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Brev fra Friederike Serre, f. Hammerdörfer til H.C. Andersen 15. juni 1859

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Dato: 15. juni 1859
Fra: Friederike Serre, f. Hammerdörfer   Til: H.C. Andersen
Sprog: tysk.

Maxen l5.Juni 1859

Theuerster verehrter Freund!

Glauben Sie wirklich, daß ich die Freundschaft so wenig hoch und heilig halte, als daß ich äußere Formen begehrte oder an bewährten Freunden zweifelte, wenn sie schweigen,da wo ich gern ein liebes Wort aus Ihrem Munde gehört? - Nein, fern ist nun mir jede kleinliche Empfindlichkeit über so unwesentliche Dinge! Daß ich an meinem Geburtstag an Sie gedacht - wie Alle liebe Bekannte,daß ist gewiß, und wir haben auch auf Ihr Wohl angestoßen! -

Über das Nichtkommen von Ihnen gräme ich mich noch nicht - ich denke wenn der Herbst naht - da bringt auch alte liebe Gewohnheit ihr Recht - und Sie bringen es nicht übers Herz - uns vergeblich Sie herbeiwünschen zu müssen und nach Ihrem Lerchenbaum zu sehen! - Jetzt leben Sie gehegt und gepflegt, unter der Agide der liebenswürdigen Frau von Scavenius,sind wohl aufgehoben und denken, wenn Sie die Grafensteiner Apfelbäume betrachten, wie groß mögen jetzt in Maxen die Reiser wohl gewachsen seien? Vielleicht blühen sie schon im nächsten Jahre! --

Welch herr lichen Stoff werden Sie dies Jahr bei Ihren Wanderungen einholen, dauerte nur die Übersetzung nicht so lange!- - - Zu allen großen Ehren und Auszeichnungen, die Ihnen von Seiten Ihres Königs in neuer Zeit geworden, gratuliere ich von Herzen und nehme den wärmsten Anteil. Vor 3 Tagen erhielt ich einen Brief aus der Stadt - und finde als ich ihn öffne - Ihre Schriftzüge und Fotografie! Sie können meine Freude sich vorstellen. Sie hängt unten in der Eßstube über meinem Schreibtisch, und Sie schauen mich wenn ich aufblicke - so herzinnig mit den guten Augen daraus an,daß es mir ist, als müßte ich mit Ihnen - plaudern!-Behüte Sie Gott! --

Clara Heinke scheint sehr glücklich bei der Baronin Fink! -

Jetzt ist in meinem Hause die Hofrätin Falkenstein,um sich etwas zu zerstreuen, da ihr Sohn Oskar auf dem österreichischen Kampfplatze - beide Frau von Wolfersdorfs, wo Agnes sehr leidend ist, und Carls mit ihren beiden prächtigen Jungen, die 3 Wochen bleiben. Margaret ist wieder bei Gräfin Moltke und Eliza kommt mit ihr Sonnabend heraus. Von ihrem verzweiflungsvollen Zustand der Angst um Harald kann man sich keinen Begriff machen, - immer suchte sie bei mir Trost,und ist außer sich,daß ich endlich nach Maxen mußte. Wie ruhig und ergeben trägt die Falkenstein dasselbe Geschick, in echt christlichem Sinn! An Glorup ist nicht zu denken,da die Gräfin sich um nichts so weit fort entfernen möchte! - Den Grafen fand ich sehr gealtert, sehr elend,er hatte hier schwere Tage! Das ganze Haus will Ihnen empfohlen sein, ruff mir Grüße zu! - Unveränderlich -

Ihre Fr.Serre-

Serres Geburtstag feiern wir höchstens mit einem Vogelschießen.-

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