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Brev fra Friederike Serre, f. Hammerdörfer til H.C. Andersen 6. januar 1860

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Dato: 6. januar 1860
Fra: Friederike Serre, f. Hammerdörfer   Til: H.C. Andersen
Sprog: tysk.

Dresden Freitag den 6 ten Januar 1860

Verehrter Freund!

Ihr lieber herrlicher Brief aus Baesnos hat mich mit inniger Freude erfüllt.Es geht Ihnen gut, ruhmvoll und glänzend in Ihrem Leben,reich an Erlebtem, Gesehenen, Genossenen und Geschaffenen für Zeit und Nachwelt !- Gott erhalte es noch lange so. Ihre Reisepläne führen Sie wohl im Sommer Über Deutschland und ich hoffe auf ein Wiedersehen!

Wir lesen jeden Abend die Artikel über Kopenhagen, die Entlassung Berlings und Exil pp.pp. von dem Skandal stück &Die Gräfin und ihre Cousine', die Indignation, in Dagbl.,die Reklamationen des Pöbels. Es ist doch traurig, wenn sich das Oberhaupt eines so patriotischen Volkes die Achtung verschmerzte und ich fühle, wie viel Sie dabei leiden mögen. Kommen Sie einmal nach Dresden, bitte bringen Sie mir vom abgebrannten Schloß Friedrichsborg eine kleine Ansicht mit! -

Wunderbar ruht Gottes Segen auf der Lotterie, bereits sind gegen 140 000 Lose verkauft! - jetzt gilt es, die passenden Gewinne herbeizuschaffen! - Wie sehr mein Mann beschäftigt dabei ist - wie mein Kopf schwirrt;, denn ich höre und sehe von früh bis spät nichts anderes - können Sie denken. Auch war ich 14 Tage krank, lag am Weihnachtsabend und die Feiertage zu Bette und Carus sagt, ich müßte mit dem 1sten Sonnenschein in ein Solbad - wohin ist unbestimmt, vielleicht nach Mannheim bei Frankfurt.

Frau von Goethe will, daß ich Ihnen wie von der ganzen Familie das Herzlichste sage - Es sind Urnaturen - und ihre Charaktere Gold! Man erquickt sich an solchen edlen Menschen. Ich lese Dickens letztes Buch &A Tale of two cities! Kennen Sie es? Wann erscheinen Ihre neuen Sachen in deutscher Sprache? Morgen Abend liest Carus bei Graf Moltke das Märchen über die Psyche vor, wo sie Einige der haute volee dazu eingeladen. Sein Geburtstag 2ten Januar verging besser als ich gefürchtet. Konzertmeister Schubert und Krägen hatten ihm abends eine Musik arrangiert und einige seiner alten Freunde hatten sich dazu eingefunden. Er genießt die Musik und es zerstreute ihn; denn seine Frau, sein 2ter Sohn wurden ihm ja dies Jahr entrissen!

Doch mein Mann wünscht dies Blatt, so sende ich nur noch den treusten Herzensgruß vom ganzen Serreschen Hause.

Ihre treue Fr.

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