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Brev fra Friederike Serre, f. Hammerdörfer til H.C. Andersen 2. februar 1856

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Dato: 2. februar 1856
Fra: Friederike Serre, f. Hammerdörfer   Til: H.C. Andersen
Sprog: tysk.

Dresden den 2. Feb. 1856

Mein teuerster Freund!

Zuerst tausend herzlichen Dank, fÜr die Übersendung des interessanten Musikstückes, was Krägen und die Ricciusse sehr als originell und gewiß reich erfreute! Denn für &Der König träumt' Die Vision muß reizend sein - Mit Sachverständigen sprach ich darüber, die es anerkannten, nur glaubt man, daß das Sujet im Auslande weniger Interesse und Anklang finden könnte, als wie im Eigentum des Volkes ist, und seine Begebenheit im Lande! Jetzt auch ist Alles zerstört! - Denken Sie, gestern früh, - wohl und gesund, nimmt Frau von Lüttichau ein Molkenbad - und da sie ungewöhnlich lange still bleibt, öffnet die Kammerjungfer die Tür - und findet sie - tot! Ein Gehirnschlag hatte ihrem schönen Leben, welches ein Segen fÜr die ihrigen und alle ihren Freunden war - ein schnelles Ende gemacht! - Sie kannten diese edle Seele! Sie wissen wie viel sie mir war - und ganz trostlos gehe ich umher, und kann den Gedanken nicht fassen!

Noch den Tag vorher schrieb sie mir ein liebes Billet, und zu heute Abend war bei mir eine kleine Lectüre bestimmt, wo Carus ein Gedicht &Die Schlangen' von Grimm - und Professor Hettner Über die griechische und über die goethische Iphigene etwas vortragen wollte, worauf sich Frau Lüttichau sehr gefreut. Obgleich sie Nirgends eine Einladung annimmt und ausgeht, so machte sie bei mir eine Ausnahme. Als ich 6 Wochen jetzt so krank und in immerwährenden Schmerzen lag - fand sie immer Zeit nach mir zu fragen - und ½ Stündchen bei mir zu sitzen.

Carus, ihr treuester Freund - ist ganz vernichtet über ihren Verlust - die ganze Stadt trauert. Verzeihen Sie, mein bester Herr Andersen, wenn ich heute nicht mehr schreiben kann, mein Herz ist zu voll Trauer, meine Augen voll Tränen.

Sagen Sie der Baronesse Stampe, wie glücklich mich die Sendung von Thorvaldsens Hände und Maske gemacht, und wie ich ihr bald schreiben würde. Heute bin ich keines andren Gedankens fähig! Sie werden das begreifen, eingedenk der Besuche, die wir ihr in dem schönen Pillnitz gemacht.

Noch immer darf ich das Zimmer nicht verlassen, zerstört sind alle meine Pläne für Geselligkeit. Nun ist mein Mut gebrochen, und ich sehne mich nach milder Luft, die mir das Umziehen nach Maxen möglich macht.

Leben Sie wohl und froh

Fr.Serre

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