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Brev fra Friederike Serre, f. Hammerdörfer til H.C. Andersen 29. januar 1857

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Dato: 29. januar 1857
Fra: Friederike Serre, f. Hammerdörfer   Til: H.C. Andersen
Sprog: tysk.

Dresden am 29.Januar 1857

Mein verehrter Freund!

Gestern erhielt ich durch Ihre Güte die Historien, und bedarf ich auszusprechen wie glücklich mich das teure Buch macht! Eingeschrieben waren die Worte vom Verfasser, von Wiedemann ! Wie ließen Sie mich einblicken in Ihre Weihnachtsstube, so schön und duftig - mit Blumen und Liebesgaben geschmückt. Wer soll te auch ein so edles, liebes Gemüt wie das Ihre nicht lieben und verehren!

Vor Allem aber mahne ich Sie an das versprochene Albumblatt für Grah1s,die Reißiger war schon bei mir und fragte, ob es nicht angekommen, da der 7te der Jubiläumstag. Ich zeigte ihr Ihre freundliche Antwort.

Sehr beunruhigt sind wir über Gräfin Moltke. Der Abbé schrieb an Sigwald, sie sei gefährlich erkrankt,und der junge Harald - welcher hier durchreiste, und den Abend bei mir war, um nach Glorup zu gehen, war erstaunt, seine Eltern dort noch zu finden. Er wußte von nichts! Ich erwarte täglich vom Grafen eine Antwort! Dresden ist diesen Winter sehr still. Der Hof gibt nur Bälle, die er nicht vermeiden kann. Der preuß. Gesandte hat Trauer und seine Nichte, die östr.Gesandtin, Fürstin Metternich, erwartet ihre Niederkunft. So wird nur bei einigen englischen Familien getanzt. Außer Fürst Schwarzenberg (Landsknecht) wüßte ich keine interessanten Fremden, welche durch Dresden gegangen. Der Entwurf zum letzten Gericht von Cornelius, ist hier ausgeste11t, - aber Alle tadeln die rein katholische Darstellung, da doch der preußische König und seine Familie, unten vor dem A1tar, sitzend - in Erwartung flehend - den Vordergrund bilden und das Gemälde für den Dom zu Berlin bestimmt, ist. -

Obgleich Ihr Vöglein - längst in Aufnahme ist, Herr von Lüttichau sagt, es wird gegeben. - So hat gewiß Emil Devrients Gastspiel eine Verzögerung herbeigeführt. Auch Auerbach ist trostlos, daß sein Stück, was auch angenommen, nicht in der nächsten Zeit aufgeführt wird. Es heißt &Die Wahlbrüder'. Gutzkow hat seinen Lorbeer und Myrthe zurückgenommen, da es in Berlin nicht gefallen! Er hat Auerbach tief beleidigt, - da er Im häusl. Herd eine scharfe Kritik über Barfüßele geschrieben, was Auerbach für sein bestes Buch hält, und was in 3 Monaten, wo 5 000 Exemplare bei Cotta gedruckt worden, schon eine neue Auflage erhält!

Ihre Eiche in Maxen ist ein Viertel Elle gewachsen, läßt Ihnen Minna sagen. Sie lebt mit Frau von Berge sehr einsam dort. Mein Mann, der Ihnen tausend Grüße sendet, hat durch eine starke Erkältung Gicht in der Schulter und im Arm bekommen, kann vor Schmerzen keine Nacht schlafen und hütet die Stube. Dies, wie mein fortwährend Übelbefinden - ohne so krank zu sein, um zu Bette zu liegen - hält mich von jeder Geselligkeit ab! Ich sehne mich nach dem Frühjahr - mache im Stillen Pläne, die ja alle von den Launen des Schicksals - oder viel mehr von Gottes Willen abhängen. Ich benutze jeden freien Abend,um bei der lieben Frau von Goethe und ihrer Schwester, Fräulein von Pogwisch zuzubringen. Leider hütet die Erstere mehr das Bette, als daß sie Jemand empfangen könnte.

Wie ist man auf Ihren Roman gespannt. Gewiß haben Sie ihn bald vollendet 1 Auch Gutzkow arbeitet anhaltend und stellt große Hoffnungen darauf! -

Wie berechne ich die Zeit, wo ich wieder eine Nachricht von Ihnen erhalten könnte! Behüte Sie Gott und gebe Ihnen Wohlsein!

Ihre Fr. Serre

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