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Brev fra Friederike Serre, f. Hammerdörfer til H.C. Andersen 2. august 1860

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Dato: 2. august 1860
Fra: Friederike Serre, f. Hammerdörfer   Til: H.C. Andersen
Sprog: tysk.

Dresden den 2.August 1860

Theuerster Freund!

Hoffentlich sind Sie nun längst versöhnt nach meinem letzten Briefe.Haben Sie sich von meinen, unverändert treuen, warmen Gesinnungen überzeugt. Zweifel würden mich zu tief betrüben! Zuerst soll ich Ihnen für Ihre herzlichen Wünsche zu Serres Geburtstag herzlich danken. Der 28 ste verging einmal ganz in der Familie. Meines Mannes Schwestern, Schwäger, Nichten, Neffen und Großneffen und Nichten hatten sich um ihn geschart. 22 an der Zahl darunter 11 Kinder,dazu kam noch mein Carl, Clementine mit 3 kleinen Jungen und Helene von Villers aus Petersburg (gefr.Germas) und Pflegesohn und Henselt, welcher seine Kur abgebrochen, und von Ems herbeigeeilt kam. Doktor Hammer, und Pastor Heyne, überstrahlten sich in Toaste. Eben die Anwesenheit für 3 Wochen in Maxen der Familie,hatte mich so sehr in Anspruch genommen, daß ich die Korrespondenz etwas vernachlässigen mußte. Dazu kam noch, daß ich die letzten Tage mit Graf Moltke viel zusammen war, welche ja Dresden für immer verlassen,und welche den Besuch der Braut Leos,Wanda Zartmanns hatten,kaum waren sie fort-so kam die Baronin Stampe von Ems, mit ihren Töchtern Janine,Elise und diese legten von früh bis spät Beschlag auf mich. Sie begreifen, wenn man alles wie auf einer Hetzjagd durchmachen muß, wird man müde. Stampes waren nur für mich gekommen. Sigwald hat natürlich Moltkes nach Glorup begleitet,dann geht er nach Christiania zu seiner Schwester, den 20 sten September ist Leos Hochzeit, dann reist die Gräfin nach Wiesbaden und zum Winter nach Paris. Die Stampe hat mir eine große Freude gemacht, eine wertvolle Zeichnung Thorvaldsens geschenkt.

Leiden Sie nicht auch vom Wetter? Hier verheerten Wasserfluten die Täler und Felder ja Städte und Dörfer und machten großen Schaden. Inmitten meines vom Besuch besetzten Hauses fanden wir manch stilles Stündchen, wo wir uns an Ihrem neuesten Buch entzückten - und schwer ist zu sagen, welche der Historien wir als die Schönste fanden. Tintenfaß und Feder, da strömt Ihr Sinn durch - aber bittere Tränen habe ich über die Letzte geweint - Vergeltung dort oben - ist der Wahlspruch - der Brust der Gequälten hienieden! -

Von dem Passions Theater hörte ich viel durch Herrn von Bertel welcher mit Leg.Rat von Schober auch dort war, und alles von Ihnen mitgeteilte bestätigte! - Vom Großherzog von Weimar ist Nachricht - daß er Ende August hierher kommt - sich die Ausstellung der Gewinne zu besehen - jetzt sind 484 000 Lose verkauft. Wiederum hat sich Serre mit Kühne veruneinigt - er sendete einen Prolog und Epilog mit politischer Farbe ein, den Serre zurückgeben mußte - das hat er übel genommen, vorbei ist die Freundschaft, mir doppelt leid, wegen Frau von Goethe. Serre war in München und Stuttgart-Cotta gibt ihr 30 000 Exemplare von Tell, illustriert von Kaulbach zur Lotterie. Hanfstengel hat ihn veranlaßt sich von ihm fotografieren zu lassen, um sein Portrait in eine illustrierte Zeitung zu geben.

Ob Sie noch nach Italien gehen? Vielleicht lockt Sie gerade die politische Frage dort - obgleich doch der Aufruhrakt in Rom weniger friedlich - und Neapel ganz ungenießbar sein wird. Schonen Sie Ihre Gesundheit, es will mir nicht in den Kopf, daß Sie allein reisen.

Clara Heinke ist mit ihrer Mutter und Schwester nach Franzensbad - ich habe sie wenig gesehen - habe keine besondere Sympathie für ihre Schwester und ihrem musikalischen Talent, was mir überschätzt scheint! -

Ich eile, diese Zeilen noch nach Locle im Kanton Neuchatel zu senden und von dort werden Sie mir eine weitere Adresse wohl geben! Behüte Sie der liebe Gott auf allen Ihren Wegen, und gebe uns ein frohes Wiedersehen!

Ihre unverändert treuergebene Fr. Serre

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