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Brev fra Friederike Serre, f. Hammerdörfer til H.C. Andersen 1. november 1856

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Dato: 1. november 1856
Fra: Friederike Serre, f. Hammerdörfer   Til: H.C. Andersen
Sprog: tysk.

Dresden den 1. November 1856

Theuerster verehrter Freund!

Wie herzlich haben wir uns über Ihren letzten Brief gefreut, der endlich von Ihrer besseren Gesundheit und erneuten Lebens- und Geistesfrische sprach, die Sie vor Allem zum Schaffen und Vollenden neuer und schöner Werke tätig und fähig macht! - Der neue Roman wird von tiefem und zugleich erhebendem Stoffe sein und gewiß einen großen Eindruck auf die Menschen machen! -

Von Regisseur Dittmars soll ich Ihnen sagen, daß der Theatermusiker G.Fischer Ihren Birnbaum in Musik gesetzt und an Weihnachten noch zur Aufführung kommen würde. Jetzt ist alles Theatralische und Musikalische beschäftigt mit der Hochzeitsangelegenheit, die den 13ten November und dem 24ten, die 2. Vermählung vor sich gehen wird. Man führt abends Iphigenie von Gluck mit einem Prolog von Pabst auf - nachdem früh die Trauung und Mittag Bankett war - und den 24ten Oberon, zur 2. Trauung der Prinzessin Anna.

Unser königliches Paar ist tief bekümmert über die Mesalliance der Herzogin von Genua mit dem ital. Captain und Marquis. Gewiß ist, daß diese Nachricht ganz unerwartet kam. Selbst Prinz Georg,der bis den l. Sept. bei der Herzogin auf ihrer Villa war, ahnte nichts davon. Er erhielt nach Florenz - telegraphisch die Nachricht, daß sie den 4. 0ktober in aller Stille getraut wurde und wie die Augenzeugen und österreichischen Zeitungen schreiben, sich zugleich in gesegneten Umständen befinden soll. Die sächsischen Zeitungen dürfen dieses Ereignis durchaus nicht erwähnen! - Schlimm ist, daß nach dortigen Gesetzen, sie Allem verlustig wird und nun von ihrem sächsischen Eingebrachten leben muß, selbst die Kinder sind ihr sofort weggenommen! Denken Sie,Heinrich Riccius hat einen Ruf als Konzertmeister nach Köln bekommen, ist in dieser Funktion den 1sten Oktober bereits angetreten. Als er das 1ste Mal öffentlich im Konzert spielt, ist man so durchdrungen von seiner Fähigkeit und Talent, daß man ihm extra den Titel Professor gegeben. Er bekommt im Ganzen gegen 800 Taler Gehalt. Ist das nicht eine schöne Karriere?

Hier macht das Schauspiel &Nur eine Liebe' von Wolfsohn solches Glück, - daß es jede Woche mit vollem Hause 2-3 Mal gegeben wird, - und der Verfasser immer gerufen wird. Serre meinte, es sei wirklich höchst spannend und voller ergreifender Szenen. Auch Narziss hat im Allgemeinen gefallen!

Gutzkow ist in Berlin, sein neues Stück &Lorbeer und Myrte', oder &Corielle und Racine' aufführen zu lassen, was sehr gelobt wird. Von der Burrow habe ich seit ihrer Rückkehr kaum Briefe, sie ist mit Wechsel ihrer Wohnung begriffen, ist Großmama geworden. Hat sie Ihnen die Fortsetzung Ihres Weidenbaumes zugeschickt? Eine große Entschädigung in diesem Winter ist mir für so viele Verluste von Freunden, besonders unsere unvergeßliche Lüttichau, die Gegenwart Frau von Goethes und ihrer Schwester, Fräulein von Pogwisch - die eine hübsche Wohnung genommen und alle Abende zum Tee einige angenehme Menschen bei sich sehen!

Nichts Erhebliches begegnet ihr, wo sie mich nicht teilnehmen läßt, und ich fühle, - daß sie mich wahrhaft liebt.

Ich aber war 14 Tage krank, am Fieber, geschwollenen Drüsen am Hals und Gesichtsschmerzen, so daß ich Niemand sehen konnte. Neugebauer ist wieder durch Dresden geflogen nach Turin!

Frau von Zöllner bleibt in Mecklenburg den Winter. Amely Bölte reist mit einem reichen Amerikaner und seiner Tochter, als Reisegesellschafterin nach Rom, - bleibt da die heilige Woche. Dann über Spanien, Frankreich nach Dresden zurück, welche Reise! 1 Jahr dauern soll. Frau von Berge wartet auf Gräfe. Es ist möglich, daß sie vor dem Frühling nicht operiert wird. Endlich ist auch die 1ste Nummer der Zeitschrift erschienen, worinnen Ihr Silkebang steht! Von Herrn Pögemann sieht und hört man nichts mehr. Wellys Herz ist wirklich vergeben!

Gräfin Moltke schreibt mir in Ektase, wie zum Segen der Menschheit, Gott diese Wunderdoktorin gesendet! - Sie selbst hätte sich nie so wohl, als nach der Kur gefühlt. Sigwald ist auch mit großen Hoffnungen geschieden von Schleitz! Wieder sitzt er fest in Glorup und der alte kranke Vater lamentiert darüber!

Wird nicht bald der 2te Band von Thorvaldsens Leben erscheinen?

Gustav Kühne,Redakteur der Europa, hat sich auch in Dresden etabliert - Andre, Graf von Schober, Salomon den Fr. Nißen zur Frau, und seine Oper aufführen lassen will! Jenny Lind und ihr Mann sind wieder heimisch in Dresden - Rossini wird erwartet. Kurz, man erwartet einen in verschiedener Richtung noch geselligen Winter. Schade, daß Sie sich nicht entschließen könen, auch einmal heimisch hier zu werden. Ich schicke Ihnen die Beschreibung eines Festes, was Ihnen vielleicht Interesse gewährt, zu lesen. Nicht 17 Kinder - 52 aber wurden damals schon von unsrem Hofknechte herausgefahren! der nach 25 Jahren sie abermals vor unsere Pforte brachte! Sie können denken, wie viel Menschen aus der Umgegend sich dabei eingefunden hatten! Es war wirklich ein schönes Fest!

Lange hörte ich nichts von der Baronesse Stampe, wie geht es dort? Was macht Ihr lieber kranker Freund?

Mein Mann will Ihnen herzlich empfohlen sein. Margaret, Minna, wir Alle lieben und verehren Sie sehr! Behüte Sie Gott und erhalten Sie Ihre herzlichen Gesinnungen

Ihrer Fr.Serre

Der Faktor entgegnet freundlich Ihren Gruß! Der kleine Herrmann auch.

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