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Brev fra Friederike Serre, f. Hammerdörfer til H.C. Andersen 2. juni 1861

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Dato: 2. juni 1861
Fra: Friederike Serre, f. Hammerdörfer   Til: H.C. Andersen
Sprog: tysk.

Dresden den 2.Juni 1861 Teuerster Freund! Tausend, tausend Dank fü Ihren lieben Brief vom 20sten Mai, der 8 Tage unterwegs war. Es ist mir ganz unbegreiflich, daß Sie nicht meinen Brief,nach meinem Geburtstag geschrieben,erhalten haben, ich hoffe doch noch, er ist vor Ihrer Abreise von Rom in Ihre Hände gekommen, er war an Bravo adressiert, wie Sie bestimmten.

Gott lob und Dank, daß Friede bleibt - und beide Teile nachgaben. Auch der engagierte Graf schickt ja die liebe Gräfin nächsten Winter wieder nach Dresden, wo er sie doch besucht! Sonderbar, gerade unsere teuersten Freunde sind Dänen und es kommt doch uns nicht ein Augenblick der Gedanke, daß sie politisch feindliche Gesinnungen haben - nicht den mindesten Einfluß übt er auf unser Privatverhältnis und treue Freundschaft und Liebe. -

In meinem letzten Brief hatte ich Ihnen wohl schon den Tod des guten Geheimrat von Ammon geschrieben, der so eifrig zuhörte, als Sie in meinem roten Salon im Herbst vorlasen. Ein großer Verlust für den Hof und die Stadt und seine Freunde und Patienten. Auch Carus will im Herbst, wo er sein Jubiläum feiert, seine Entlassung fordern. Er hat ein großes Werk &Natur und Idee' herausgegeben, sagt, es sei die Blüte seines Forschens, seiner Studien, seiner Erfahrungen und seines Wissens, damit beschlösse er seine literarische Wirksamkeit.

Auch Arne kenne ich von Björnsen, Ziegler ist sehr intim mit diesem Dichter in Norwegen geworden, und hat sofort seine Schriften, jetzt ist &Ein frischer Bursch' oder &Synnos Soldaten' von ihm deutsch erschienen.

Gestern brachte Ulrike Pogwisch zur Eisenbahn nach Weimar, sie kam von Wien und sagte Frau von Goethe sei noch leidlich wohl und Wolf ginge nach Karlsbad. Serre hat einen unangenehmen Prozeß mit dem Advokat Pappermann, Pflegesohn der Gr.Recke und Tiedges, daß die Verlagsartikel keinen Wert hätten. Eine Schändlichkeit von ihm. Kein Advokat von hier will sich damit einlassen, die Regierung unterstützt Serre, und Alle sind empört. Zum 10. November hofft er, sind alle Gewinne verteilt und die Sorgen abgemacht! -

Serre geht nächste Woche mit Carl nach Schandau, ist sehr angegriffen von Arbeit und Ärger. Ich will in kein Bad, in Maxen eine Kur anfangen und erwarte meine Kinder für 3 Wochen mit ihren 3 Jungens noch Ende der Woche!

Zum Sonntag gebe ich meinen Schulkindern, bestehend aus 296, denn 7 Dörfer gehören zu Maxen, ein Fest - wozu noch meine, und Viele aus Dresden heraus kommen, ich wünschte, Sie wären dabei! - Mein Kalender beginnt von der Zeit, wo Sie nach Maxen kommen - Ihre Eiche ist wie ein kleines Bäumchen schon.

Schreiben Sie ja, wohin ich Ihnen schreiben kann, Ihre interessanten Briefe sind solche Freude fürs ganze Haus. Der Postbote wartet.

Verzeihen Sie heute meine eilige abscheuliche Schrift - es ist so eilig. Ich hoffe, Clara Heinke kommt auch nach Maxen. Sie sprechen dann dänisch mit ihr -und ich trage meine kleine Eifersucht im Stillen.

Treu und verehrend Ihre Fr.

[Randnotiz:] Ich selbst leide an geschwollenen Füßen und bin recht unwohl.

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