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Brev fra Friederike Serre, f. Hammerdörfer til H.C. Andersen 16. august 1866

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Dato: 16. august 1866
Fra: Friederike Serre, f. Hammerdörfer   Til: H.C. Andersen
Sprog: tysk.

Ems den 16.August 1866

Theurer unvergeßlicher Freund!

Nur durch Clara hörte ich von Ihnen. Mein Brief an Sie ist wohl in dem Kriegstrubel verloren gegangen, und ich weiß auch nicht, wo Sie jetzt wohl sein mögen, und bitte Clara diese Zeilen zu befördern. - Ja,der Krieg ist über uns hereingebrochen. Preußen ganz siegreich vorwärts ... Napoleon stört es, die Throne und ... die anderen Länder. Auch unser geliebter König wird ihr Statthalter. Er verliert die Diplomatie und den Befehl über die Armee, und so wird Dresden eine Provinz von Preußen.

Wir lebten so zufrieden, eine musterhafte Regierung, Wohlstand im Lande, volle Kassen, die die Kriegskosten nun geleert, einen König, der von seinem Volk gefeiert und geehrt war - plötzlich fallen die Heuschrecken über unser Land -und so wird es enden! - Es ist Waffenstillstand, doch ein Friedensabschluß noch nicht in Wien unterzeichnet - die Bedingungen sind zu vernichtend für Östreich, es soll von Deutschland ausgeschlossen werden! Und Napoleon, er sitzt beobachtend und wartend - Ungeheure Zerstörungen für einen Krieg und nicht ganz still Frankreich, es will im Ganzen rund 18 M. wieder haben. Das Traurigste ist die Geldnot und der Druck, der auf allen Gemütern liegt. - Doch genug - - Sie werden Zeitungen haben und unsere Situation kennen! - Gestern ist Sigwald nach Glorup gereist, bleibt dort bis Ende Oktober, wo die Gräfin nach Paris geht und bleibt in Christiania bei seiner Schwester diesen Winter. Ich verliere ihn mit Schmerzen. Mit meinem Befinden geht es nicht gut. Ein böser Husten, ein chronischer plagt mich Tag und Nacht, dazu ein Fußübel. Ich benutzte den Waffenstillstand und als die Eisenbahn wieder hierher hergestellt war, ich will einige Wochen die Kur gebrauchen! Frontnähe und die Einquartierung der Preußen, die hier von Wien zurückkommen, machten meine Gegenwart im Hause und Maxen nötig, ... habe ich 96 Mann, l Major, 3 Offiziere und Bedienung die alle beköstigt sein wollen und da fehlt mir sehr Frau von Berges Hilfe. Leider holte sie mir ein plötzlicher Tod voriges Jahr Ende Oktober.

Unbeirrt aber wächst Ihre gepflanzte Eiche im Garten, Ihr Lärchenbaum gedeiht und trotz Kälte und Sturm. So ist mein Herz für Sie! Möchte mir im Leben noch ein Wiedersehen werden.

Welch schönes Buch werden Sie wieder über Ihre Reise schreiben, wie lange sah und las ich nichts Neues von Ihrer Schöpfung! Die arme Clara soll noch immer gelähmt sein. Wie traurig, ein so schöner Geist, eine so edle Seele in so einer zerbrechlichen Hülle.- Ich blieb in Weimar auf meiner Durchreise, doch der Großherzog war in Berlin, auch seine Stellung zu ordnen, auch er verliert das Militär und die Diplomatie. Ich fand die arme Malerin Seidler, noch dieselbe Augenpatientin aus der Goethezeit meine treueste Freundin sehr krank, sah im Schillerhaus die Büste meines Mannes aufgestellt, eine Ehre, die mich überraschte und beglückte. Noch immer stehe ich im Briefwechsel mit dem Großherzog.

Wüßte ich nur, ob Sie noch in Lissabon sind und wann Sie zurückkehren?- Margaret, noch meine einzige treueste Stütze, alles ist sonst beim Alten. Maxen ist verpachtet und ich habe nur die Kalkwerke zurückbehalten müssen. Wie grausam sonst vernichtet die Zeit alles was uns umgibt und endlich uns selbst. Ihnen scheint die ewige geistige und körperliche Ju¬gend beschieden.

Da sich Preußen mit Besitznahme so vieler anderer Länder Eigentum bereichert, erhalten Sie die nördlichen Schleswig-Holsteinschen Distrikte wieder, wo dänisch gesprochen wird, es nutzt ihm zu wenig!- In diesem Kriege kämpften Bruder gegen Bruder natürlich. Meiner Tochter Clementine Brüder, 2 stehen in österreichischen Diensten, waren Einer gefährlich verwundet liegt - im sächsischen und ihr Schwager ist Adjudant des Prinzen Carl, steht also in preußischen Diensten. So geht es in vielen Familien - unzählige Opfer sind gefallen, und die Offiziersfrauen trauern um ihre Männer, Brüder und Söhne. Fast jede Familie hatte Verluste von Angehörigen oder Freunden.

[Randnotiz:] Ich sage nur noch einen alten Freund --- bitte bald um eine Nachricht, ewig unverändert

Fr.Serre

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