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Brev fra Friederike Serre, f. Hammerdörfer til H.C. Andersen 18. maj 1861

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Dato: 18. maj 1861
Fra: Friederike Serre, f. Hammerdörfer   Til: H.C. Andersen
Sprog: tysk.

Dresden den l8.Mai 1861

Teurer,verehrter Freund!

Tausend Dank für Ihre freundliche Erinnerung an meinen Ge¬burtstag.Ihr Brief aus Avignon kam 2 Tage vorher an. Nur mit den Zeitungen folgte ich Ihrer Reise bis dahin. Gott lob, es scheint Friede mit Dänemark zu bleiben,auch Sigwald schreibt aus Paris so, und kennt Leo Moltkes Ansichten. Beide Teile geben nach und so leuchtet die Aussicht, Sie Ende Juli in Maxen zu begrüßen!

Clara Heinke hat mir die Freude gemacht,4 Ihrer reizenden neusten Märchen,selbst übersetzt und geschrieben,zu schicken! Welcher Fleiß und welche Liebe zur Sache und zu dem Verfasser, spricht sich hierin aus - ich gönnte ihr von Herzen ein kurzes Zusammensein mit Ihnen in Maxen! -

Welche Freudigkeit am Reisen,an der Welt, und der Natur spricht aus jeder Zeile Ihres Briefes! Gewiß finden Sie Rom ruhig - und die Stürme nur von außen. Auch Sigwald schrieb so aus Florenz! Jetzt stand in den Zeitungen, Napoleon würde nur Victor E. als König von Italien anerkennen, wenn er die weltliche Macht auch über die Romager dem Papst über ließe! -

Heute Nacht ist, nach 10 Tagen krank sein, der edle freundliche Geheimrat von Ammon gestorben, königlicher Arzt. Am 28 sten war er bei uns und blieb bis nach 12 Uhr,2 Tage später dinierte ich bei Kammerherr von Badbergs mit ihm - und nun! An einer Unterleibsentzündung krank - kalt und tot! Dresden verliert viel an ihm. Auch Carus will sich im Herbst dispensieren lassen, nach seinem 50 jährigen Dienstjubiläum.

Sigwald, der mit der Gräfin in Paris war, schreibt, sie hätte die Arzte abermals konsultiert. Ihr Übel sei Gicht im Leibe, an den Händen - sie dürfe sich nicht im feuchten Dänemark aufhalten und wird wahrscheinlich wieder nach Dresden kommen, und vorher nach Plombiers ins Bad gehen!

Ich selbst leide dies Jahr weniger am Husten, aber desto mehr an Rückenschmerzen und geschwollenen Füßen - daher soll ich in ein anderes Bad, vielleicht Wiesbaden. D6ch kann ich mich nicht entschließen. Serre sitzt noch fest in Arbeit, und Unzunehmlichkeiten - ein jeder will lieber eine Uhr als einen Verlagsartikel - da räsonieren die gemeinen Leute und doch haben sie, und zufällig, fast Niemand der Vornehmern, wertvolle Sachen gewonnen. Sonderbar sind die Konzertflügel verteilt. Einen haben zusammen 7 Postillone aus Landeck, 1 armer Flickschneider, der es für ein Spottgeld wieder verkauft, 1 armer Feueressenkehrgeselle, 1 unsere Fischhändlerin - und sofort.

Der Müller, Gewinner der Villa, hat die Dummheit gemacht - die Coupons von den Losen abzuschneiden, und so, da es das einzige Erkennungszeichen ist, wenn die Abschnitte passen, muß er so lange warten, bis alle Lose eingesendet - und keine Verfälschung mehr stattfinden kann.

Am 28 sten war eine größere Gesellschaft bei uns! Georgine Schubart, die Börde Ney musizierten, und viele interessante Persönlichkeiten hatten sich eingefunden. Sogar Frau von Reinsberg-Düringsfeld war aus Prag herüber gekommen.

Welch reichen interessanten Stoff werden Sie einsammeln, wie wunderbar gut muß Ihnen das Reisen tun, so oft klagen Sie über Ihre Gesundheit, sind Sie fest an einem Orte. Versäumen Sie nicht teuerster Freund, interessante Fotographien von alten Meistern - nach Handzeichnungen, einzusammeln, die man in Rom so herrlich bekommen soll. Da ich seit meinem Studium im Kupferstichkabinett eine solche Sammlung begann, liegt mir ungeheuer viel daran, sie interessant zu vermehren. - Gern natürlich erstatte ich Ihnen die Ausgaben dafür. Nicht wahr, Sie schreiben mir von Rom noch mehr ausführlich und auch Ihre nächsten Pläne für Herbst und Winter? Davison und Constanze haben uns besucht vor ihrer Abreise. Er hat mit Robert Heller in Hamburg unangenehme Erörterungen gehabt - sie haben sich duellieren wollen und Davison hat sich lächerlich und nicht ehrenvoll zurückgezogen. Diese Geschichte hat nun alle Zeitung aufgenommen. Oberst Ratleff ist nicht mit seiner Familie nach Schandau gezogen,die diesen Sommer dort zubringt, sondern nach Amerika. Noch immer ist Bürgermeister Hertel und Alexander Ziegler meinem Mann zur Seite - 3 Jahre zerstört diese Lotterie nun schon meine Häuslichkeit.

Alle Freunde grüßen, und es geht im alten Gleise.

In Liebe und Treue Ihre Fr. Serre

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