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Brev fra Friederike Serre, f. Hammerdörfer til H.C. Andersen 22. marts 1866

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Dato: 22. marts 1866
Fra: Friederike Serre, f. Hammerdörfer   Til: H.C. Andersen
Sprog: tysk.

Dresden am 22.März 1866

Theuerster verehrter Freund!

Durch einen Brief von Clara erfuhr ich, daß Sie bereits in Paris sind, und da ich nicht weiß wie lange Ihr Aufenthalt dort dauert - und ich doch so gern mich in Ihr Gedächtnis rufen möchte, schreibe ich lieber sofort dahin. Zu ungewiß war es nach Amsterdam zu schreiben! -

Bald naht Ihr Geburtstag der 2te April und alle meine Gedanken werden mich diesen Morgen zu Ihnen ziehen und Gottes Segen und Glück, auf allen Ihren Wegen herabflehen. Eine lange Reihe von Jahren hat Ihre Freundschaft mein Leben verschönt, jeden Tag Ihres Hierseins war mir ein Festtag. Erhoben und erquickt haben mich die Blüten Ihrer Poesie und ich fühle mich recht verarmt, daß ich seit Jahren immer wieder, Sie nicht mehr sehen und hören konnte. Wird denn nicht wie der die Stunde schlagen, wo Sie an meine Pforte klopfen? Denken Sie denn nicht - daß fern mir jede Politik liegt, die mich nicht berührt? - Auch wir zittern vor dem Krieg. Zittern, daß obgleich Sachsen neutral bleiben wird - das preußische Militär durch Sachsen nach österreich zieht - und wer steht dafür, daß es dann drinnen fest bleibt und auch nicht wieder herausgeht - wie in Holstein? - Wer die Macht hat, hat das Recht und fragt nicht nach der Moral dabei! Und Maxen ist immer der Übergangspunkt nach der böhmischen Grenze.

Wenn ich aller der Sorgen denke die seit meines Mannes Tod pecuniärer Hinsicht auf mir ruhen, dann muß ich zu dem Entschluß kommen um Ruhe und sichere Reverencen zu erlangen, muß ich es verkaufen, wenn sich eine vorteilhafte Gelegenheit dazu findet, obgleich mein Herz dabei blutet. Ich fühle mich fortwährend elend und krank, der Husten läßt mir Tag und Nacht keine Ruhe und meine einzige Hoffnung beruht auf Ems, was mir ja immer so gut getan. Der Arzt sagt, ich muß zum Winter in einem südlichen Klima wohnen,da die kalte Luft mir ewig Entzündungen des Halses und der Luftröhre gibt! -

Lange aber, hat Ihre Muse geschwiegen - wenigstens ins Deutsche übersetzt ist wohl nichts worden? Mir langt danach!

Meine liebe Freundin Gräfin Hohenthal, Schwester Ihres Königs, hat mich vor Ihrer Abreise mit einem schönen Buch beschenkt. Morgen und Abend Klänge von Friedrich Arndt, worinnen sie liebe Worte geschrieben. Sie geht den Mai nach Kreuznach, dann nach Griechenland - und zum Herbst nach Kopenhagen!¬

Werden Sie denn nicht Gräfin Yoldi-Coopmans in Versail1es aufsuchen? Sie wohnt nae de Bourdannis an Son Hotel, und hat 2 Mädchen, Töchter ihrer Tochter bei sich. Dann geht sie für den ganzen Sommer zu ihren Kindern auf ein Schloß in den Pyrenäen. Sie ist ganz versöhnt mit ihrer Familie und denkt in Kopenhagen das Grab ihres Vaters zu besuchen!¬

Empfehlen Sie mich Graf Leon und seiner jungen Frau!

Nun behüte Sie Gott,schreiben Sie mir bald von Ihren weiteren Plänen und denken Sie den 2ten April, daß alle meine Gedanken Sie begleiten werden.

Getreu Fr.Serre

[Randnotiz:] Welche Lücke hat mir Freundin Berges Tod gemacht. In Maxen hat eine Aktien Gesellschaft ein großes Terrain beim Marmorbruch gekauft, sucht Kalk. Hat leider auch welchen gefunden zu meinem Nachteil

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