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Brev fra Friederike Serre, f. Hammerdörfer til H.C. Andersen 10. september 1855

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Dato: 10. september 1855
Fra: Friederike Serre, f. Hammerdörfer   Til: H.C. Andersen
Sprog: tysk.

Kösen bei Weimar 10 [August fejlskrift for:] September 1855

Theuerster Freund!

Seit Tagen,ja Wochen schreibe ich Ihnen in Gedanken und nehme nicht die Feder, weil ich nicht weiß, wohin diese Zeilen adressieren - Ein rascher Entschluß führte mich nach Paris mit den ich mitnahm, weil ich es für ihn so nützlich Stufe der Malerei in allen Ländern ein Zeitbild und Albertine von Wolfersdorf schloß sich an! -

Wir kamen den l2. August in Paris an, blieben 14 Tage, sahen den Einzug der Königin von England - ihr Verweilen am Sarge Napoleons des 1sten (Was sie wohl dabei empfunden?), besuchten die Ausstellung mit ihren wunderbaren Reichtümern täglich, suchten alle neuen Veränderungen auf, die erstaunenswert und unglaublich sind - und kehrten reich an Erlebten und Geschauten totmüde in die Heimat zurück. Wie voll ist meine Seele und bedürfte des Aussprechens - was wohl der Feder unmöglich ist! -

Hier angekommen - fand ich Ihre lieben Zeilen aus Wildbad - das war nämlich die 1sten Tage dieses Monats. - Sie sagten,nach Zürich könnte ich porte restante schreiben - und gegen Ende des September würden Sie vielleicht über Dresden und Maxen zurück nach Kopenhagen.

Wohin, wohin also diesen Brief richten? Und doch möchte ich Ihnen sagen, daß Sie sich nicht fürchten sollen, wenn Sie in den Zeitungen lesen, in Dresden herrsche die Cholera!. Sie ist durchaus nicht epidemisch hier, so versicherte mir Geheimrat Carus! - und nur bis 6 Cholera ähnliche Fälle sind in Dresden vorgekommen, die durch Obst und Gurken essen und Magenerkältung zugezogen waren. In Hamburg aber und in Halle soll sie wirklich herrschen.

Denken Sie, In Frankfurt und auf einigen Stationen reiste der Herzog von Weimar mit uns - ich dachte Ihrer so viel, als ich ihn sah! Wie lieb ist es von Vogelstein, meiner freundlich zu Ihnen zu denken und Ihnen selbst die Zeichnung, die als seine Arbeit Wert hat - zu geben. Ich freue mich darüber! -

Da fällt mir ein, meine Bekannten alle, denen ich den Inhalt meines letzten Billetts in Dresden an Sie mitgeteilt, was Ihnen mein Mann überbracht, tadelten mich darum darüber, ich sollte Ihnen ja schreiben, wenn Sie mir die Ehre antun würden, den 2ten Band des Märchens meinen oder unsern Namen zu erwähnen, nichts abzuändern, sondern ihn mir in dem 1ten Teil zu nennen - die Abänderung würde nur auffallen, also haben Sie noch nichts dem Verlag darum geschrieben-so unterlassen Sie es - und ändern nicht ab! -

Wie gerne möchte ich die Zeichnung von dem Engel Ihres Märchens von Kaulbach sehen, ich hoffte, es wird Gelegenheit geben. In Paris habe ich die Ristori im italienischen Drama gesehen, die gänzlich die Rachel verdrängt. Es ist gewiß, sie ist anmutiger und weiblicher und ein großes Ta1ent, doch unsere Bayer gefällt mir als Maria Stuart bessert - Jeden Sommer kommt sie mit ihrem italienischen Trupp auf 3 Monate nach Paris, wo man sie jetzt vergöttert.

Des Herzog von Coburg und Ogna(?) Konzert gab man nicht bei der Anwesenheit seiner Schwägerin. Es heißt Im Manibeur, das Publikum würde zu zerstreut und abgezogen sein, des hohen Herrn musikalisches Meisterwerk zu genießen. Man schübe es für später auf! Eigentlich soll sie in den Praltan(?) Fiasko gemacht haben! -

Habe ich Ihnen schon geschrieben, daß Frau Burrow nächstes Jahr eine Reise nach Wien, Dresden, Sag an und Münster macht, um an Ort und Stelle Stoff zu sammeln für ihren historischen großen Roman &Johannes Kepler'?

Eine Truppe spanischer Sänger hat in Dresden Furore gemacht! - Wieder auf Paris zu kommen, ich war oft unter dem Volksgedränge, aber nie habe ich lauten Enthusiasmus vernommen, wenn die Königin an Napoleon des 3.Sarg vorüberfuhr!

Einen Teil der Reise fuhren wir mit dem Baron von Wedel und seiner Familie, dessen Vater Vizekönig oder Statthalter von Bourgon war.

Möchte ein guter Stern uns bald ein Wiedersehen geben!

In treuer Ergebenheit Ihre

Fr.Serre

[Randnotiz:] Ich denke, den 25-26 frühestens in Dresden zurück zu sein. Ich fühlte mich so angegriffen, als ich zurückkam, daß ich gleich zum Arzt mußte, um durch Luft und Bäder und Stilleben mich zu erholen. Von Kohl habe ich aus New Yorck einen Brief. Er kehrt am Ende 1856 wieder.

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