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Brev fra H.C. Andersen til Carl Hoffmann 6. oktober 1860

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Dato: 6. oktober 1860
Fra: H.C. Andersen   Til: Carl Hoffmann
Sprog: tysk.

Lieber theurer Freund!

Ja Sie erlauben mir daß ich Sie so nennen darf! Wie herzlich und gut haben Sie mich aufgenommen, ich fühlte mich bald in Ihrem Haus heimisch, ich vernahm wie gern Sie und Ihre edle, theure Gattin mich sahen. Es war mir in Wahrheit schwer Lebewohl zu sagen; das Leben ist kurz man weiß nicht was geschieht; obwohl ich habe die Hoffnung, Sie, Ihre Frau Gemahlinn und alle die Ihringen ein künftiges Jahr wieder zu sehen, beim Scheiden kommt mir doch immer in Gedanken vielleich sehen, wir uns auf Erden nie wieder, aber die lieben, die glücklichen Stunden bleiben immer in [overstr: der] Erinnerung; Die Aufnahme in Stuttgart bei Ihnen, die glückliche Zeit in Ihrem Haus, gehört zu den Glanspunkte für diese Sommerreise, / und die schöne Freundschaftsbund hört nicht auf, Sie erlauben ich schreibe Ihnen aus Kopenhagen bisweilen, so wie ich auch denke daran für das Buch der Welt oder fur die Feierstunden gelegenlich Etwas zu bringen. Ich kam spat des Abends nach Augsburg aber des Morgens wurde ich erfreut durch [overstr: einen] vier Briefe aus Kopenhagen, gleich nach den Empfang reiste ich nach München, hier auf dem Bahnhofe nahm ein Taschendieb behandig mein Geld-Beutel aus der Tasche, zwei Minuten vorher hatte ich diesen hineingestichkt, glüklichwerweise waren nicht viel Geld darin, kaum mehr als 8 R 9 Gülden, mein Geld und Kreditiv hatte ich bisher bewahrt, so die ganze Sache hat nichts zu bedeuten, nur daß ich so dumm bestohlen zu werden. In / Augsburg kam ich eigenlich krank an, lag die ganze Nacht febril und leidend, heute endlich bin ich wieder wohler und hat schon gestern Hoffrath Hanfstängel gesucht, wegen meiner Photographie, er hatte die zwei für mich bestimte Exemplare nach Kopenhagen gesandt und stand eben bereit nach Koburg abzureisen aber er versprach mir, daß er, vor seiner Abreise Ordre geben wollte, Ihnen, theurester Freund, ein Exemplar, in meinem Namen Ihnen nach Stuttgart zu senden, ist nach einige Tagen diese nicht erschienen, thun Sie mir denn die Gefälligkeit, den Herrn Hafnstängel, daran zu erinnern! ich bat ihn daß Bild von mir wo ich beinahe in Profil bin Ihnen zu senden, da dieser [overstrt: spricht] mich am meisten anspricht. Morgen kommt Seiner Majestät der König, ich hoffe Ihn vorgestellt / zu werden Sontag oder Montag und nachher reise ich gleich ab nach Dresden, dort verweile ich beinahe 14 Tage, einen Breif von Ihnen Dresden poste restante, darf ich wohl nicht erwarten, aber später in Kopenhagen, und dann nur "den Dichter Professor H. C. Andersen, Kopenhagen", da bekomme ich ihn. Grüssen Sie herzlich und innig Ihre liebe Frau, die Töchter, die beide Fräulein, ja wie heise sie, Ernestine glaube ich die eine wurde genannt und die andere "die Pohlinn glaube ich aus Bernburg".

Ach grüßen Sie Alle, Alle, den Herrn Sohn, seine Frau, die Schweigersöhne und die Kinder und jeder welcher sich meiner freundlich erinnert. Hier in München ist kalt wie im Winter aber sonnenklar. Nun ist der liebe, edle Amberger wohl in Basel, ist noch die Fräulein Lewald in Ihrem Hause denn grüßen Sie sie.

Ihr innig ergebener Freund

Tekst fra: Solveig Brunholm (microfilmscan 14, 932-35)