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Brev fra Friederike Serre, f. Hammerdörfer til H.C. Andersen 28. august 1865

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Dato: 28. august 1865
Fra: Friederike Serre, f. Hammerdörfer   Til: H.C. Andersen
Sprog: tysk.

Maxen den 28.August 1865

Verehrter Freund!

Ihren lieben Brief mit den teuren Zügen, die mich freundlich wie sonst daraus anschauten,hat mir große Freude gemacht, es war mir als hätte ich Ihr Herz wieder gefunden, mit der schönen Freundschaft, die mein Leben verschönte, und welche ich so unschuldig verloren und aufgegeben hatte. - Ein Streich der schmerzlichen Vergangenheit! -

Die böse Cholera, mehr noch mein fortwährendes Leiden, an geschwollenen FüBen, vereitelt auch meine Reisepläne. Kammerherr von Badbergs hatten mich dringend gebeten mit ihnen gemeinsam die Reise nach Rom zu machen. Eine günstigere Gelegenheit hätte sich für mich als Witwe nicht finden können. Gestern erhielt ich von der lieben Frau von Goethe einen Vorschlag, mit ihr nach Venedig oder Pisa zu gehen. Letzterer Ort, für meine Halsleiden so wohl tätig - aber ich fühle mich zu schwach und hilfsbedürftig zum Reisen. Auch ist mir die überall, selbst im Geheimen herrschende Cholera nicht gleichgültig. Ich möchte meine Augen in meiner Heimat schließen, wo ich geliebt und geachtet bin und Angehörige und Freunde und alle die mir Gott anvertraut, so rührende Beweise von Hingebung geben. - Ich habe fortwährend liebe Besuche im Hause. Kammerherrn von Badbergs, Konzertmeister Schubert mit seiner Tochter Georgine, Schülerin der Lind -Frl. Seidler aus Weimar - Staatsrat Schleidens - Verfasser des Lebens der Pflanzen - welcher höchst interessante naturwissenschaftliche Vorlesungen mir öfters hielt und so mehr. Sigwald Dahl, der mit seinem Freunde Friedrich und Fotograf Reinhard längere Zeit hier war - so fehlte es mir nicht an Anregung und GenuB von Wissenschaft, Kunst und Musik! Carls müssen diesen Winter noch in Gersdorf bleiben, sie konnten nicht ihr Gut möglichst vorteilhaft verkaufen - ich hoffe aufs Frühjahr! -

Ich gratuliere Ihnen von Herzen, zu der Einkehr Ihrer Mühe. Sie bleiben einzig und unsterblich - durch Ihre Märchen, weil Sie eine neue Bahn in der Literatur schufen - und Ihre Eigentümlichkeit und wahre Schönheit nicht erreicht werden kann. -

Sigwald denkt, sich mit der Gräfin ein Rendezvous in Hannover Anfang September zu geben - in Glorup eine Zeitlang zu bleiben, nach Kopenhagen zu gehen, dort etwas zu bleiben, und von da seine Schwester zu besuchen. - Daß Heinkes nach Berlin umsiedeln für den Winter, wissen Sie wohl! -

Mit dem Herzog von Weimar bin ich in lebhaftem Briefwechsel geblieben. Er beweist mir fortdauernd wahre Huld und Güte, die Gemahlin Erbgroßherzog und Prinzessin gehen zum Winter nach Italien! - Nun brauche ich wohl nicht zu versuchen, daß Ihr Besuch bei Ihrer Reise nach Lissabon, mich sehr glücklich machen würde, wie jede Nachricht über Ihren Winteraufenthalt.

In unwandelbarer Treue grüßt Sie und mein ganzes Haus

Ihre ergebene Fr.Serre

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