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Brev fra Friederike Serre, f. Hammerdörfer til H.C. Andersen 10. marts 1859

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Dato: 10. marts 1859
Fra: Friederike Serre, f. Hammerdörfer   Til: H.C. Andersen
Sprog: tysk.

Dresden am 10 ten März 1859

Theurer verehrter Freund!

Es scheint mir eine Ewigkeit,seit ich nichts von Ihnen weiß­und so lange haben Sie mich fast noch nicht ohne Antwort ge­lassen! Gott gebe, daß Sie nur gesund und heiter sind, und kei­ne böse Ursache vorhanden Ihres Schweigens. -Ich habe einen rechten Schmerz gehabt,Gräfin Hofmannseck-eine 20 jährige Freundin, Mutter des jungen Grafen, welcher nach der Bekannt­schaft den 28 Juli, noch wirklich Miss Bristow vor 6 Wochen geheiratet, 51 Jahre alt - ganz gesund - geht hinauf in die 2te Etage zu ihrer alten Mama, und fällt oben vom Gehirnschlag ge­troffen, tot nieder. Solch ein Fall scheint mir ein Ruf Gottes ­wie nahe man vielleicht selbst an der dunklen Pforte steht, und mahnt dar an, sein Haus zu bestel­len! ­

Dann waren meine Kinder 3 Wochen bei mir mit ihren 2 prächti­gen Jungens - da schwirrte es von Früh bis Abends um mich herum und hielt mich von Allem zurück, aber es machte mir Freude! Ich lebe viel mit Moltke, ja, da der Graf krank war, d.h. nur Hu­sten und etwas Grippe hat - las ich ihnen oft des Abends Stun­denlang vor, was ich diesen Winter, Gott lob, kann - da mein Hals­übel beseitigt ist, durch das milde Wetter. Eliza klagt viel, magnetisiert, braucht eine Wunderdektorin, und denkt nach Kreuz­nach zu gehen, und nicht vorher nach Glorup - was dem Grafen sehr unangenehm zu sein scheint. Sie wissen er gibt ihr in Allem nach. Ihre große Angst wegen Harald ist nun vorbei da die letz­ten Nachrichten den Frieden zu sichern scheinen! ­Gestern stand in der Zeitung. Der Großherzog von Weimar hätte beschlossen, das 100 j. Schillerfest auf den 23-24-25-26 Juni zu verlegen, weil da der passendste Zeitpunkt um das Kommen von Fremden zu erleichtern, und seinen Geburtstag schaltet er dabei ein. Alle Dramas von Schiller werden in der Reihenfolge gegeben, mit den Räubern der Anfang gemacht und Künstler und Künstlerinnen von Nah und Fern dazu berufen. Vielleicht ha­ben Sie das Programm auch gelesen? - Wie gern möchte ich zu der Zeit nach Weimar! Kommen Sie nicht auch hin, und verreisen so, daß Sie nachher nach Maxen kommen?

Serre ist noch immer so mit seiner Lotterie als er war! ­Er wartet noch auf die Genehmigung des Ministeriums, er wartet noch auf eine definitive Erklärung des Großherzogs - hat be­reits zu den Vorbereitungen große Ausgaben gehabt - und ich seufze darüber! Das Leben hat viel Schweres! Mit den hiesigen Literaten sehen wir uns wenig. Gutzkow lebt wie ein Einsiedler, im Krieg mit Allen die sein Buch tadeln.­ Auerbach ist viel in Weimar, wo sein Stück aufgeführt wurde und er auf einen 0rden hofft - Kühne hat sich neulich mein Buch Ihre neuen Historien die Sie so gütig mit meinem Namen bezeich­neten - gehalt - da er sie besprechen wollte, und sich eigentl. wun­derte, daß ihm kein Exemplar dazu, zugeschickt wurde und habe mit unendlichem Interesse Ihr Märchen in der Europa - der Stein der Weisen ge1esen! Sie begannen hiermit ei­ne neue Phase Ihrer Dichtungen, wie herrlich ist die Tendenz-des blinden G1aubens, - ein tief poetischer Anfang und Durchführung! ­

Möge diese neue Richtung Ihnen denselben Segen bringen - denn es scheint mir, nun ganz die Größe und Tiefe der Wahrheiten zu erkennen, gehört auch eine höhere Geistes - und Herzensbildung dazu!

­Wissen Sie, ob wirklich Friederike Bremer im Frühling nach Dresden für einige Zeit kommt?- Ich las mit großem Interesse einen Teil von ihrem letzten Buch &Vater und Tochter'. Sie scheint jetzt vor Allem die Freiheit und Unabhängigkeit der Frauen zu erheben, und zu bekämpfen!

Frau von Goethe lebt in Venedig mit ihrer Schwester, ihr Sohn Wolf braucht in Pisa eine Kur. Er ist trostlos, daß die liebens­würdigen Graf Redans nach Brüsse1 versetzt und er unter dem neuen Gesandten Herrn von Savigny hier bleiben muß!- Gräfin Krokow und Amely Bölte denken im Sommer oder Frühjahr, in Begleitung des nordischen Dichters - Welhaven - den wir kennen, Schweden und Norwegen zu besuchen!- Ich sehe sie wenig doch Amelys Buch &Frau von Stael' enthält viel Schönes und Interessantes und zeugt von vielen Geist der Schriftste11erin. Auch Sternberg hat einen 3 bd. Roman, &Die Herzogin von Kurland' geschrieben, in welchem 3ten Teil, er abscheulich den armen Tiedge und die Gräfin von der Recke erwähnt. Fräulein von Mühlenfels bringt diesen Winter in Dresden zu und ist solch Trost, wenn mein Mann ganz entmutigt - über seine Lotterieangelegenheiten ist und Frau von Hann trägt mir für Sie und Hern Drewsen Grüße auf, ihr Sohn kommt schon Ostern ins Kadettenhaus! Auch Minna und Margaret wollen Ihnen empfohlen sein, vor allem aber mein Mann! So Gott will, denke ich dies Jahr Ems mir ersparen zu können. Wie grün wird Alles schon, der Rasen, die Ge­sträuche - die Felder, es wäre ein Unglück wenn noch Kälte käme und Frost!

­Ich sehne mich immer schrecklich nach einem Briefe von Ihnen!

Behüte Sie, Verehrter Theuerster, der liebe Gott!

Ihre getreue Fr.Serre

Ich will noch ein paar Worte an Herrn Carl Andersen schreiben und ihm für sein Buch danken, was ich leider nicht lesen und verstehen kann, und für 2 Briefe, die er so freundlich war, mir zu schicken. Wollen Sie diesen Brief besorgen, ich habe seine Adresse nicht mehr.

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