Rückkehr! Ungeachtet alles Zuredens in Briefen habe ich doch die Einladung nach Nisoe für dieses Jahr abgelehnt. Es würde mir keine Freude machen -wüßte ich Sie und Graf Moltke nicht in Dänemark! -

Wie viele Freude mag Ihnen das Zusammentreffen mit Jenny Lind bereitet haben! Sie wird zum Winter wohl wieder nach Dresden kommen; denn sie hat sich sehr komfortabel hier eingerichtet! Was werden Sie alles Interessantes wieder auf Ihrer Reise erlebt haben - wie gerne lauschte ich Ihren Erzählungen danrüber! - Nun noch die wärmsten Grüße von meinen Mann und allen Hausgenossen und die Bitte, mir von Weimar wieder paar schriftliche Worte zu senden!

In treuer Ergebenheit

Ihre Fr. Serre

[Randnotiz:] Wir hoffen, Sie sicher bei Ihrer Durchreise wieder zu sehen - und daß Sie uns einige Tage Ihren Besuch schenken!

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