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Brev fra Friederike Serre, f. Hammerdörfer til H.C. Andersen 7. marts 1858

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Dato: 7. marts 1858
Fra: Friederike Serre, f. Hammerdörfer   Til: H.C. Andersen

Am 7. März [18]58

Verehrter und theurer Freund!

Sie wollen meinen unbedeutenden Namen, durch Eins Ihrer unsterblichen Werke verherrlichen, verewigen? Fast schäme ich mich, so große Ehre anzunehmen, und ich werde nur mit Erröthen, das Buch öffnen! Aber wenn ich bedenke daß wahre, reine, innige und warme Freundschaft, ein Recht gibt – so schlägt mein Herz Ihnen dankbar dafür entgegen, und ich nehme es hin, in Demuth.

Wir haben oft in der letzten Zeit von Ihnen gesprochen – aber ./. Graf Moltkes haben einen schlechten Winter gehabt, die Gräfin nervös von 6 monat langen Magnetisiren der Graf ebenfalls, durch Magnetisiren zu nervöser Gicht, Gesichtsschmerz gebracht, und obgleich alle Ärzte und alle Freunde, dagegen waren, ließen sie sich diese angreifende Cur nicht ausreden, und behaupteten man müßte erst durch diese Hölle um zum Himmel zu gelangen, und diese anfängliche Folge, überwinden. In einigen Tagen reiset nun der Graf fort und bleibt einige Tage in Copenhagen.

Unser Prinz Georg reiset auf die Brautschau nach Portugall, nimmt ein glänzendes Gefolge darum mit, und hat den jungen Carus zum Hofrath ernannt – damit ./. sein Arzt der ihn begleitet, auch eine Würde hat, sie sind darüber selig, denn erst besucht Pr. Georg Paris und den Prinz Napoleon, dann England, die Victoria, und dann die 15 jährige Portugisin. – Mein Mann hat wieder ein Project was er mit Leidenschaft verfolgt; er will nehmlich in unsre Gegend wieder ein National Costüm einführen, doch da jeder Bauer Gutsbesitzer sich nennt, und seine Frauen Städterinnen werden wollen, wenigstens vorstellen, ist das ein sehr fragliches Unternehmen. Der König als Nachbar, und alle Pastoren sind damit ganz einverstanden, nur zweifeln sie am Gelingen. Es wäre hübsch, wenn Sie kämen und ein hübsches Land Costüm b[e]y unsern Maxnern fänden!./.

Wir haben wieder aus Dresden einen geistreichen Mann verloren, der Staatsrath v. Grimm den Sie ja in Maxen sahen, hat von der Kaiserin von Rußland einen Ruf bekommen, ihr b[e]y der Erziehung des Großfürsten helfend zur Seite zu stehen, 2 000 rh. Reisegeld und Courrirpferde und kaiserl. Equipage bis Warschau! – Gutzkow ist in Leipzig, und reiset von dort nach Ita1ien, die letzten Theile seines Romans zu beenden, ein kirchlicher Kampf. Fräulein Bölte schreibt fleißig an dem Leben der Frau von Stae1. Von Badbergs erhalte ich öfter Briefe aus Rom, sie sehen oft Friederike Bremer, sonst sollen wenig Notabilitäten dort sein. Frau von Schwanenfeld ist in Vevay geblieben. Für Heute nur noch den tiefgefühlsten Dank [tilføjet i margenen: erhalte ich das Buch – schreibe ich wieder].

[i margenen, p. 1:] Von dem ganzen Maxner Hause, die treuesten Grüße

Fr.

Tekst fra: Niels Oxenvad