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Brev fra Friederike Serre, f. Hammerdörfer til H.C. Andersen 6. maj 1856

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Dato: 6. maj 1856
Fra: Friederike Serre, f. Hammerdörfer   Til: H.C. Andersen
Sprog: tysk.

Maxen den 6.Mai 1856

Theuerster Freund!

Täglich korrespondiere ich mit Ihnen in Gedanken und wünsche und sehne Sie herbei. Denn Alles blüht und grünt - bald auch blüht der Holunder und zum Pfingstfest haben sich viele Bekannte angekündigt. Aber recht heimisch bin ich noch nicht hier geworden.

Wir begleiteten nämlich Frau von Berge nach Berlin, welche der berühmte Gräfe am Grauen Star operieren wollte, und zu dieser Zeit sie bestellt. Schon waren ihre Zimmer in der Klinik genommen - da erklärte er - vor dem Herbst wäre eine Operation unmöglich, sie müsse erst auf beiden Augen erblinden! Eine schlimme und traurige nächste Zukunft!

Gerade an meinem Geburtstag, dem 28 sten April, saßen wir von Mittag 12 Uhr bis ½ 4 in der Klinik,in dem Operationssaale und warteten auf seinen Ausspruch, unter den stöhnenden und ächzenden Kranken. Da meine Familie noch in tiefer Trauer ist - so war auch für mich keine Zeit zu Vergnügungen und darum kehrten wir den 4. Tag nach Dresden zurück - wo ich 27 liebe Briefe zu beantworten vorfand. -Daher Verzeihung, wenn ich später als ich gedacht, antworte.

Auch lag der Harald Moltke, aus Paris nach Wien durchreisend, an Unterleibsentzündung gefährlich krank und es war uns ein Trost, ihm diese 8 Tage zur Seite stehen zu können.

Nun ist er nach Wien fort, bat mich aber dringend, dem Papa nichts davon zu schreiben, da er seiner Unvorsichtigkeit diese Krankheit verdankte! Graf Mo1tke schrieb mir, er hätte sie bei einer Cousine auf dem Lande gefunden!

Nun aber, bitte erfreuen Sie uns bald mit Mitteilungen Ihrer Sommerpläne! Im Anfang Juni kommen 2 sehr musikalische junge Damen nach Maxen, Anfang Juli - Julie Burrow auf 8 Tage. -

Bis Anfang August bleibe ich in Maxen, da mein Mann mich gern zu seinem Geburtstag hier hat, den er gern heiter begeht.

Ihr Zimmer ist immer bereit. Unser Herz schlägt Ihnen entgegen. Der Frühling öffnet Ihnen auch hier seine Arme, Ihre Sidonia japonica blüht - die kleine Eiche fängt an zu knospen. Auch der Lärchenbaum über dem Rosenkranz erhebt sein grünendes Haupt. Alles ruft den teuren Freund.-

Somit erwarte ich Nachricht! - Tausend Herzliches von meinem Mann, Minna, Margaret und Ihrer treuergebenen

Fr.Serre

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