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Brev fra Friederike Serre, f. Hammerdörfer til H.C. Andersen 6. marts 1862

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Dato: 6. marts 1862
Fra: Friederike Serre, f. Hammerdörfer   Til: H.C. Andersen
Sprog: tysk.

Dresden 6.März 1862

Teurer, verehrter Freund! Gestern erhielt ich durch Hrn.Wiedemann in Leipzig, Ihre neusten Märchen.Ich halte das liebe Buch in meinen Händen, worinnen jedes Wort Ihr teures Bild den Klang Ihrer Stimme zurückrufen wird, ich durchlebe noch einmal die Tage Ihres Aufenthaltes in Maxen, die mir ja das schönste Fest sind und waren, und mein Herz ist mit innigem warmen Dank für Sie erfüllt! - Heute ist Alles aufs tief te erschüttert von dem Tod der geliebten Prinzessin Sidonie! Sie starb an Typhus, strotzend von Gesundheit, ergriff sie das unglückliche Fieber mit desto größerer Gewalt, und nach nur dem 9. Tage wurde sie ein Opfer des Todes, es ist die 4te Tochter,die unser König verliert und daß Prinzessin Georg eine Prinzessin und keinen Prinzen geboren, ist ihnen auch eine Sorge und Kummer. Bis den 28 sten April geht die Trauer fort.

Heute erhielt ich auch einen lieben Brief der Clara! Sie erzählte mir von Ihrer projektierten Reise nach den Pyrenäen, Spanien und Frankreich,und wie sie uns das Glück versagt, dadurch Sie in Maxen zu begrüßen. Aber es ist wohlgetan,daß sie die Zeit benutzen, wo Ihre Kraft und Lebenslust noch im Entminztionsgunst ist, daß Sie einsammeln, umneuerschöpf1ichen Stoff zu Ihren Schöpfungen zu gewinnen, daß Sie ein Land besuchen, was noch ursprünglich und wenig ausgebeutet ist! Mad.Helmke war auch dort, aber man hörte nur von ihr, wie beschwerlich das Fortkommen, wie schlecht die Rast- und Gasthäuser dort und wie verwildert alles sei. Vor 6 Wochen ist sie aus dem orient zurückgekehrt, mit ganz denselben Ansichten! Sie reiste Ende Oktober ab, und war Anfang Februar zurück, die meiste Zeit mit den Schiffen, dorthin nach Jerusa1em, Kairo, wohin auch Sie noch ziehen und mir eine Rose von Chorigon mitbringen - die vertrocknet, gestorben, im frischen Wasser und vielleicht im vollen Wein, neu und rosiger blüht. Haben Sie noch immer Freude an Ihren Sterioskopen? Gibt es dort keine von Thorvaldsens Werken? - Figuren sind beinahe das Schönste! Kennen Sie Sterioskopen auf Glas? Welche Erinnerungstafeln werden Sie sich wieder von Ihrer Reise mitbringen! Auch erzählte mir Clara, von der Gabe des Studenten, ein Vierkleeblatt welches Ihnen Glück brachte, von dem Bauer, den Sie durch Ihre Märchen erkannt, und einem Geschenk, welches Sie von dem König erhalten. Rührend ist die treue, schwärmerische Hingebung für Sie,die sich in jedem Wort ausspricht. Wahrlich es muß wohltuend und beglückend sein, ein solches Herz sein nennen zu können!

Mein Mann kränkelt fortwährend,ist sehr schwach und wird hei¬ser wenn er spricht. Er soll zum 1.Juni nach Wildbad, wo ich ihn begleiten muß.

[Randnotiz:] Mit Sehnsucht erwartet einen Brief von Ihnen Ihre Fr.

Wissen Sie, daß der G.H.von Weimar Dr.Ziegler zum Hofrat ernannt, wegen seiner wissenschaftlichen Schriften und Eifer für die Lotterie?

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