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Brev fra Friederike Serre, f. Hammerdörfer til H.C. Andersen 14. oktober 1867

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Dato: 14. oktober 1867
Fra: Friederike Serre, f. Hammerdörfer   Til: H.C. Andersen
Sprog: tysk.

Maxen am 14. Oktober 1867

Theurer Freund!

Lange, lange habe ich nichts von Ihnen gehört - wo mögen Sie nur weilen? Vor 8 Tagen hatte ich die Freude Professor Schleiden/Verfasser des Lebens der Planzen/bei mir zu sehen - welcher mir in meiner Herbsteinsamkeit genußreiche Stunden, durch Vorlesen seines Manuskriptes, das Leben, die Symbolik der Rose, von der frühesten Zeit an vorlas, auch Überraschte mich Clara und Ottilie Heinke mit ihrem Besuch für einige Tage. Wunderbar hat urplötzlich Clara ihre Kraft zum Gehen wiedererlangt; und obgleich sie leidend aussieht - trotzdem, daß sie sehr stark geworden - bedarf sie großer Schonung, ihr Geist ist sicher und frisch, ja sie hat selbst in der Gallerie kopiert, jetzt ist sie wieder in Berlin. -

Wie sehne ich mich einmal wieder von Ihnen etwas zu lesen, es scheint Sie haben nichts ins Deutsche übersetzen lassen - schicken Sie mir einmal ein Bändchen dänisch, ich habe einen Freund, welcher vortrefflich aus dem Dänischen übersetzt, und es mir gern verdolmetschen würde. Von Sigwald, welcher noch immer in Glorup ist, hörte ich auch nichts von Ihnen, ebenso wenig aus den Briefen der Gräfin Yoldi - welche sich ja ganz in Kopenhagen festgesetzt und Versailles und Paris zu vergessen scheint! Sie haben gewiß meine liebe Gräfin Hohenthal begegnet, die diesen Sommer bei ihrem Bruder, dem König zubrachte.

Maxen werden Sie zwar einsamer, aber doch unverändert finden - Ihrer Eiche nahestehender Lerchenbaum grünt, und das Schwanennest glänzt in goldener Schrift - Clara hat alle lieben Plätze aufgesucht und in Erinnerung geschwelgt. Leider erlaubt mir meine Gesundheit selten, auszugehen, nur wenn ich still sitze, mich sehr schone, geht es mir erträglich. Doch meine Freunde ermüden nicht mich aufzusuchen, so war 3 Wochen Walther von Goethe, die Kammerfrau und Badbergs, Madame Nickmün-Seebach - die Familie Konzertmeister Schuberts, deren Tochter Georgine sich in den 3 Jahren in Richmont bei der Lind als vollendete, anmutige Sängerin ausgebildet - welche in Weimar so entzückt, daß Dingelstedt und der Großherzog ihr die vorteilhaftesten Anerbietungen für ein Erstes Engagement gemacht - was sie leider nicht annehmen konnte. Andere recht interessante Persönlichkeiten suchten mich in Maxen auf - fühlend, wie regen Teil ich noch an allem Geistigen und Schönen nehme, ungeachtet ich eine alte Frau geworden, und eine fortdauernde herzliche Korrenspondenz mit dem Großherzog führe, welcher sich gern mit mir von seinen Interessen, über die Künste unterhält - macht mir große Freude! Hätte ich nur bessere Gesundheit, das Gute mehr genießen zu können, was mir Gott in seiner Gnade gewährt - doch ist warmes Verständnis und Empfinden schon Glück. Erfreuen auch Sie mich bald mit einem lieben Briefe, welcher mir sagt - daß Sie mich nicht ganz vergessen und der lieben Stunden gedenken in Maxen die ihre Gegenwart verschönte.

Treulich

immer dieselbe!

Fr.Serre

Randnotiz:Von Margaret herzliche Grüße, von Minna weiß ich nichts.

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