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Brev fra Friederike Serre, f. Hammerdörfer til H.C. Andersen 1. juli 1862

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Dato: 1. juli 1862
Fra: Friederike Serre, f. Hammerdörfer   Til: H.C. Andersen
Sprog: tysk.

Wildbad den 1.Juli 1862

Teurer,verehrter Freund!

Hier traf mich Ihr letzter lieber Brief von Basnæs, und ich eile ihn zu beantworten, ehe Sie mir nach der weiten, weiten Welt ziehen! So sollen wir Sie wirklich nicht dieses Jahr mehr in Maxen sehen, ich hatte mich darauf gefreut, doch ich weiß, was Sie sich einmal vorgenommen - geschiet!

Möge Gott Sie schützen! Wie werden Sie alle die Unbequemlichkeiten und Strapazen aushalten, die eine Reise in Spanien bietet - und ich kenne doch Ihre Empfindlichkeit. Ich gestehe, ich denke mit Sorge daran, und wieder an das Wort unseres Königs zu Ihnen: Sie müssen noch recht lange, lange leben, um durch Ihre Schriften Gutes zu wirken! und darum wird Sie Gott in seinen besonderen Schutz nehmen.

Die arme Clara Heinke, welche sich so auf Ihr, wenn auch nur kurzes Wiedersehen und Kommen gefreut,abermals vergebens! Wie öde wird ihr Maxen erscheinen, ohne den teuren Freund! Daß ich die liebenswürdige Frau von Scavenius kennen gelernt, freut mich ungemein. Ich begreife nun, wie wohl Sie sich in ihrer belebenden, anregenden Nähe fühlen! Abermals hatte mich Eliza herzlich aufgefordert nach Glorup zu kommen, doch kann ich Serre nicht ver lassen, und mußte ihn hierher begleiten, er ist so kränklich und schwach, daß er mich notwendig in seiner Nähe bedarf.

Leider haben wir vom 2ten Tag unseres Hierseins fortwährend Regen und Kälte gehabt; und ich fürchte recht, daß die Bäder dadurch einen weniger günstigen Einfluß auf Serre haben werden. Wir leben sehr einsam und abgeschlossen, fanden fast keine Bekannten, und Serre kann nicht viel gehen - besonders bei dem schlechten fortdauernden Regenwetter. Auch muß man überall Berge steigen um in die waldigen Regionen des Schwarzwaldes zu kommen, welcher den Kamm der Berge bedeckt; ich dachte mir fälschlich, Wildbad läge mitten eines Fichtenwaldes. Leider besteht die Gesellschaft meist aus unangenehmen Russen und eleganten Franzosen, leider sind keine interessanten Menschen hier, wie andere Jahre, Buhorn, Moritz Hartmann und andere Notabilitäten. So verliert man nichts durch isoliert sein. Seit 8 Tagen verweilt hier der alte König von Württemberg, geht aber auch nur einsam, höchstens von seinem Leibarzt begleitet auf der Promenade hin und her, und verbietet sich Vorstellungen.

Der Tod der alten Tarnow, welche so viel in unserm Hause, mir so treu ergeben, und für welche ich gewissermaßen zu denken und zu sorgen gewöhnt, hat mich doch tief geschmerzt. Es ist ein süßes Gefühl, ein treues Herz auf der Erde zu haben, was so warmen Anteil an uns nimmt - und ich beweine sie.

Minna hat sich ins Unglück gestürzt; sie sitzt in Flatow, wartet bis der abscheuliche, falsche,betrügerische Geisenheimer sie holt und heiratet; - und er verlacht sie - doch sie glaubt es keinem. Therese Krug führte mit Frau von Berge einstweilen, wenn ich abwesend, meinen Hausstand, nun hat sich der Krieg bis zu der Wohnung ihres Bruders hingezogen; und er rät, erst im nächsten Jahr zu ihm zu kommen. Handel und Geschäfte standen dadurch dort.

( Ohne Unterschrift)

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