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Brev fra Friederike Serre, f. Hammerdörfer til H.C. Andersen 31. oktober 1865

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Dato: 31. oktober 1865
Fra: Friederike Serre, f. Hammerdörfer   Til: H.C. Andersen
Sprog: tysk.

Am 31.0ktober 1865

Theuerster Freund!

Den wärmsten Dank für Ihren lieben Brief den ich durch Clara erhielt. Wie schön und gelungen ist die Fotografie in dem fernen Norden gemacht. Mit größter Teilnahme las ich Ihren Triumphzug und alle Auszeichnungen, welche Ihnen in den nordischen Städten und von den königlichen Herrschaften zuteil geworden! Es muß solche Anerkennung beseligend sein! - Haben Sie die kleine Fotografie von Maxen erhalten, die ich durch Sigwald Ihnen gesendet.

Mein fortwährendes Unwohlsein und ein hartnäckiges Fußleiden vernichtete jeden Reiseplan, auch fürchteten Kammerherr von Badberg meine Reisegefährten, die Cholera. Wie danke ich Gott für dies Hierbleiben, denn mich betraf ein harter Schlag am 23sten dieses verstarb meine treue Lebensgefährtin, meine Stütze, mein Rat in Freud und Leid - die gute Frau von Berge. Noch trank sie ganz wohl und heiter mit uns den Tee, war den Tag über viel herumgegangen, Besuche zu machen. Da bekommt sie Abends 8 Uhr einen fürchterlichen Magenkrampf, der Arzt wird gerufen, seine Verordnungen helfen nicht. Die Schmerzen dauern bis Mitternacht und da schlummert sie sanft, um nur zu einer hoffnungslosen Lage zu erwachen! Sie, welcher unser Verhältnis kannte, sie half mir schwesterlich 33 Jahre lang mein Haus verwalten, fühlen die Lücke, die meiner Sorgen, die dadurch auf meine Schultern gekommen, und begreifen meinen Schmerz! - Wäre ich gesund, würde ich ja gern sofort nach Maxen für den Winter, alle ihre Besorgungen übernehmen, aber ich bin auf mein Zimmer angewiesen! -

So ist die letzte der Allbedylschen Familie gestorben und das treueste Herz für mich mußte ich vorigen Freitag begraben. Margaret stand mir hilfreich zur Seite in diesen schweren Tagen! Ihr Stiefbruder der preußische General von Haase in Magdeburg ist ihr alleiniger Erbe. Wie oft sprach sie von Ihnen, wir werden wohl unsern Freund Andersen nicht wiedersehen - vorbei - vorbei sagt Ihre Geschichte. Alles hat sein Ende und was nicht Gott zerstört - vernichtet der törichte Mensch sich selbst. - 3 Tage war ich eben zur Stadt gezogen - da kam sie zum Besuch auf ein paar Tage, nur noch - um Maxen nie wieder zu sehen. -

Wie taucht überall die Cholera auf - bei Leipzig, in Altenburg, im Gebirge - in Werdau hat sie unzählige Opfer gefordert. Ja Paris, Südfrankreich, Spanien und wohl auch Portugal ist nicht verschont geblieben. Darum reisen Sie nich t dahin. Die lieben Graf Moltkes werden in Kopenhagen wohnen, ein Umgang mehr für Sie.

Beschütze Sie der liebe Gott. Gedenken Sie in alter Freundschaft

Ihrer armen Fr.Serre

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