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Brev fra Friederike Serre, f. Hammerdörfer til H.C. Andersen 27. september 1863

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Dato: 27. september 1863
Fra: Friederike Serre, f. Hammerdörfer   Til: H.C. Andersen
Sprog: tysk.

Maxen Sonntag den 27.September 1863

Theurer,verehrter Freund!

Aus Clara Heinkes Brief hörte ich kürzlich einige Auszüge aus Ihrem letzten Brief an dieselbe und ersah daraus, wie sehr Ihre Muse Sie begleitet und beschäftigt - und wie immer sprudelnd das Füllhorn Ihrer Poesie sich ergießt. Ich kann es kaum erwarten, Ihr &Aus Spanien' in Händen zu haben und freue mich ungeduldig darauf!

Schmerzlich habe ich am 20sten Juli,wo so manches Jahr Ihr liebes Antlitz vor uns stand - einige Zeilen der Erinnerung vermißt - unter der Menge von Briefen, die ich erhielt. Es war ein trauriger, ernster Tag! Ich hatte beim Superintendenten die Erlaubnis erhalten, einen Totengottesdienst in meiner Kirche zu halten - und gab den Arbeitern zur Beiwohnung den Tag frei. In meiner Kirche, sage ich - wie lange werde ich sie noch meine Kirche nennen können? Denn immer klarer stellt sich heraus, daß ich Maxen fortgeben muß, daß mich die Sorgen der Verwaltung zugrunde richten! Dazu die Kriegsaussichten, die mit Dänemark vorausstehen. Sachsen ist immer zwischen drin - wenn die Fürsten und Völker sich streiten, und wie herunter im Preis, wie zerstört und vernichtet wird dann eine solche Besitzung! Welcher Schmerz in den Gedanken schon jetzt an meinem Herzen nagt, welches Opfer mir die Trennung von dem Boden kostet, welcher alle meine teuersten Erinnerungen - meine Jugend, mein bestes Leben, trägt, begreifen Sie! - Wenn ich nun aber wieder solchen Sommer durchleben müßte, wie diesen, wo Kalamitäten aller Art mich betrafen - Hagelschlag, Feuer, Viehseuche, Beamten wechsel und mehr desgleichen - wo ich täglich nichts höre und erfahre als Betrügereien, die sich eingeschlichen - so habe ich ja keine ruhige Stunde! - Wir denken diesen Winter hier zu bleiben, das heißt, ich und Carls mit den Kindern, die mir Gesellschaft leisten werden, allein hielt ich es nicht aus! - Besuche fehlten mir zwar nicht - die Freunde glaubten sich verpflichtet zu kommen!

Seit einigen Wochen lebt die beinahe ganz erblindete Hofmalerin aus Weimar Louise Seidler bei mir. Ich lese ihr täglich mehrere Stunden vor - und aber haben wir Goethes und Carl Augusts Briefwechsel beendet - welchen der Groß Herzog mit einem lieben Schreiben (eigenhändigen) mir zuschickte. Sein Besuch in Dresden, als er auf einige Tage in Pillnitz war, war mir eine große Freude. Er war so lieb, so herzlich - wie ein wahrer Freund, sprach über meinen Mann anerkennend und rühmend -und über sein so glorreiches beschlossenes Werk - übernahm das Protektorat der Stiftung - und bat mich dringend ihm oft und ausführlich und vertrauensvoll zu schreiben. Er gab mir dadurch ein Mittel in die Hand, anderen nützlich zu werden, was ich sofort benutzte - denn ich habe damit eine Pension der Enkelinnen Herders ausgewirkt.

Seit einigen Tagen ist auch Gräfin Moltke und zwar das 2te Mal in Maxen. Sie löst sich auf in Sehnsucht und Ver langen den Grafen zu sehen und sich mit ihm auszusprechen - leider kommt es seit lange zu keinem Entschluß ob sie hinreist zu ihm, oder er herkommt oder ein Rendezvous gibt. Ich zweifle, daß er herkommt, bei diesem kritischen Moment der Politik.

Die Heirat Leons mit einer Tochter vom sächsischen Gesandten, ist ihm nicht angenehm, wäre sie eine Dänin! Doch ist sie schön, anmutig, kindlich, lieb und eine Perle, die man Leon nicht gönnt! So tut dieser Aufenthalt der Gräfin hier wohl in diesem feindlichen Familienleben. Sie malt des Morgens, sie musiziert, ich hatte ihr Mrs.Sewell ihre Lehrerin hierher eingeladen - wir lasen Mendelsohns Briefe aus Italien Abends, das zerstreut sie und besänftigt ihr Gemüt. In Dresden ist sie zu einsam - und ihren Gedanken überlassen. Die Todesnachricht ihres alten Freundes Graf Josef Putovky - hatte sie auch sehr erschüttert! Die Heirat Leons mit einer Tochter vom sächsischen Gesandten,ist ihm nicht angenehm, wäre sie eine Dänin! Doch ist sie schön, anmutig, kindlich, lieb und eine Perle, die man Leon nicht gönnt! So tut dieser Aufenthalt der Gräfin hier wohl in diesem feindlichen Familienleben.Sie malt des Morgens, sie musiziert, ich hatte ihr Mrs. Sewell ihre Lehrerin hierher eingeladen - wir lasen Mendelsohns Briefe aus Italien Abends, das zerstreut sie und besänftigt ihr Gemüt. In Dresden ist sie zu einsam - und ihren Gedanken überlassen. Die Todesnachricht ihres alten Freundes Graf Josef Putovky - hatte sie auch sehr erschüttert!

Wie geht es Baronin Stampe? Ich konnte ja ihrer so dringenden Einladung nicht folgen, nach Nysoe kommen, sie begreift nicht, daß ich hier gefesselter jetzt bin, mehr wie je - ja ich glaube nicht, daß ich mich zu einem kurzen Besuch in Wien bei Frau von Goethe entschließen kann.

Noch tausen,tausend Dank für die reizende Fotographie, die Sie mir in Ihrem letzten Brief eingelegt. Mir ist als müßten sich unsere Briefe abermals kreuzen: Leben Sie wohl und gedenken mit den alten Gesinnungen Ihrer getreuen

Fr.Serre

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