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Brev fra Friederike Serre, f. Hammerdörfer til H.C. Andersen 24. august 1854

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Dato: 24. august 1854
Fra: Friederike Serre, f. Hammerdörfer   Til: H.C. Andersen
Sprog: tysk.

Bad Kösen bei Weimar am 24 sten August 1854

Mein thearer,verehrter Freund!

Längst hätte ich schon Ihren lieben letzten Brief aus Kopenhagen beantwortet -wenn ich nicht durch vieles Wesen im Hause und meiner bevorstehenden Badreise von jeder Musestunde abgehalten worden wäre! - Aber immer plaudere ich in Gedanken mit Ihnen, immer beschäftigt sich mein Geist mit dem lieben, so warm verehrten Freund und es ist mir ein wahres Herzensentzücken, von Ihnen sprechen zu können! - Leider bin ich unnwohl, leide an fortwährender Heiserkeit und Husten und Beschwerde beim Atemholen, weshalb mich die Arzte hierher gesc11ickt.Aus Weimar fand ich einen alten Bekannten, Kammerherr von P1ötz und seine Frau,welche ich viel sehe! Das traurige und schreckliche Ereignis des Todes unseres geliebten Königs wird auch in Kopenhagen große Teilnahme erregt haben! Sie kannten ihn ja persönlich, wie lieb und gut er war. Gewiß ist sein Bruder König Johann jetzt der befähigste Monarch unsrer Zeit, längst hat er sich um die Staatsangelegenheiten bekümmert und auf den Landtagen sein Interesse und seine Beredsamkeit entwickelt - er wird den Ministern mehr zu schaffen machen als der Hochselige! -

Rührend waren bei seinem Leichenzuge die Beweise der des Volkes für ihn! Freiwillig legte alles Trauer an begegnet nur schwarzen Gestal ten. Die arme verwitwete Sie lebten in so glücklicher Ehe! -

Baronesse Stampe war so lieb,mich so recht dringend nach Nisoe einzuladen. Leider war es unmöglich für mich hinzukommen. Der Tod meines Neffen, Oberstleutnant von Feisenkamm, hatte meine Familie in tiefe Trauer versetzt. Sie kamen nach Maxen sich zu erholen. Da konnte ich nicht fort - auch Fanny Tarnow, die recht contract geworden, war 5 Wochen bei mir, und nun mußte ich nach Kösen, weil die Arzte für diesen entzündlichen Zustand der Luftröhre fürchten!

Bitte grüßen Sie sie herzlichst und wie innig ich ihre Güte anerkenne: - Erzählen Sie der Baronin,daß ich die Hoffnung hätte, im Februar Gunstmann sein zu können! -

Von Kohl habe ich aus London Briefe. Er wird noch in Paris im Herbst Studien für sein Werk &Columbus' und vielleicht den Winter, dort zubringen.

Gräfin Moltke und Bertha sah ich bei ihrer Durchreise nach Ems. Bertha sah durchsichtig, ihr Teint wie Wachs. Das Bad soll ihr gut getan haben! Die Gräfin wollte den September in Dresden zubringen und war ungewiß, ob hier oder in Paris den Winter! Constanze Jacobi ist auch in Ems, aber nicht mit der Gräfin - welche nicht sehr disponiert schien, sie wieder zu sich zu nehmen. Sie ist leicht zur Eifersucht geneigt (unter uns gesprochen) und der Glanz von lebhaften Verehrern des Schönen und des Talents! -

Welche Schmerzen hat Ihnen der Skorpion gemacht! - Ich kenne solche Begebenheiten aus eigener Erfahrung! -

Welch königliche Auszeichnung wieder wurde Ihnen in München. Ich wollte, ich wäre eine Königin! Wie würde ich Andersen die Hand reichen! Wer verdiente es mehr, durch Talent und kindliche Liebenswürdigkeit? -

Hat nun Ihr junger Freund Drewsen die 2 Hemden erhalten, die ich nach Leipzig an Ihren Buchhändler geschickt? Auch ihn grüßen Sie herzlichst von mir. - Soeben hat mir unser Bibliothekar, Hofrat Klemm, den 1ten Teil von seinem klerke "Cultur-Geschichte der Frauen" zugeschickt, was wohl interessant sein kann. Ich abonnierte darauf. Neugebauer, den Sie bei uns kennenlernten ,schickte mir sein Buch überr die Moldau und Woldemar übersetzt nach Demidoff! -

[Randnotizen:] Was schreiben Sie jetzt - Erinnerungen aus Ihrer letzten Reise - über Tirol und München? Bis Ende September bleibe ich hier! - Nun noch die Bitte, mich bald, bald mit einem lieben Schreiben zu beglücken! -

Fr.Serre

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