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Brev fra Friederike Serre, f. Hammerdörfer til H.C. Andersen 4. maj 1858

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Dato: 4. maj 1858
Fra: Friederike Serre, f. Hammerdörfer   Til: H.C. Andersen
Sprog: tysk.

Am 4.Mai 1858

Verehrter Freund!

Sie werden sich wundern, daß ich so lange gezögert zu schreiben, aber eine Augenentzündung machte es mir unmöglich! Zuerst nun, ist die teure und schöne Büste glücklich und unversehrt angekommen und gerade 2 Tage vor meinem Geburtstag. Da habe ich sie in der Mitte des reichgeshmückten Tisches aufgestellt 22 Bou¬quetts, die ich erhielt, ringsherum. Blühende Azaleen und Camelien und Orangenbäume. Alle kamen und bewunderten sie, selbst Rietschel war hier, und sah mit Interesse und großer Aufmerksamkeit die geistreiche Arbeit Jerichaus. Er hatte noch keine Büste von ihm gesehen. Er erfreute sich sehr an der Auffassung. Sie steht in der Ecke meiner Wohnstube, auf einer Säule. Darauf hat Sigwald mit buntem Marmor ein kleines Pidestal gemalt, und ich habe Efeu daran gebunden und hinauf etwäs zugegen! - Mit Filtergaze bedeckt, die durchsichtig zwar, sie vor Staub schützt! Sie können denken, wie sie mich freut, und ich sie täglich halte! Das kleine Mißverständnis mit Eduard Collin hat mich sehr überrascht, Gut, daß Sie alles dort aufgeklärt. da ich so wenig bekannt und vertraut mit den dortigen lieben Menschen bin!

Ein einfacher, aber herzlicher und lieber Brief des jungen Andersen hat mich wahrhaft gerührt, Selten ist mir eine so tiefe und gemütsvolle nordische Natur erschienen, und er ist uns Allen hier, auch den Bekannten lieb und schätzbar geworden. -

Grüßen Sie ihn und ich werde ihm selbst seine lieben Zeilen beantworten. Denken Sie, ich habe 6 interessante Photographien erhalten, worunter Frau v.Pogwisch, - der Goethe Schwester, der Gr. Herz von Weimar, Auerbach, Gutzkow, Gräfin ??? Gräfin Yoldi gehört. Gutzkow ist nach Italien, seine Frau zieht nach Frankfurt, wo sie künftig wohnen und leben werden!

Wissen Sie, daß Frau Clara Heinke hier ist? Sie besuchte mich, möchte aber an der Welt Ende - nahe Davisons Haus - daß man sie schwer erreichen kann - Ich sprach sie noch - auch Frau von Goethe, die seit 2 Monaten das Bette nicht verläßt, und für die ich Alles fürchte, wenn die warme Jahreszeit ihr nicht wohltätig wird - konnte sie nicht sprechen! Ihre Wohnung ist Gartenstraße!

Leider bin ich so elend jetzt, mein alter Zustand, Husten und Heiserkeit, entzündlicher Zustand in der Luftröhre, daß ich nur Besserung in Ems hoffe. Ich gehe dahin den l5- oder 18ten mit meiner Nichte, Frau von Buchardi und muß 5 Wochen bis 6 auf der Reise bleiben, da ich vorsichtig trinken soll und langsam die Kur gebrauchen. So kann ich erst Ende Juni leider zurück sein. Man erwartet Sie den 24sten in Weimar, so sagte mir Walther von Goethe, der jetzt hier ist - und dann paßt es diese Zeit, wenn Sie von dort die letzten Tage des Juni zu uns kommen. Vielleicht kann ich es einrichten, daß ich Sie von Weimar abholen kann! -

Zu der neuen Dekoration gratulieren wir Alle von Herzen! Ich aber drücke Ihnen die liebe Hand und hoffe bald auf Nachricht. Adressieren Sie hierher, so wird Alles nachgeschickt.

Kühnens waren in Berlin, jetzt herrscht dort Scharlachfieber, so konnte ich ihn nicht sprechen! Mitte Mai reist auch die Großfürstin mit Gräfin Fritsch nach Ems. Außer Das Märchen &Der Flaschenhals' was Gräfin Yoldi übersetzt und &Nur Etwas' durch Collin geschickt, kenne ich die Anderen nicht. Ich wundere mich über den Verleger!

In Treue grüßt Ihre Freundin Fr. Serre

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