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Brev fra Friederike Serre, f. Hammerdörfer til H.C. Andersen 5. juni 1860

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Dato: 5. juni 1860
Fra: Friederike Serre, f. Hammerdörfer   Til: H.C. Andersen
Sprog: tysk.

Ems den 5.Juni 1860

Theuerster Freund!

Es berührt mich zuschmerzlich, Sie nicht in Dresden und Maxen begrüßen zu können, nicht in Ems Ihnen zum Abschied die Hand drücken zu dürfen, und da Sie doch zu Ihrem Vergnügen reisen, warum benutzen Sie die Basler Eisenbahn für die Schweiz nicht - und machen einen Abstecher hierher? Ich gebe die Hoffnung dieser Überraschung nicht auf! Auch tut es mir schmerzlich leid, daß Sie dadurch nicht nach Dresden kommen und die arme Clara Sie nicht sehen soll. Sie hatte sich so darauf gefreut, hatte Alles dafür eingerichtet. -

Doch der Befehl des Großherzogs, der den 28sten mich auf der Wartburg empfangen wollte, trieb auch zur Abreise. Mit unaussprechlich schwerem Herzen riß ich mich los - aber des herrlichen Großherzogs gütige und liebenswürdige Aufnahme,und da, in dem gräßlichsten Wetter es mir unmöglich wurde, die Wartburg zu besteigen, kam er 2 Mal selbst herunter, des Morgens mich zu besuchen des Abends, um im Schlosse zum Tee mich einzuladen. Aber unendlich viel hatte ich ihm zu erläutern, mitzutei1en, aufzuhellen, die Lotterie betreffend, und doch habe ich leider noch Manches vergessen, was mir leid war ihm nicht mitgeteilt zu haben - die einen so ungeheuer großartigen Schwung bekommen, jetzt sind 400 000 Lose verkauft - und das Resultat unserer Unterhaltung war, daß ich sofort meinem Mann schreiben mußte, er solle bei 1. Ge1egenheit seinen Namen als Protektor in allen Blättern nennen! - Sie würden mir einen Liebes - und Freundschaftsdienst erweisen, wenn Sie mich freundlich und gütig in sein Gedächtnis ruften, mir ein paar Worte von dort nach Ems im Hotel Bellevue - schrieben, und mir im Laufe --- {unleserlich) einlegten. Zu kühn wäre der Wunsch, wäre Eins von seiner hohen Hand gepflückt dabei! - Ich wohne reizend. Mein Salon hat die schönste Aussicht, und die Gegenwart der Frau von Schwanenfeld hat mir diese Tage verschönt. Leider reist sie in 2 Tagen ab! -Die Unterhaltung mit dem Großherzog, welchen ich erzürnt glaubte, hat mich getröstet, und die Ruhe hier, tat mir wohl. Albertine von Woltersdorf hat mich begleitet, sie grüßt Sie herzlich. Heute kam Ihr lieber Brief - wieder eine Freude, und so bemerke ich kaum wie selten die Sonne von außen scheint. Ich hoffe auf eine Antwort, von Eisenach. Wann und wohin reist der gütige Großherzog? Meine Gedanken begleiten Sie! Getreu und innig ergeben

Ihre Fr.Serre.

Randnotiz: Ich erwarte täglich Hensel taus Petersburg hier .Mein Mann braucht mi t Minna in ,Schandali eine Kur und Bäder.

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