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Brev fra Friederike Serre, f. Hammerdörfer til H.C. Andersen 20. januar 1859

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Dato: 20. januar 1859
Fra: Friederike Serre, f. Hammerdörfer   Til: H.C. Andersen
Sprog: tysk.

Dresden den 20.1.1859

Verehrter,theurer Freund!

Nein, länger kann ich Ihr Schweigen nicht ertragen,ich habe 14 Tage vor Weihnachten Ihnen einen Brief nebst ein Kästchen gesendet, worinnen eine Garnitur Ametistknöpfe, welche ich hatte in der Müglitz einst selbst gesucht - gefunden - und schleifen lassen - und welche so rein und dunkel waren, den orientalischen gleich - und gefaßt - ich hoffte Sie würden sie tragen, und Ihnen Freude machen - da sie hier auf Maxner Grund und Boden gefunden sind, ich höre kein Wort - vielleicht sind sie verloren gegangen­ da der Diener sich keinen Postschein hat geben lassen - es wäre mir doch sehr unangenehm!

Man sagte mir, es sei ein reizendes Märchen in der Europa von Kühne leider konnte ich die Nummer noch nicht erlangen, der Stein des Weisen. Wie freue ich mich darauf. Die neuen Historien, die meinen Namen tragen habe ich hin und her versendet - in so manches Freundes Hand gelegt - auch nach Venedig an die liebe Frau von Goethe geschickt! Ich vermisse sie un­aussprechlich!

Graf Moltkes sind nach Wien gereist,Harald schrieb, daß er nach der Sardinischen Grenze marschieren müßte und da eilte Eliza von Angst getrieben hin, und der Graf gab widerstrebend die Einwilligung zur Reise.Kaum waren sie fort, so kam eine tele­grafische Depesche Harald marschierte nicht, sondern stünde mit seinem Regiment bei Brünn! Margaret ist dann wieder bei mir wie sonst-es war nach der Ankunft des Grafen kein Platz mehr in ihrer Wohnung - und da sie die Mariette und Carl von Paris wieder kommen ließen, erklärten Beide, nur wenn Margaret das Haus verließe, kämen sie wieder da sie sich ihrer Auf­sicht nicht unterzögen und so ist alles wieder im Gleise­ nur daß Margaret fehlt - daß La... und andere Annehmlichkeiten, keine Treue, Festigkeit - und Familienleben ersetzen könnten in einem Verhältnis.

Heute ist die Hochzeit des Grafen Hoffmannseck und der Eng­länderin welche bei Gräfin Krokow war, und deren Bekanntschaft sich den 28 sten Juli entspann. Ich höre Friederike Bremer kommt zum Frühjahr für einige Zeit nach Dresden ich hoffe sie kennen zu lernen.

Mein Mann ist trostlos - Unerwartet schreibt der Großherzog von Weimar, daß er nur unter der Bedingung Pro­tektion Gartenhaus pp geben wollte, wenn Serre wieder in das hiesige Komitee trete und gewissermaßen unter dieser Kontrol­le oder Autorität sich stellte. Das tut mein Mann auf keinen Fall, er läßt sich seine Freiheit nicht beschrenken und da das hiesige Komitee,nur die Poeten,nicht den Schriftsteller zu unterstützen denkt - widerstrebt ihm schon diese Richtung. So gehen die Debatten von Neuem los - und Gott weiß wie Alles noch endet!- Hätte nicht der Großherzog mir vor Kurzem einen so herzlichen Brief geschrieben - unerwähnt aller Geschäfte­ so fürchte ich - er ließe es mir entgelten.

Was sagen Sie, daß Liszt sein Direktorium der Weimarschen Ka­pelle für das Theater aufgegeben. Man hat bei einer Oper, ei­nes seiner Schüler, P.Cornelius, ein solches Mißfallen, laut gezeigt - daß er augenblicklich sein Amt niedergelegt! Jetzt dominiert Dingelsted, er ist die 1. Hand des Großherzogs.Man haßt und fürchtet ihn, schreibt manmir, und obgleich man Liszt für das böse Prinzip dort hielt - so sei man nicht gebessert!

­Das neue Museum geht vorwärts.Die 7 Raben sind das 1.Bild-­Preller führt die Fresken der Odyssee aus und ist jetzt auf 1 Jahr mit Familie nach Italien gereist - wozu ihm 1 000 Taler vom Großherzog bewilligt sind. Herr von Bürger, ein junger Ma­ler den Frau von Goethe sehr protegiert - Graf Kalkreuth auch ein Landschafter - und Genelli, der zu Ostern als Direktor der Malerakademie nach Weimar kommt - bilden den Verein!

­In den Zeitungen stand, daß zum Winter die neue Oper, aus dem Nibelungenlied, von Wagner in 4 Abteilungen ausgeführt wird ­dazu von Nah und Fern die besten Kräfte verschrieben werden ­auch die Schröder-Devrient, welche die Bühne, als jetzige Frau von Bock, wieder betreten will, soll dort debütieren. Hier hat man es ihr abgeschlagen, weil sie sich 1848 zu demokratisch hier bewiesen und der Hof sie nicht sehen will.

­Wie glücklich wir alle sind, daß meiner Schwiegertochter Schwe­ster Caroline Cerrini welche bei der Fürstin Liefen in Paris lebte - zur Hofdame der Prinzessin Auguste hier ernannt, können Sie denken. Herr Andersen hat mir sein dänisches Gedicht Ihnen dediziert geschickt - leider verstehe ich nichts davon! - Man versichert mich, daß mein kleines Gedicht Marienbad in dem Buche sehr gefällt, und Graf Hohenthal schickte mir neu­lich ein großes herrliches Bouquett dafür. Ich will Andersen das Buch schicken, vielleicht sehen Sie sich es an, wie es sich gedruckt ausnimmt!

­Frau von Zöllner vegetiert noch! - Hat denn Frau von Scavenius sich über das kleine Medaillon von Rietschel gefreut, was ich ihr schickte?

­Das Weberdenkmal, Carl M.v.Weber kolossale Statue von Rietschel ist auch vollendet und aufgestellt! - Von Carus ist ein Carus­album erschienen, worinnen 6 schöne Kohlezeichnungen fotogra­fiert von Brockmann sind. Zu Ostern gibt er ein medizinisches Buch heraus. Erfahrungen meiner Praxis! ­Emil Devrient hat sich mit der hiesigen Intendantur entzweit und man glaubt - tritt nicht mehr auf.

Aber beruhigen Sie mich bald, bald - ist das Kästchen verloren­denken Sie noch meiner Freundsch.

Getreulich und ergeben

Fr.Serre

[Randnotiz:] Mein Mann ist in Leipzig.

Wie geht es Herrn Andersen - grüßen Sie ihn von uns Allen.

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