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Brev fra Friederike Serre, f. Hammerdörfer til H.C. Andersen 28. marts 1864

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Dato: 28. marts 1864
Fra: Friederike Serre, f. Hammerdörfer   Til: H.C. Andersen
Sprog: tysk.

Maxen am 2.0stertag 28.März 1864)

Mein theuerster,verehrter Freund!

Seit langer, langer Zeit habe ich keine Zeile Ihrer Hand, ebensowenig erhielt sie Clara, obgleich wir 2 mal schrieben! Ich dachte, daß der unglückselige Krieg-läge außer den Grenzen unserer Freundschaft. Ich habe so viel wieder Ihrer gedacht, bei dem unerwarteten Tod Ihres hohen Protektors, des Königs von Bayern, der 2te König, so voll Huld für Sie, der vor kurzer Zeit starb, was werden Sie dabei gelitten haben. Je älter man wird - so tiefer empfindet man den Schmerz, über den Verlust eines Freundes.

Von hier aus weiß ich Ihnen so wenig mitzuteilen, den ganzen Winter lebte ich hier mit Carls und ihren Kindern, still, zurückgezogen, eingeschneit, beinahe 3 Monate kam ich nicht zur Stadt, und hörte nicht viel von dort - auch bin ich so mit meinen Wirtschaftsangelegenheiten beschäftigt, daß ich nicht viel Sinn für die Außenwelt habe. Nach zusätzlichem Unangenehmen, und Ärger habe ich mich entschlossen, Maxen zu verpachten zu Johanni. Gebe mir der Himmel einen anständigen, reellen, liebenswürdigen Pächter, mit welchem man in so naher Berührung, 12 Jahre leben muß. Von Frau von Goethe erhielt ich einen lieben Brief, sie will, sobald die warme Jahreszeit beginnt, einige Wochen nach Maxen kommen, worauf ich mich unendlich freue. Was haben Sie für Pläne, reisen Sie noch nach Dalmatien? Wann werden wir uns wiedersehen? - An einen Verkauf von Maxen ist jetzt nicht zu denken, Gott lob haben sich, wenn auch mit Opfern, meine Verhältnisse geordnet - und es geht wieder langsam in einem guten Gleise weiter. Habe ich einmal verpachtet, dann bin ich frei, kann hinfliegen wohin ich will, denn mein Haus ist bestellt.

Therese Strunz ist nach Brasilien übersiedelt, und gestern erhielt ich von Rio Janeiro einen Brief von ihr; ihre Überfahrt war glücklich - jetzt ist sie in Rio Grande bei ihrem Bruder! - So scheidet Eins nach dem Andren, von unserm Lebensweg! - Denken Sie, von meinen beiden Pflegesöhnen hat der Jüngste ein trauriges Ende genommen. Heinrich war erst in Köln Konzertmeister, folgte dann einem Ruf, nach Uppington als Professor - heiratete dort, siedelte nach Paris über, und als seine junge Frau ihm zu früh einen toten Sohn gebar, stürzte er fort, unter dem Ruf, ich bin ein Mörder - und ertränkt sich in der Seine, Carl sein älterer Bruder, hier Musikdirektor, - ist darüber beinahe tiefsinnig geworden. Die Familie Carus ist wohlauf und er grüßr frisch wie ein junger Mann! - Daß der armen Julie Burrow der Schlag gerührt - und sie gelähmt, nur noch, was sie schreibt, diktieren kann - habe ich Ihnen wohl mitgeteilt. Hier greift die Schillerstiftung ein und gibt ihr eine jährliche Pension von 100 Talern. - Meines Mannes Büste ist von Donndorf gefertigt - künstlerisch mir aber fremd im Ausdruck, und nicht angenehm. Sie soll im Schillerhaus aufgestellt werden. Gutzkow hat wieder einen größeren Roman unter der Feder! -

Von Gräfin Moltke hörte ich lange nichts und vereitelt ist der schöne Plan, den 28 sten April in Glorup zuzubringen, durch die Fackel des Krieges. Da eine teleg. Depesche nur über England oder Rußland geht - muß ich zum Briefe meine Zuflucht nehmen, um einen treuen, warmen Glückwunsch zum 2ten April hier auszusprechen. Mit ewig unermüdlichen Gesinnungen der Freundschaft

Ihre Fr.Serre

Frau von Berge,Margaret - Carls - alle grüßen und gedenken Ihrer.

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