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Brev fra Friederike Serre, f. Hammerdörfer til H.C. Andersen 1. marts 1860

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Dato: 1. marts 1860
Fra: Friederike Serre, f. Hammerdörfer   Til: H.C. Andersen
Sprog: tysk.

Am 1.März 1860

Theuerster,verehrter Freund!

Mit unendlichem Interesse habe ich Ihren lieben, letzten Brief gelesen. Ihr Leben ist warlich jetzt ein wahrer Triumphzug. Dazu die jugendfrische Fantasie und Schaffenskraft des Geistes! Gott segne und erha1 te Ihnen diese göttlichen Gaben. Ich kann mir denken, wie entzückt die Arbeiter beim Anhören Ihrer Märchen gewesen-sie gehen ja ins Herz des Volkes ein! - Mit Sehnsucht warten wir auf eine deutsche übersetzung.

Von Clara Heinke habe ich einen lieben BrIef. Die Baronin Finks wünscht; daß sie schon zu Ostern kommen möge hierher zu ihr. Ihren lieben Brief habe ich Frau von Goethe lesen lassen, die sich unendlich darüber gefreut; und sehr grüßen läßt. Uns geht es nicht gut; Mein Mann hatte sich in Wien, wohin ihn Geschäfte riefen, o sehr angestrengt, daß er mit geschwollenen Beinen zurückkam. Wochen lag er zu Bette und noch jetzt kann er nur stundenlang auftreten, sie schwellen aus Schwäche gleich wieder. Sein Zimmer war dennoch dabei ein wahres Büro, ein Bett lag voller Briefe und Schreibereien, und an 12 Schreiben diktierte er. Abends wenn sie fortgingen, schrieb ich dann die wichtisten Briefe, als, an den Großherzog von Weimar, an die Schwestern Schillers, und so mehr! - las die Aufsätze,zu den Albums, die von Nah und Fern eingingen - und war gehörig damit beschäftigt.

übrigens sind bereits 216 000 Lose verkauft - nur, die ... für die Gewinne, obgleich so manches Interessante eingeschickt wird, lastet jetzt auf Serres Schultern! Natürlich muß ein Teil der Summe auf Ankäufe verwendet werden! Auch mit meiner Gesundheit geht es wieder nicht gut. Ich huste Tag und Nacht, bin heiser, und soll sehr krank aussehen. Carus will, daß ich Mitte Mai wieder nach Ems gehe, und bin Ende Juni dann zurück. Wie trifft dies mit Ihrer Reise? Ich hoffe doch nicht, daß Sie mich dies Jahr ganz aufgeben, und Maxen nicht unberührt lassen werden? Umsonst grünt der Lärchenbaum und breitet seine Zweige aus - umsonst; klagen die tereuen langjährigen Freunde um ein Wiedersehen?

Übrigens las ich jetzt; einen Brief aus Rom, ruhig geht der Papst auf dem Monte Pincio spazieren - Alles beugt sich vor ihm, der Karneval zwar ohne Masken ist lebendig - und selten hört man dort; von Politik sprechen! Ich muß Ihnen aber doch einen geistreichen a la Renz-Aufschlagezettel schicken - der hier überall kursiert, und wird Sie amüsieren. Die Biographie der Gräfin Danner ist hier in einzelnen gedruckten Blättern, für 1 Ngl. käuf1ich! Daß Raasleff wieder dort Minister geworden er war ja in Maxen und Wolfhagen las ich mit Interesse! Daß Liszt wieder, nach wie vor, mit seiner Fürstin in Weimar bleibt, weil der Papst ihr die Heirat nicht bewilligt, ist leider nicht gut. Man nennt ihn und Dingelstedt das böse Prinzip des Großherzogs!

Noch soll ich vorläufig Ihnen herzlich danken, von Seiten meines Mannes für das versprochene Märchen! Den 15ten April ist der Termin wo der Frauen Komitee ihre Geschenke abgibt; und den 1 Juni beginnt; die Ausstellung davon. Auch unser König hat ein herrliches Bild geschenkt.

Nun aber noch die wärmsten Grüße von dem ganzen Maxner Haus!

In Treue und warmer Ergebenheit;

Ihre Fr.

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Circus Europa

Energäische Produktion der höheren goldischen Akrobatik

Völkerdressur und Prinzipienreiterrei

I Abteilung

1) Große französische Voltige

Das Hinwegsetzen über die breidesten Verträge und höchsten Rechtsbegriffe.

2) Der dressierte Hengst Sozialismus

vom Herrn Direktor Louis vorgeführt. Er geht auf dessen Kommando und frißt aus der Hand

3) Die wilde Stute Revolution

mit Erlaubnis des Herrn Direktor Louis 10 Minuten ohne Zaum und Zügel gelassen, geritten von Signor Garibaldi vom Circus des HL.Mazzini

4) Das komische Viergespann

Bestehend aus den Gäulen Piemont und Toscana und den allerliebsten Ponis Parma und Modena

5) Die bei den Clowns Polmerstch und Ruhsel

werden die Ehre haben in elen Zwischenakten das Publikum durch komisches Zeugen, Depeschenwerfen sich selbst ins Gesicht schlagen und andere Schwänke zu unterhalten.

II Abteilung

1) Der Indianer, Herr Schleinitz,

Der weltberühmte Kautschuckmann wird seinen bisber unmöglich gehaltenen Wendungen und Verdrehungen wegen allgemeiner Bewunderung erregen und zuletzt sicb wieder auf die Beine stellen

2) Die Stute Britania,

Dressiert und vorgeführt von Herrn Direktor Louis. Sie läßt sich alles gefallen und kniet sogar auf Verlangen vor ihm nieder. Das Ausschlagen hat sie sich beinahe ganz abgewöhnt, höchstens versucht sie es gegen kleine Buben

3) der deutsche italieniscbe Baudestag

eine sehr komische Scene

4) Die Cavalcade des HL.Gosteha Kaff

großes Couriosum. Der Künstler wird in Begleitung mehrerer hinkender Vergleiche in lahmer Schlußfolgerung auf den deutschen Bundesrecht herumreiten und die Runde durch alle Zeitungen machen

5) Die schöne Wienerin Camarilla

in ihrem unvergleichlichen Rückwärts voltigieren

6) Der berühmte Grotesque Reiter Cavour mit seinen außerordent¬lichen Sprüngen aus dem Kabinett in das Privatleben und wieder zurück, wobei er in der Luft während der Wendung 50 Millionen Schulden macht.

Zum Schluß

Die Jagd von Fontainebleu oder wenn der Papst nicbt kommt, müssen wir uns so unterhalten. Große Quadrielle im Costume Ludwigdes 14ten.

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